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Schielender Frank wird Opfer eines Stromausfalls

Schielender Frank wird Opfer eines Stromausfalls

Er war der wohl mit Abstand größte Sympathieträger des Delitzscher Tiergartens. Jaguarundi Frank hatte das gewisse Etwas – sein schielender Blick beschäftigte im Frühjahr sogar ausländische Medien.

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Der schielende Jaguarundi Frank zu seinen Lebzeiten.

Quelle: Stadtverwaltung Delitzsch dpa

Delitzsch. Und auch sein Tod im Mai änderte nichts an der Popularität. Eine Internet-Fangemeinde hält ihm nach wie vor die Treue, die Stadtverwaltung verkauft weiterhin Postkarten mit dem Konterfei des berühmten Katers. Grund genug, Frank für die Nachwelt präparieren zu lassen. Doch nun die bittere Nachricht: Frank wurde posthum das Opfer eines Stromausfalls.

Wie die Delitzscher Stadtverwaltung am Dienstag auf Anfrage der Kreiszeitung bekannt gab, haben sich die Präparationspläne zerschlagen. Die Kadaver-Truhe im Tiergarten, in der verendete Tiere zunächst tiefgefroren aufbewahrt werden, sei zwischenzeitlich außer Betrieb gewesen. „Die Truhe ist schon älter, und eine Sicherung war rausgeflogen“, schilderte Zooleiterin Katrin Ernst. „Leider wurde das erst nach Tagen bemerkt. Da waren die betroffenen Tiere bereits aufgetaut und der Fäulnis preisgegeben.“

In der Regel werden tote Tiere in der Truhe zwischengelagert, bis sie vom Abdecker abgeholt und entsorgt werden. In Franks Fall sollte lediglich geklärt werden, wer die Präparation übernimmt. Ein Berliner Fachmann hatte Interesse gezeigt. Doch durch die mangelnde Kühlung sind Fell und Haut nun beschädigt.

Der Berliner Präparator möchte Frank trotzdem haben – um sein Skelett zu erhalten. Kleiner Trost: Ein neuer Jaguarundi-Kater ist für Delitzsch schon in Aussicht, soll vom zuständigen Koordinator des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms zum Jahresende vermittelt werden. Wenngleich der wahrscheinlich nicht schielen wird. Doch der gekreuzte Blick, sagte Katrin Ernst, hätte sich vom Präparator mit Glasaugen ohnehin nicht originalgetreu darstellen lassen.

Kay Würker

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