Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Delitzsch Schmierer-Terror
Region Delitzsch Schmierer-Terror
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:54 17.07.2015
Kontrastreicher Empfang am Eingang von Neuschladitz: Neben der Wohnpark-Werbung grüßen auf dem Ortsschild die Schmierereien von Sprühern.
Anzeige
Rackwitz

Unmut darüber wurde unter anderem zur jüngsten Gemeinderatssitzung laut. Bürgermeister Manfred Freigang (FWG) mahnte, die teilweise bekannten Täter mit Namen und Adresse zu benennen. Für Marina Kamm vom Ordnungsamt ist das Thema ein leidiger Dauerbrenner. „Wir haben im Vorjahr über 1000 Euro für neue Verkehrsschilder ausgegeben und im Jahr davor eine ebenso hohe Summe für Ortseingangsschilder. Doch die Tafeln sind bereits wieder zu 50 Prozent durch Graffiti und Aufkleber verunstaltet“, stellt sie fest. Vor allem Gebäude und Mauern entlang der Bahnstrecke seien massiv von Schmierereien betroffen – das Feuerwehrdepot, die Turnhalle, der Bahnhof selbst. Am alten Buswartehäuschen in der Bahnhofstraße hätten Schmierer Ende vergangenen Jahres sogar einen Baum abgesägt, um mehr freie Wandfläche zu haben.„Viele Täter kommen mit dem Zug von Delitzsch oder Leipzig und verschwinden so schnell, wie sie gekommen sind“, erklärt Marina Kamm. Doch so mancher Sprüher wohne auch vor Ort. Gerade habe sich wieder eine Gruppe etabliert, erkennbar an neuen Schriftzeichen vor allem im Neubaugebiet.„Wir stehen als Gemeinde diesem Treiben relativ machtlos gegenüber“, sagt Bürgermeister Freigang. „Es ist zwar zu vermuten, dass es sich bei den Sprühern um eine überschaubare Gruppe handelt, aber wir können nicht überall Kameras aufstellen.“ Das Ordnungsamt habe nur eine Angestellte und die juristische Handhabe sei ernüchternd. Wie Marina Kamm berichtet, seien in den vergangenen Jahren fast alle Verfahren gegen ertappte Schmierer eingestellt worden. „Mit der Begründung, dass es sich um Kinder aus schwierigen familiären Verhältnissen handele.“ Nur in einem Fall, als das Rathaus beschmiert wurde, habe der Täter Arbeitsstunden aufgebrummt bekommen, die er aber nicht in Rackwitz ableistete.Einwohner Hubert Wiesner machte sich am Donnerstagabend als Gast der Gemeinderatssitzung Luft: „Meines Wissens sind es oftmals Kinder, die hier mit der Spraydose zugange sind. Warum kann man die nicht greifen?“ Der Rackwitzer löste damit eine lange Debatte unter den Volksvertretern aus, die auch auf andere Arten von Vandalismus sowie auf illegale Müllentsorgung zu sprechen kamen. „Wir kommen an dieser Stelle nur weiter, wenn die Bürger Gesicht zeigen und die Täter, die teilweise sogar bekannt sind, anzeigen“, betonte Freigang. „Sie müssen mit Name und Hausnummer benannt werden.“Die Gemeindeverwaltung selbst kann lediglich die Entfernung der unangenehmsten Graffiti finanziell stemmen. „Vor allem an der Bahnstrecke versuchen wir, schnell zu reagieren“, berichtet die Ordnungsamtsmitarbeiterin. „Doch die Behandlung einer Wand von neun Quadratmetern kostet uns 700 Euro“, nennt sie ein Beispiel. „Meist kommen die Sprüher dann bald wieder.“Der Versuch, das Problem mit einem privaten Sicherheitsdienst in Griff zu bekommen, sei Ende 2009 aufgegeben worden. Der Erfolg fehlte.

Kay Wuerker

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In den Altstadt-Ruinen an der Halleschen Straße sind zurzeit die „Schatzsucher“ unterwegs. Sie sichern, was wertvoll ist, bevor ab nächste Woche der Abriss beginnt und Platz geschaffen wird für einen Neubau.

25.03.2010

 [image:phpQ4hzmU20100317182331.jpg]

Torgau. Im Kreistag Nordsachsen gab es gestern Informationen zum Bearbeitungsstand der Maßnahmen des Konjunkturpaketes II (KP II).

25.03.2010

Die Stadtverwaltung legt im Kampf gegen tierische Hinterlassenschaften noch einmal nach. Parallel zu der am Montag geplanten „Aktion gegen Hundekot“ (wir berichteten) sollen die Kontrollen durch Ordnungs- und Bürgeramt verstärkt werden.

24.03.2010
Anzeige