Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Delitzsch Schönwölkau reibt sich an höheren Kita-Beiträgen
Region Delitzsch Schönwölkau reibt sich an höheren Kita-Beiträgen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 03.03.2017
Mehr Geld für die Kita-Betreuung oder nicht? Das ist die Frage, die Schönwölkau beschäftigt. Quelle: dpa
Anzeige
WÖLKAU

Ein neuer Anlauf: Die Elternbeiträge für die Betreuung in Schönwölkauer Kindertagesstätten sollen steigen – das erste Mal seit 2012, für Krippen-, Kindergarten- und Hortbetreuung jeweils um ein paar Euro. Das Hickhack zwischen „Wir brauchen das Geld“ und „Wir wollen Eltern nicht belasten“ geht in die nächste Runde.

Ein neuer Versuch

Die Verwaltung hat eine Satzungsänderung angeregt und zur Lesung im Gemeinderat gegeben. In den vergangenen fünf Jahren waren solche Vorschläge von Bürgermeister Volker Tiefensee (CDU) meist schon in den ersten Beratungen abgeschmettert worden. Nun versucht er es wieder. Sehr zum Missfallen einiger Räte, sehr willkommen aber bei anderen. Es sind moderate Anpassungen, so die Verwaltung. Die neunstündige Betreuung in der Krippe sollte demnach künftig 202 statt 185 Euro im Monat, der Kindergartenplatz 123 statt 111 Euro, der Hortplatz von täglich fünf Stunden 59 statt 54,20 Euro und der Sechs-Stunden-Platz im Hort 71 statt 65 Euro kosten. Die höchstmöglichen Beträge, die die Kommune nach Gesetzeslage aufrufen könnte, wären damit nicht erreicht, 71 Cent würden zum Beispiel bei der Kindergartenbetreuung zum Spitzenwert fehlen. Für Schönwölkau könnten sich Mehreinnahmen in Höhe von 25 058,76 Euro pro Jahr ergeben, in diesem Jahr anteilig noch rund 10 000 Euro, wenn es bald zum Beschluss kommt. Greifen sollen die Änderungen zum 1. Juli. Als die Verwaltung im Spätsommer einen ähnlichen und geringfügig preiswerteren Vorschlag einbrachte, war der vom Tisch gewischt worden.

CDU pro Erhöhung

Doch die Stimmen pro Preissteigerung werden lauter und sie mehren sich. Ein Beispiel: Ihm stecke der Vortrag der Diakonie zu Investitionsstaus und Beschaffung von Material durch Spenden statt Beträge für die Kita im Ortsteil Wölkau noch in den Knochen, so Mario Vollrath (CDU). Unter Trägerschaft der Diakonie steht eine der vier Schönwölkauer Kitas, die anderen drei in Trägerschaft des DRK. Eines der Probleme ist auch die Anzahl der Kitas mit der den Familien kurze Wege ermöglicht werden sollten. Die Bewirtschaftungskosten für vier Standorte sind höher als bei einer einzelnen Einrichtung.

Er appelliert erneut, die Beiträge nach fünf Jahren endlich anzupassen. Damit steht er stellvertretend für weitere Rats- und CDU-Mitglieder, die für eine Erhöhung sind. Uwe Försterling (CDU) zeigte sich schon im Herbst nicht einverstanden mit der Ablehnung seiner Ratskollegen, sah sogar rechtliche Probleme auf die Kommune zukommen. „Es sieht erstmal nach viel Geld aus, aber über das Jahr gerechnet ist es das nicht“, argumentiert Gerd Wagenhaus (CDU) – Schönwölkau habe die Beiträge im Gegensatz zu anderen Kommunen über Jahre nicht angefasst. Wieder andere (SPD und Linke) halten die Rede von Investitionsstaus für „völlig übertrieben“, wollen die Familien nicht belasten.

Bürgermeister Volker Tiefensee will nun die Träger hören und die Elternräte informieren. Die Satzung soll voraussichtlich Ende des Monats zur Abstimmung kommen. Momentan halten sich aber Pro und Kontra so die Waage, sodass es kaum zum klaren Entscheid kommt.

Von Christine Jacob

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das gute alte Handwerk hat in der Loberstadt noch Hand und Fuß. Und ausgezeichnete Meister. Die Delitzscherin Kerstin Trauzettel ist nun mit einem Silbernen Meisterbrief für ihr schönes Handwerk ausgezeichnet worden.

02.03.2017

Wer soll für den Schlackeberg am Delitzscher Biomassekraftwerk zur Verantwortung gezogen werden? Doch bitteschön nicht die Stadt oder der Landkreis, sondern die Verursacher, fordert LVZ-Redakteur Frank Pfütze in seinem Kommentar. Es gibt nur ein Problem: Die drei betreffenden Firmen sind pleite.

02.03.2017

Das Landratsamt Nordsachsen informierte am Dienstagabend im Umwelt- und Technikausschuss in Delitzsch zum aktuellen Stand Biomassekraftwerk. Stichwort Asche- und Schlackeberg. Fazit: Alles in Ordnung. Der illegale Berg soll weg.

02.03.2017
Anzeige