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Delitzsch Schönwölkau verzichtet bewusst auf Hundesteuern
Region Delitzsch Schönwölkau verzichtet bewusst auf Hundesteuern
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10:01 26.04.2018
Ist der Hund gut ausgebildet, wird der Steuerbescheid ein Freudenbrief. Quelle: Wolfgang Sens
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Wölkau

Seine Leidenschaft kostet einen Hundebesitzer meistens ziemlich viel Geld. Vor allem die Steuer ärgert viele Besitzer. Für Katzen immerhin muss sie keiner berappen, bei Hunden können große Summen anfallen. Dabei ist es vollkommen egal, dass manche Hunde sogar ausgezeichnet sind. Anders handhabt das die Gemeinde Schönwölkau.

Schönwölkauer sparen dank Hundeschule

Dort können Halter einen Hundesteuerbescheid von 0,00 Euro ins Haus flattern sehen, wenn sie denn handeln. Die Kommune verzichtet auf die Steuer, wenn die Hunde umfassend ausgebildet und dementsprechend geprüft sind. „Bei so einem Hund kann man von guter Erziehung und einem korrekten Verhalten ausgehen“, erläutert Bürgermeister Volker Tiefensee (CDU) den Hintergrund. Eine Begleithundeprüfung reiche bereits zur Befreiung. Als leichtfertiges Steuergeschenk ist das nicht zu sehen: Immerhin bedeute so eine Ausbildung und dann folgende Prüfung auch einen zeitlichen und natürlich finanziellen Aufwand für die Halter, begründet der Bürgermeister. Auf dem Hundeplatz im Ortsteil Lindenhayn können Schönwölkauer ihre Vierbeiner ausbilden. Das weitere Plus der Steuererleichterung: Wenn der erste Hund von der Steuer befreit ist, wird der zweite wie der erste Hund besteuert. Ein Ersthund kostet jährlich 30 Euro, der zweite 70 und jeder weitere 125 Euro. Für gefährliche Hunde muss im Kalenderjahr eine Steuer von 250 Euro entrichtet werden, diese gefährlichen Hunde sind auch von etwaiger Steuererleichterung ausgenommen.

Trotzdem mehr als 9000 Euro Einnahmen für Schönwölkau

Trotz dieses Angebotes hat die Gemeinde Schönwölkau im Bereich der Hundesteuer sogenannte Veranlagungen in Höhe von 9630 Euro. 258 Erst- und 26 Zweithunde werden im Gemeindegebiet gezählt, einmal wird Zwingersteuer erhoben. Nur für 15 Hunde liegt indes eine Befreiung von der Steuer vor.

Weniger Befreiungen in Delitzsch möglich

Anders läuft es in Kommunen wie Delitzsch: Für den ersten Hund zahlen Halter 66 Euro, für jeden weiteren 84 Euro jährlich. Für den ersten gefährlichen Hund wie American Staffordshire Terrier, Bullterrier, Pittbull Terrier und deren Kreuzungen untereinander zahlen Besitzer 408 Euro, für jeden weiteren 612 Euro im Jahr. Hier gelten wie in anderen Kommunen natürlich auch Befreiungen, das aber vor allem für Blindenführhunde und Diensthunde, nicht für geprüfte wie in Schönwölkau. Mit jährlich etwa 95 000 Euro Einnahmen an Hundesteuer wird in Delitzsch gerechnet, knapp 1500 Vierbeiner leben in der Loberstadt.

Von Christine Jacob

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