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Delitzsch Schönwölkaus Bürgermeister Volker Tiefensee überlegt, seinen Diesel abzustoßen
Region Delitzsch Schönwölkaus Bürgermeister Volker Tiefensee überlegt, seinen Diesel abzustoßen
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09:29 15.08.2017
Rundum beklebt ist der Fabia, den Volker Tiefensee seit fast 20 Jahren fährt. Quelle: Christine Jacob
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Badrina

Eigentlich war alles klar. Der Schönwölkauer Bürgermeister und Landtagsabgeordnete Volker Tiefensee (CDU) wollte seinen fast 20 Jahre alten Skoda Fabia fahren, bis er eben nicht mehr fährt. Jetzt aber hat der Diesel-Skandal Deutschland eine neue Abwrackprämie eingebracht und der Badrinaer Politiker kommt ins Grübeln. „Ich überlege ernsthaft, ob ich mein Auto abstoße“, sagt der 60-Jährige. Andererseits sei da der Ehrgeiz: 620 000 Kilometer hat der Fabia inzwischen auf dem Tacho und Volker Tiefensee könnte sich durchaus vorstellen, dass er eine Million Kilometer schafft. „Andere Diesel-Fahrzeuge dieses Baujahrs und Fabrikats haben es schon geschafft, das scheint mir möglich“, sagt Tiefensee über den im Frühjahr 2001 erstzugelassenen Fabia, den er im September 2001 bei einem Kilometerstand von 15 000 gebraucht kaufte, weil er immer gebrauchte Autos kauft.

Mit etlichen Aufklebern rollt der Fabia durchs Land. Quelle: Christine Jacob

Im Sommer vor drei Jahren kam der historische Moment von 500 000 Kilometern auf dem Weg zur Arbeit in der Wölkauer Verwaltung. Der dunkelgrüne Skoda ist sein Privatwagen, den er dienstlich nutzt. Peinlich genau wird jede Fahrt des 100 PS starken Vehikels im Fahrtenbuch dokumentiert. In der Tiefgarage des Landtags, wo große Mercedes und Audi für auf Außenwirkung bedachte Politiker stehen, findet Tiefensee mit seiner Auto gewordenen Bescheidenheit immer eine Lücke. Mit einer Vielzahl von Aufdrucken fährt er damit Werbung für seine Gemeinde und die CDU. Ansonsten zieren Rostflecken, Kratzer und kleinere Beulen den Fabia. Am Tankdeckel hat der Bio-Diesel, den er 300 000 Kilometer lang tankte deutliche Schäden hinterlassen. Nachdem er nach einem Unfall schon einen wirtschaftlichen Totalschaden und ohnehin etliche Tausende Euro Reparaturkosten zu verbuchen hat, spinnt aktuell die Zentralverriegelung. Demnächst wird der Tüv fällig und so richtig optimistisch ist da auch die örtliche Werkstatt noch nicht. „Das sind so Sachen, da überlegt man schon, ob nicht ein neues Auto auch schön wäre“, gibt Tiefensee mobile Sehnsüchte zu.

Schönwölkauer Bürgermeister am Zweifeln

Einen Skoda Yeti – am liebsten in der Lieblingsfarbe Gelb – könne er sich als reizvoll vorstellen, so Tiefensee. So ein Kompakt-SUV sei auch hochbeiniger und der Einstieg bequemer, darauf müsse man im Alter ja achten. Zudem überlege er, 2020 eh auf ein Elektro-Auto umzusteigen. Genau diese umweltpolitischen Überlegungen sind es, die das automobile Traumpaar Tiefensee-Fabia retten könnten: „Die Wahrscheinlichkeit, dass ich mir ein neues Auto zulege, liegt jetzt bei 20 Prozent.“

Von Christine Jacob

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