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Schrittgeschwindigkeit fährt fast niemand

Schrittgeschwindigkeit fährt fast niemand


Spröda. Die Waldblick-Straße in Spröda samt Kreuzweg aus Richtung Kirche ist eine verkehrsberuhigte Zone, umgangssprachlich heißt dies Spielstraße.

. Das blaue Verkehrschild zeigt unmissverständlich das Nebeneinander von Fußgängern und Autos an und auch, wo die Zone beginnt und aufhört. Was jeder Führerscheinbesitzer weiß: In solch einer Straße sind Kinderspiele erlaubt, das Parken außerhalb gekennzeichneter Flächen verboten (außer zum Be- und Entladen) und die Autos müssen Schrittgeschwindigkeit fahren. Unterm Strich: Die Fahrzeugführer dürfen die Fußgänger weder gefährden noch behindern, wenn notwendig, müssen sie warten.

Doch vor allem die in solchen Bereichen vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit scheint in der Sprödaer Waldblick-Straße graue Theorie zu sein. Denn gerade dies wurde von Anwohnern des Öfteren kritisiert und gefordert: In der Straße muss sich etwas ändern. Auch Forderungen nach Kontrollen wurden laut. Jetzt war dies alles Thema während der jüngsten Ortschaftsratssitzung. Dazu hatte der Rat Lars Wundersich vom Delitzscher Tiefbauamt eingeladen, der unter anderem berichtete, dass vom 22. bis 24. April bereits eine anonyme Zählung durchgeführt und auch festgestellt wurde, dass im Waldblick sage und schreibe 95 Prozent der Kraftfahrzeuge, und damit fast jedes Auto, in der Straße zu schnell fuhren.

Eine nachhaltige Lösung wären Geschwindigkeitshemmer. Schwellen, die in bestimmten Abständen auf die Straße gebracht werden. Doch sofort kam von Anwohnern der Hinweis, dass das Bremsen und Wiederanfahren auch nicht der Weisheit letzter Schluss sein könne. Manche Bewohner würden im Übrigen sogar bewusst ihren Pkw parken, um Raser zum Abbremsen in der langen geraden Straße zu zwingen. Womit das Thema Ausbuchtungen, ähnlich wie es sie in der Delitzscher Hainstraße gibt, zur Debatte stand. Denn diese kleinen vorgeschobenen „Inseln" erfüllen dort durchaus ihren Zweck. „Kann man nicht alle 50 Meter die Straße einengen?, fragte in diesem Zusammenhang Siegfried März. Zentrale Untersuchungen haben allerdings auch ergeben, dass Bremsschwellen, Rampensteine und Ähnliches für behinderte und ältere Menschen gefährlich sein können und Rettungsfahrzeuge behinderen.

Hinterfragt wurde des Weiteren, ob eine Einbahnstraße Besserung bringe. Ortsvorsteher Dietmar Mieth (CDU) gab zu bedenken. „Dann wird noch schneller gefahren." Und es müssten Umwege in Kauf genommen werden. Nächster Vorschlag: Der Waldblick sollte zur Anliegerstraße mit 20 Stundenkilometer-Geschwindigkeitsbeschränkung umfunktioniert werden. Lars Wundersich: „Erfahrungsgemäß werden es dann nicht weniger Fahrzeuge." Außerdem sei im Zweifelsfall fast jeder Anlieger. Und er stellte klar: „Es ist vom Grundsatz her eine öffentliche Straße."

Allerdings mündet Waldblick auch in eine eigentlich für den öffentlichen Verkehr gesperrte Straße in Richtung Wannewitz. Eine Strecke, die offenbar trotzdem fleißig genutzt wird und den Durchgangsverkehr aus Richtung Ortsmitte noch ankurbelt. Wenn eine 30er-Zone eingerichtet würde, könnte rechtlich gesehen, auch geparkt werden, hieß es dann. Andererseits sind durch die Enge der Straße ausgewiesene Parkflächen kaum möglich. Die rege Diskussion und die nicht wenigen Überlegungen darüber, wie etwas verändert werden könnte (sollte), nahmen an dem Abend im Feuerwehrzetrum fast kein Ende. Während der Sitzung gingen die Überlegungen sogar soweit, die Leute einmal einzuladen, von denen im Dorf bekannt ist, dass sie zu schnell in der verkehrsberuhigten Zone fahren. Ortsvorsteher Mieth: „Die Meinungen gehen drastisch auseinander. Wir werden uns gemeinsam mit dem Tiefbauamt an verschiedene Varianten herantasten." So sollen der jetzige Status der Straße überprüft, die Möglichkeit einer 30er-Zone sowie einer partiellen Verkehrsberuhigung überprüft werden. Lutz Schmidt

Lutz Schmidt

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