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Schülerin am Delitzscher Stadtpark offenbar angeschossen

Ermittlungen Schülerin am Delitzscher Stadtpark offenbar angeschossen

Die Polizei in Delitzsch sucht nach einem Schützen, der ein Kind auf dem Schulweg verletzt haben soll. Bei der Verletzten handelt es sich um eine Elfjährige aus Delitzsch-Nord, die mit einem Loch in der Wade zum Kinderarzt musste. Der Tatort im Zentrum der Stadt ist täglich von zahlreichen Passanten frequentiert.

Das Loch in der rechten Wade der Schülerin ist deutlich zu sehen. Das Bein ist zudem großflächig gerötet.

Quelle: privat / dpa

Delitzsch. Helle Aufregung unter Eltern in Delitzsch: Am Rande des Stadtparkes soll ein Kind angeschossen worden sein. Die Verletzungen am Bein der Elfjährigen lassen darauf schließen, dass die Schülerin möglicherweise von einem Projektil getroffen wurde. Allerdings lässt sich noch nicht genau sagen, was genau passiert ist. Die Polizei ermittelt derzeit in alle Richtungen, ist dankbar für Hinweise aus der Bevölkerung.

Der Vorfall spielte sich am Montag dieser Woche ab. Shania, die in Delitzsch-Nord wohnt, war auf dem Weg zur Pestalozzischule in der Altstadt. So wie jeden Morgen, musste sie auch an diesem Tag gegen 7.30 Uhr die Securiusstraße kreuzen und den Stadtpark durchqueren. Doch an der Ecke von Securius- und Erzbergerstraße durchfuhr das Mädchen plötzlich ein Schmerz. „Etwas hatte sie an der rechten Wade getroffen. Direkt vorher hatte sie einen Knall, wie einen Schuss, und ein Zischen oder Pfeifen gehört“, schildert ihrer Mutter Diana Lüdecke. „Sie ging kurz in die Knie. Und humpelte dann weiter zur Schule.“

Klar erkennbares Loch

Dort sei schnell aufgefallen, dass mit dem Kind etwas nicht stimmt. Die Wade hatte sich gerötet und begann anzuschwellen, ein wenige Millimeter großer Druckpunkt zeichnete sich ab. „Eine Lehrerin rief mich an und sagte, Shania müsse zum Kinderarzt. Dort waren wir dann auch. Und bei der Polizei.“ Denn den Eltern kam schon bald der Verdacht, dass es sich um eine Schussverletzung handelt. Inzwischen sind sie sich in dieser Annahme sicher: „Die Schwellung ist mittlerweile etwas zurückgegangen, und jetzt sieht man richtig das Loch“, sagt Vater René Lüdecke und legt Fotos vor. Hinzu kommt, dass auch das Hosenbein der Schülerin an der entsprechenden Stelle beschädigt ist.

„Es ist etwas passiert und wir müssen herausfinden, was genau. Unser Kriminaldienst und die Schutzpolizei sind mit dem Thema befasst“, erklärt Polizeirevierleiter Klaus-Dieter Kabelitz auf Anfrage. Noch am Montag, direkt nachdem die Eltern Anzeige erstattet hatten, begaben sich Beamte vor Ort, untersuchten das beschriebene Areal am Stadtpark, so Kabelitz. „Projektile wurden nicht gefunden.“ Die Polizei sei zudem Hinweisen nachgegangen, wonach am oder im Stadtpark zahlreiche tote Tauben liegen sollen – abgeschossen. „Das hat sich nicht bestätigt.“ Ein Arztgutachten, das genauere Erkenntnisse zur Ursache der Verletzung bringen könnte, steht noch aus. Weitere Vorfälle dieser Art seien in Delitzsch nicht aktenkundig, auch nicht aus der jüngeren Vergangenheit.

Möglicherweise Schuss aus Luftdruckwaffe

Die Polizei nehme die Sache jedoch sehr ernst. Sollte geschossen worden sein, könne es sich um eine Luftdruckwaffe handeln. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass ein möglicher Schütze erneut aktiv wird – und dann nicht „nur“ die Wade trifft. „Gar nicht auszudenken, wenn die Kugel den Kopf getroffen hätte“, sagt René Lüdecke und ist sichtlich beunruhigt.

Shania gehe es noch nicht wirklich besser, insbesondere psychisch. „Sie ist ungewöhnlich anhänglich, weint öfters“, erzählt der Vater. Eine Woche war die Elfjährige krank geschrieben. Am Montag soll sie wieder zur Schule gehen. Doch keinesfalls ohne Begleitung.

Hinweise nimmt die Polizei unter 034202 660 entgegen.

Von Kay Würker

Delitzsch Erzbergerstraße 51.52982 12.333068
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