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Schulze-Delitzsch lässt die Stadt jubeln

Schulze-Delitzsch lässt die Stadt jubeln

Als einziger von 27 Vorschlägen bundesweit wurde die Genossenschaftsidee für die Nominierung für die internationale Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes bei der Unesco vorgeschlagen.

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Oberbürgermeister Manfred Wilde und Museumsmitarbeiterin Claudia Ramisch freuen sich über die Aufnahme in die Bewerberliste für das Weltkulturerbe. Der am 29. August 1808 in Delitzsch geborene Hermann Schulze-Delitzsch (linkes Porträt) gilt neben Friedrich Wilhelm Raiffeisen (rechtes) als Gründervater des deutschen Genossenschaftswesens.

Quelle: Wolfgang Sens

Damit folgt die Kultusministerkonferenz, die dies gestern bekanntgab, der Empfehlung eines unabhängigen Expertenkomitees. 25 Jahre nach der politischen Wende gibt es damit ein besonders beeindruckendes Zeugnis innerdeutscher Zusammenarbeit. Denn die Schulze-Delitzsch-Gesellschaft in Delitzsch und die Raiffeisen-Gesellschaft in Hachenburg hatten diesen Vorschlag eingereicht (wir berichteten). Dementsprechend hocherfreut äußerte sich gestern Delitzschs Oberbürgermeister. "Das ist genial, nach diesem harten Kampf. Die Bewerbung gemeinsam anzugehen, war genau die richtige Entscheidung", sagte Manfred Wilde. Er schätzt die länderübergreifende Zusammenarbeit als "hervorragend" ein. Die Idee wurde übrigens bereits im Jahr 2011 in Delitzsch geboren. "Wir sind dann auf Rheinland-Pfalz zugegangen und können uns heute sehr darüber freuen", so der OBM. Die Genossenschaftsidee und deren Prinzipien von Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung wurden seit Schulze-Delitzsch und Raiffeisen von Generation zu Generation weitergegeben. Es gehe nicht darum, etwas museales zu bewahren, sondern vielmehr, ein Modell für die Zukunft zu sichern und fortzuentwickeln. "Ich gratuliere den Initiatoren, die diesen Antrag, der von den Grundwerten Solidarität, Solidität und Nachhaltigkeit getragen ist, erfolgreich eingereicht haben. Das Expertenkomitee hat mit der Nominierung der Genossenschaftsidee, einer der bedeutendsten sozialen Bewegungen der jüngeren Geschichte, eine kulturelle Ausdrucksform ausgewählt, die einem modernen Kulturbegriff verpflichtet ist", sagte Sachsens Kunstministerin Eva-Maria Stange. Dieser Vorschlag sei ein deutlicher Fingerzeig, dass zur Kultur neben den schönen Künsten und traditionellen Kulturformen auch eine solche zivilgesellschaftliche Selbstorganisation gehöre, die in Deutschland eine über hundertjährige Tradition hat. Die Liste wird im April der Unesco übergeben. Die feierliche Verleihung soll im Frühjahr 2016 stattfinden. Frank Pfütze

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.12.2014
Frank Pfütze

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