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Schutz vor Amokläufen: Delitzscher Gymnasium wird videoüberwacht

Schutz vor Amokläufen: Delitzscher Gymnasium wird videoüberwacht

Delitzsch. Der Tag der offenen Tür im Gottfried-Ehrenberg-Gymnasium in Delitzsch ist vorbei. Und das auch im wahrsten Sinne des Wortes. Der Schulträger, der Landkreis Nordsachsen und die Schulleitung um Frank Werner sorgen dafür, dass nur noch Berechtigten der Zugang zu den drei Gebäuden des Gymnasiums erlaubt wird.

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Schulleiter Frank Werner erklärt, dass der Bildschirm im Sekretariat zeigt, wer sich vor den Eingangstüren des Gymnasiums befindet.

Quelle: Ditmar Wohlgemuth

ymnasiums erlaubt wird. Die Landkreisverwaltung deklariert es als Herstellen "einer funktionierenden Verschluss- und Amoksicherheit". Der Amoklauf von Winnenden an der Albertville-Realschule jährt sich am 11. März zum sechsten Mal. Damals starben 15 Menschen, ein Dutzend wurde zum Teil schwer verletzt.

Erinnerungen sind präsent

Natürlich seien die Erinnerungen an dieses Ereignis, aber auch an den Amoklauf in Erfurt noch da, erklärte Schulleiter Frank Werner, aber einen "kausalen Zusammenhang mit den jetzigen Arbeiten" würde er aber nicht herstellen. Zumal die Problematik seit gut zwei Jahren nach und nach abgearbeitet wird. Das bestätigte auch der Leiter des Schul- und Liegenschaftsamtes Nordsachsen, Uwe Kupfer. Der Schulleiter sei in diesem Prozess ein guter Partner bei der Umsetzung gewesen. "Wir sind dabei, in den Schulen in unserer Trägerschaft entsprechende Maßnahmen umzusetzen. Im Delitzscher Gymnasium haben wir damit begonnen, schließen die Arbeiten auch dort ab. Kleinere Einzelmaßnahmen sind noch in den Förderschulen geplant."

Momentan stehen die Arbeiten in den Häusern eins und zwei, also am Wallgraben und in der Bitterfelder Straße, tatsächlich vor dem Abschluss. "Sie sollten eigentlich komplett in den Winterferien beendet sein, damit der Unterricht nicht beeinträchtigt wird", erklärte Schulleiter Frank Werner. Stattdessen sind immer noch Handwerker dabei, vor allem Kabel durch das ganze Haus zu ziehen und sie so zu verlegen, dass die Bausubstanz nicht mehr als nötig beansprucht wird. Das Projekt soll Sicherheit schaffen. "Auch wenn es eine 100-prozentige Sicherheit natürlich nicht gibt, sind wir bereits weit gekommen", erklärte Frank Werner. Von einer totalen Überwachung hält er im Übrigen auch nicht sehr viel. Und dann geht der Schulleiter ins Detail. Die Eingänge zu den Gebäuden sind videoüberwacht, genauer gesagt mit einer Video-Tür-Gegenanlage ausgestattet. Aufgeschaltet wird das Signal auf einen Bildschirm im Sekretariat. Zudem sind die Türen ertüchtigt, mit Zeitschaltuhren ausgestattet worden. "Die Schüler wechseln die Häuser, müssen das Gelände verlassen, gehen zum Essen. Vor allem in den großen Pausen übernehmen dann Aufsichtspersonen die Kontrolle", hieß es.

Kein direkter Kontakt zu Polizei

Wichtigste Neuerung: Alle Unterrichtsräume sind miteinander verbunden, haben Notfalltasten für eine Alarmierung des ganzen Hauses, aber auch der gesamten Schule. Das Signal erreicht zuerst die Schulleitung, dort werde entschieden, wie weiter gehandelt werden muss. Eine direkte Aufschaltung bei der Polizei gebe es aber nicht. "Solche Systeme werden leider auch missbraucht", sagt Werner. Die Schnittstelle gebe es, um zu vermeiden, dass die Polizei mit allem was sie hat, irgendwann "auf der Matte steht". Einen Amokalarm zu üben, schließt Frank Werner aus.

Zudem gibt es auf jeder Etage einen sogenannten Panikraum, den jene aufsuchen können, die bei einer Alarmierung auf den Gängen sind. "Die Unterrichtsräume sind von außen jetzt nicht mehr zu öffnen, effektiv und einfach mit einem Knauf gesichert. Es bedarf immer eines Schlüssels." © Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..
Wohlgemuth, Ditmar

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