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Sebastian ist Zweiter bei Jugend forscht

Sebastian ist Zweiter bei Jugend forscht


Delitzsch/Leipzig. Sebastian Geisler hat mit seinem Relaisrechner nach Conrad Zuse in der Kategorie Technik bei „Schüler experimentieren“ den zweiten Platz im Regionalausscheid „Jugend forscht“ belegt.

. Der 13-jährige Delitzscher vertrat das Technisch-Ökologische Jugendprojektzentrum Rabutz. Insgesamt hatte die Jury 22 Exponate zu bewerten, die von 36 Schülern eingereicht wurden. Den Großteil stellte das mathematisch-naturwissenschaftlich orientierte Wilhelm-Oswald-Gymnasium Leipzig. Der Landkreis Nordsachsen war lediglich mit dem Delitzscher Gymnasiasten aus der siebten Klasse vertreten.

„Sebastian war der einzige Teilnehmer mit internationaler Erfahrung“, erklärte sein Mentor Elk Messerschmidt und sagte dies nicht mit wenig Stolz. Der promovierte Pädagoge leitet seit Jahren das Projektzentrum. Die Mitglieder seines Zentrums sorgten bereits mit unterschiedlichen Exponaten für Aufmerksamkeit. Am bekanntesten sind die elektrisch betriebenen Rennwagen, die in der Formel E starten. Mit dem von Sebastian Geisler konstruierten und auch in Leipzig vorgestellten Rechner, war der Techniker-Klub bereits im vergangenen Jahr in Tunesien präsent und konnte dort punkten. Zudem gewann Sebastian 2009 gemeinsam mit Matthias Koch, Robert Felgner und Julius Jolig den ersten sächsischen Konstruktionswettbewerb. Die Rabutzer Tüftler sorgten mit ihrem ferngesteuerten Leichtmetallkran im März 2009 während der Expo Science in Brüssel auf der dortigen Landesausstellung für Furore.

„Sebastian ist ganz stolz auf den zweiten Platz“, berichtete Vater Jürgen Geisler. Vor vier Jahren hatte sein Sohn nach einem Besuch in Rabutzer Zentrum viel technisches Interesse gezeigt. „Wir haben ihn dann dabei bestärkt und unterstützt. Seitdem ist er dabei.“ In Leipzig musste sich der Junge einer mehrköpfigen Jury stellen. Er tat dies sehr selbstbewusst, hieß es. In die Bewertung der Kommission floss natürlich besonders das Exponat – die Idee und deren Umsetzung – aber auch die Gestaltung des Messestandes und die mündliche Präsentation mit ein. Sebastian war darin nicht ganz unerfahren, hatte er sich doch schon im Ausland auch auf englisch gut „verkaufen“ müssen. Auf hinlängliches Interesse war dort vor allem die Energieversorgung des Zuse-Rechners gestoßen. Er wird ausschließlich mit Sonnenstrom gespeist. In Leipzig fand diese Tatsache nur beiläufige Bedeutung. Konrad Ernst Otto Zuse, deutscher Bauingenieur und Unternehmer, erfand 1941 mit dem Z 3 den ersten universell programmierbaren Computer der Welt.

Für den zweiten Platz – die Auszeichnungen fanden in der Telekom-Hochschule in Leipzig statt – erhielt der Delitzscher Schüler auch 60 Euro. „Die sind bereits verplant“, hieß es aus der Runde um Sebastian. Gemeinsam mit Johannes Müller bereitet er sich jetzt auf die Teilnahme auf die Expo Science Europe (ESE) 2010 in Moskau vor. Beide wollen dort ein sicher funktionierendes Modell einer Prozessautomatisierung vorstellen. Damit werden sie sich im nächsten Jahr auch bei „Jugend forscht“ bewerben.

Das Gymnasium Delitzsch stellte den Schüler für die zwei Tage frei. Gern hätte es Messerschmidt gesehen, wenn die Schule auch darüber hinaus Interesse gezeigt hätte. „Außer den Ausstellern, die sich natürlich für die Projekt an den Nachbarständen interessierten, gab es leider kaum eine Besucherresonanz“, erklärte er im Nachhinein. Auch dass es so gut wie keinen Gedankenaustausch mit Verantwortungsträgern, zum Beispiel mit Vertretern der Sächsischen Bildungsagentur, Regionalstelle Leipzig, gegeben habe, bedauerte der Pädagoge. Darin sah er dringenden Nachholbedarf.

Ditmar Wohlgemuth

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