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Seelhausener See bei Löbnitz soll Naturschutz und Tourismus ermöglichen

Bergbaufolgelandschaft Seelhausener See bei Löbnitz soll Naturschutz und Tourismus ermöglichen

In der Bergbaufolgelandschaft rund um Delitzsch bietet der Seelhausener See beste Naherholung. Mit seinem Rundweg ist er gut an das Wegenetz des Goitzsche-Gebietes angeschlossen. Seit diesem Jahr liefern mehrere Tafeln Informationen zum See, seiner Entstehung und seinen Besonderheiten, die durch Flutereignisse und Naturschutz geprägt sind.

Blick auf den Seelhausener See und die Schutzhütte „Am Alten Seelhausener Weg“.

Quelle: Thomas Steingen

Löbnitz/Sausedlitz/Laue. In der Bergbaufolgelandschaft sind nördlich und südlich von Delitzsch mehrere Seen entstanden, die sich in ihrer Nutzung stark unterscheiden. Im Zuge der Umsetzung des Besucherlenkungskonzeptes für die Bergbaufolgelandschaft im Delitzscher Land sind an den Seen Informationstafel aufgestellt worden, die Aufschluss über Geschichte, Landschaft, Tourismus und Naturschutz geben. In einer kleinen Serie stellt die LVZ die einzelnen Seen vor.

Der Seelhausener See wird gern als kleiner Bruder des benachbarten Großen Goitzsche Sees bezeichnet. Seine Uferbereiche weisen abwechslungsreiche Landschaftsbilder wie das markante Sausedlitzer Steilufer auf. Aber auch seine Einbettung zwischen Muldeaue, Sausedlitzer Weinberg und Lauescher Berg bietet landschaftlich einiges. Auf einem rund 15 Kilometer langen asphaltierten Wirtschaftsweg lässt sich der See zu Fuß oder per Rad bequem umrunden, wobei vielerorts freie Sicht auf das Gewässer gegeben ist. Auf sachsenanhaltischer Seite ermöglicht der Rundweg auch Blicke auf den Großen Goitzsche See bis nach Bitterfeld. Drei Wanderhütten laden am Rundweg zur Rast ein. Von Löbnitz, Sausedlitz und Laue aus ist das Gewässer leicht zu erreichen.

Hochwasser flutet den See

Wesentlich geprägt wurde der See von den Flutereignissen 2002 und 2013, als sich Durchbrüche der Mulde in den See ergossen. So füllte sich das ehemalige Tagebauloch 2002 schneller als ursprünglich geplant. 2013 stieg der Wasserspiegel des Sees (Normalpegel 78 Meter über null) um mehr als sechs Meter. Deichbrüche am Lober-Leine-Kanal sowie Überflutungen und Zerstörungen in Uferbereichen mit resultierenden Nutzungsbeschränkungen waren die Folgen. Die Spuren in der Landschaft sind heute noch sichtbar.

Zwei Tafeln informieren am Nordufer der Sees mit vielen Fakten und Details über die Ereignisse. So flossen 2002 9,7 Millionen Kubikmeter Hochwasser in den See. 2013 hielt er bis zum Überlaufen eine Wassermenge von rund 54 Millionen Kubikmeter zurück, danach strömten bis zu 60 Kubikmeter Wasser je Sekunde in Richtung Goitzsche See.

Tourismus und Naturschutz

Die Nutzungsmöglichkeiten des Sees sind differenziert zu betrachten. Der überwiegende Teil wird touristisch entwickelt. Im Bereich Löbnitz und Sausedlitz sollen nach der Entlassung aus der Bergaufsicht Badestrände und in Löbnitz zusätzlich eine wassertouristische Infrastruktur entstehen. Derzeit ist der 634 Hektar große See allerdings noch nicht zum Baden und für wassersportliche Aktivitäten freigegeben.

Der westliche Teil des Sees gehört zum europäischen Vogelschutzgebiet „Goitzsche und Paupitzscher See“. Dort ist ein Refugium für Wasservögel entstanden, stehen Naturbeobachtungen im Vordergrund. An der Schutzhütte auf dem Laueschen Berg informiert eine Tafel über das Schutzgebiet und seine Bewohner.

Von Thomas Steingen

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