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Selben/Zschepen feiert, bis der Arzt kommt

Selben/Zschepen feiert, bis der Arzt kommt

Teufel, Vampire, Zombies, Mumien, Geister und Elfen – sie alle kamen am vergangenen Samstagabend zusammen, gelockt vom mystischen Motto des Carneval-Clubs Selben/Zschepen (CCSZ): „In Selben hat es zwölf geschlagen und wir werden’s heute wagen.

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Wartezimmer-Stimmung im Selbener Gasthof: Diese Karnevalisten-Gruppe macht als „Patienten“ ordentlich Eindruck. Im Laufe des Abends gibt‘s dafür eine Flasche Sekt als Auszeichnung.

Quelle: Julia Wick

Selben. “ Sie trafen sich im Saal des Gasthofes Steinhäußer, um gemeinsam Schand zu treiben. Sogar das Wetter hatte sich nebst den schon lang andauernden eisigen Temperaturen sowie den tief verschneiten Feldern und Wegen mit dem schaurig-dichten Nebel noch einmal mehr angepasst.

Der CCSZ gehört mit seinen rund hundert Mitgliedern zu den größten im Landkreis Nordsachsen. Seit mehr als 26 Jahren wird in den beiden Nachbardörfern gemeinsam die fünfte Jahreszeit gefeiert. Eine lange Zeit, in der zu den Abendveranstaltungen nicht nur auf der Seite des Vereins viele Gesichter immer dieselben blieben. Auch unter den Gästen scheinen sich manche regelrecht auf den Stühlen des Carneval-Clubs festgesessen zu haben. Eine alte Hexe, eine Vampirdame, eine Spinnenfrau, Missgeburten und leichenfressende Fabeltiere ergeben zusammen „The Addams-Family“. Mitten drin: Nico Pertzsch und seine Freundin Lisa Kahl. Die beiden sind Neulinge, zum ersten Mal beim Fasching in Selben und auch generell keine Narren. „Aber es ist wirklich lustig hier, die Stimmung ist ausgelassen und das Programm nicht langweilig“, lobte das Paar unisono die Veranstaltung.

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Selben. Teufel, Vampire, Zombies, Mumien, Geister und Elfen – sie alle kamen am vergangenen Samstagabend zusammen, gelockt vom mystischen Motto des Carneval-Clubs Selben/Zschepen (CCSZ): „In Selben hat es zwölf geschlagen und wir werden’s heute wagen.“

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Überredet mitzukommen wurden sie von Nicos Familie, denn die gehört zu eben jenem Stammpublikum beim CCSZ. „Einmal Fasching, immer Fasching“, so die Devise der Gruppe, die übrigens auch eine Flasche Sekt als Auszeichnung fürs beste Gruppenkostüm bekam – ebenso wie eine Horde ausgeflippter „Patienten“. Feierlaune, bis der Arzt kommt.

Sylvia und Axel Borck hatten mit ihren Freunden den weitesten Anreiseweg. Extra für diese Abendveranstaltung waren sie aus Hohendorf bei Wolgast in Mecklenburg-Vorpommern gekommen. Doch weniger, weil es bei ihnen daheim keinen vergleichbaren Karneval geben würde. Vielmehr hatten sie sich zuliebe des noch relativ frisch vermählten Prinzenpaares Anne und Christoph Flach auf den Weg gemacht. „Wir sind verschwägert und wurden von den beiden mal wieder eingeladen. Vor drei Jahren waren wir schon einmal hier, schon damals fanden wir es toll und wollten gern wieder kommen.“ Als Teufelspaar verkleidet, genossen die beiden das rund zweistündige Programm.

Wie immer war der Abend voller Tanz und Witz, aber frei von Büttenreden, denn von denen hält man in Selben/Zschepen laut Moderator Thomas Ruland „rein jarnischt“. Stattdessen würden Traditionen unter anderem mit dem Elferrat, allen voran Ehrenpräsident und Vereinsgründer Manfred Heinrich, sowie mit den Tänzerinnen der Garde gepflegt. Fehlen durften natürlich auch die beiden Männerballetts und die Kindertanzgruppen des Clubs nicht. Erstere zeigten in drei Tänzen verschiedene Facetten – mal klassisch als Village People zu „In the navy“, mal als verkappte Bauern, die Frauen suchen, oder aber ganz in Schwarzweiß im Skelett-Outfit. Die jüngsten des Vereins hingegen verzauberten als Elfen, flinke Heinzelmänchen und in Lichterkletten-Röckchen.

Die Gags scheinen bei den Selbenern Chefsache zu sein, denn auch an diesem Abend spielte Präsident Mario Heinrich wieder verschiedene Sketche mit Vereinsmitglied Ronald Vetter. Inspiriert wurden die beiden dieses Mal unter anderem durch die Animateure ihrer letzten Urlaube. „Wir reisen mit dem Publikum durch verschiedene Länder und lernen die dort üblichen Begrüßungen kennen“, erklärte Heinrich. Heraus kamen kurze Szenen, in denen Klischees überspitzt dargestellt wurden: Da begrüßten sich zwei Russen volltrunken, zwei Italiener fielen sich freundschaftlich in die Arme, um dem jeweils anderen die Brieftasche zu klauen, und zwei Polen erfreuten sich an abmontierten Teilen deutscher Autos.

Am kommenden Sonnabend wird in Selben noch einmal gefeiert. Dann wird der CCSZ die Saison 2011/12 feierlich verabschieden – „da kann es noch so stürmen und schneien“, betont Ruland. Allerdings ist die Show bereits ausverkauft.

Julia Wick

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