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Seltene Erden: Storkwitzer Schatz bleibt weiterhin im Boden verborgen

Seltene Erden: Storkwitzer Schatz bleibt weiterhin im Boden verborgen

Die Entscheidung fiel früher als angekündigt und anders als erwartet: Jörg Reichert, Vorstand der Ceritech AG (ehemals Seltenerden Storkwitz AG), teilte noch Ende vergangenen Jahres mit, dass in Storkwitz, nördlich von Delitzsch, vorerst keine Seltenen Erden abgebaut werden.

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Probebohrungen (blaue Linien), die vor zwei Jahren bis in eine Tiefe von 700 Metern reichten, haben die Existenz von Seltenen Erden in der Lagerstätte Storkwitz bestätigt. Die Analysen der Bohrkerne hat zu diesem Modell geführt. Bis zu 20 100 Tonnen der seltenen Metalle sollen sich in der Lagerstätte befinden. Der Abbau lohnt sich derzeit nicht. Grafik: Ceritech AG

Quelle: Ditmar Wohlgemuth

Storkwitz. Wurden 2010 und 2011 noch höchste Weltmarktpreise für Seltene Erden erzielt, so fielen sie in den vergangenen Jahren um gut 80 Prozent. "Die Lage ist angespannt", räumte Reichert ein. Deshalb würden sämtliche Projekte fortwährend wirtschaftlich hinterfragt. So auch das Storkwitzer. Ob auch die Rückgabe der Abbau-Lizenz für die Lagerstätte Storkwitz an das Sächsische Oberbergamt ebenso entschieden ist, war gestern noch nicht klar. Eine Entscheidung sei aber bald zu erwarten.

Der 43-jährige Geologe Jörg Reichert hatte von Anfang an das Vorhaben in Storkwitz führend begleitet. Die Nachricht, dass sich in Nordsachsen eine der größten Lagerstätten der sogenannten Seltenerdenelemente SES befinden könnte, sorgte bereits seit 2007 für Aufsehen. Ab 2012 kam dann richtig Bewegung in das Vorhaben. Erkundungsbohrungen auf einem Feld bei Storkwitz wurden bis in eine Tiefe von 700 Metern durchgeführt. Sie bestätigten eindeutig die bereits zu DDR-Zeiten geortete Lagerstätte von Seltenen Erden. Bei Storkwitz befindet sich damit die einzige bekannte Lagerstätte in Mitteleuropa. Nach Schätzungen sollen sich dort bis zu 20  100 Tonnen der Seltenerdenoxide befinden. Sie kamen mit dem Magma aus der Erdtiefe und erstarrten dann. Zu den sehr seltenen Metallen zählen 17 Elemente wie Lanthan, Europium und Yttrium. Sie werden unter anderem in der Computertechnik verbaut, aber auch für energiesparenden Leuchtmittel und für Hochleistungsmagneten, unter anderem für Windräder, benötigt und eingesetzt.

Die Nachricht, dass die Ceritec AG vorerst das Projekt Storkwitz auf Eis legt, kam auch im Delitzscher Rathaus an, sorgte dort aber nicht für pures Entsetzen. "Selbst wenn jetzt erst einmal die Pläne wieder in der Schublade verschwinden, sind die wissenschaftlichen Erkenntnisse ja immer noch da. Wenn es in 20, 30 oder 100 Jahren wieder so weit sein wird, wird man sich mit Sicherheit an das Vorkommen erinnern", erklärte Delitzschs Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos).

"Ein wenig Traurigkeit hat die Nachricht auch bei mir ausgelöst", gestand Ortsvorsteherin Gudrun Fritzsch (CDU) aus Schenkenberg. Die Hoffnung habe immer bestanden, dass sich mit dem Vorhaben in Storkwitz vielleicht auch wirtschaftlich etwas mehr tun würde. "Allerdings, wäre es tatsächlich zum Abbau gekommen, hätte auch das noch Jahre dauern können", räumte Fritzsch ein. So sei der kleine Funken Hoffnung nun wohl endgültig gelöscht. "Die anfängliche Euphorie sei der Realität gewichen", sagte sie weiter. Allerdings sei Storkwitz, der 150-Seelen-Ort, durch das Vorkommen bekannter geworden.

Nach neuesten Erkenntnissen reichen die weltweit bekannten Reserven an Seltenen Erden noch etwa 285 Jahre. Zudem wurden zunehmend neue Technologien entwickelt, die mittlerweile ohne Seltene Erden auskommen. LED-Lampen verdrängen zum Beispiel derzeit die typischen Energiesparlampen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.01.2015
Ditmar Wohlgemuth

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