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Delitzsch Senior-Kiter hofft auf Entscheidung pro Schladitzer See
Region Delitzsch Senior-Kiter hofft auf Entscheidung pro Schladitzer See
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00:29 04.06.2018
Armin Kretzschmar zieht es mit seinen 64 Jahren zum Kitesurfen auf dem Schladitzer See. Aber offiziell ist diese Sportart dort derzeit nicht erlaubt. Quelle: Heike Liesaus
Rackwitz

Kitesurfen auf dem Schladitzer See? Derzeit läuft das Prüfverfahren bei der Landesdirektion. Denn obwohl sich der rasanten Sports seit Jahren etabliert hatte, ist sie seit zwei Jahren auf dem aus dem Tagebau entstandenen Gewässer nicht erlaubt. Seitdem gilt auf sächsischen Seen die Binnenschifffahrtsverordnung. Das Kitesurfen ist als ein „gefahrengeneigter Sport“ vom Wassersportbetrieb ausgeschlossen, nur in Ausnahmefällen gestattet. Die gibt es bereits. Aber nicht hier. Somit segelt die bunte Szene an der Schlabu in der Grauzone. Ein Fakt über den dieser Tage in der LVZ berichtet wurde, ein Fakt, der Armin Kretzschmar in Fahrt bringt. Leider nicht auf dem Wasser, sondern eher am Rande. Obwohl er das mit seinen 64 Lenzen durchaus per Board vom Lenkdrachen könnte. Die entsprechende Lizenz hat er. Die großen Schwünge und Sprünge sind zwar nicht seine Sache. „Das ist bei mir eher altersgerechtes Fahren“, sagt er lachend. Aber Spaß macht es trotzdem. Außerdem genießt er es, Teil der Szene zu sein, „zu sehen, welche Sprünge die jungen Burschen machen. Zu hören, welche Geschichten sie aus aller Welt mitbringen.“ Das mache nun mal das Flair an der Schlabu aus. „Hier hat sich alles gut nebeneinander entwickelt“, sagt er über das Areal, das für den Start der Kiter vorgesehen ist. Gibt es keinen Wind, oder weht er ablandig, dann ist die Wiese mit Badegästen besetzt. „Sind die Bedingungen für die Kiter gut, dann fühlen sie sich hier sowieso nicht wohl.“

Tagebau-Erlebnisse

Der Krostitzer hat die Landschaft hier noch vor dem Tagebau erlebt. Er hat noch als Jugendlicher, dort wo er später mit Board und Schirm über die Wasseroberfläche glitt, Hamster, die damals als Schädlinge verfolgt wurden, auf dem Feld ausgegraben. Das war auch 2010 längst Geschichte. Aber damals lief an der Schladitzer Bucht alles noch eher provisorisch, brachte der Betreiber All on Sea das Wassersportzentrum gerade zum Laufen. Damals sei er mit einem Freund per Rad am Ufer unterwegs gewesen und habe das erste Mal die Kiter beobachtet. „Ich war dann einer der Ersten, die hier die Prüfungen zur Lizenz abgelegt haben. Die sind auch wichtig. Was denken Sie, wenn zwei Kites aufeinanderzuschießen? Dann muss man schon wissen, wer Vorfahrt hat.“ Außerdem sei es eine Herausforderung, die Bewegungen von Board und dem Lenkdrachen abzustimmen. Sportlich war er bis dahin eher laufend, radelnd und Skifahrend unterwegs. So oft es sein Beruf im Außendienst und der Wind zulässt, würde er am Kite-Schirm auf dem Wasser sein.

Sportler-Szene hängt in der Luft

„Dass in einem so dicht besiedelten Land wie Deutschland rechtliche Voraussetzungen zu schaffen sind, das wissen wir. Träger öffentlicher Belange müssen demokratisch zu Wort kommen“, stellt er fest. Schließlich wurde aber auch der Hainer See für das Kiten positiv beschieden. Dass lokalen Entscheidern, die bei der Landesverwaltung anfragten, keine konkreten Bearbeitungsstände und -zeiträume genannt werden können, sei nicht nachvollziehbar. „Wir hängen im wahrsten Sinne des Wortes in der Luft.“ Dabei sieht er nicht nur die Probleme der Sportler, sondern auch die der Betreiber an der Schladitzer Bucht: „Das ist doch ein wirtschaftlicher Faktor.“ Und das Geschäft an der Schlabu laufe nun mal nur in den warmen Monaten. In dieser Zeit müsse der Großteil der Einnahmen erzielt werden. Er wünsche sich, dass die Entscheider „ihre Schreibtischboards auf Kante stellen, endlich Fahrt aufnehmen“ und das richtige Ufer ansteuern.

Von Heike Liesaus

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