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Seniorenangebote in Delitzsch: Viel los im Norden, wenig im Osten

Freizeit Seniorenangebote in Delitzsch: Viel los im Norden, wenig im Osten

Die Gymnastikgruppe des ESV Delitzsch trainiert neuerdings nicht mehr im Kultur- und Sportzentrum, sondern in der Sporthalle der Grundschule am Rosenweg, was nicht ganz freiwillig geschehen ist. Für viele der Seniorinnen ergibt sich damit ein längerer Weg zur Sportstätte. Zugleich nimmt die Konzentration von Angeboten für ältere Menschen im Norden zu.

Weil in der Kita Freundschaft weitere Betreuungsplätze für Kinder benötigt werden, hat die Begegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt in der Sporthalle der Grundschule Ost ein neues Domizil gefunden.

Quelle: Thomas Steingen

Delitzsch. Der Delitzscher Nordwesten entwickelt sich mehr und mehr zu einem Stadtteil mit vielen Angeboten für Senioren. Dort gibt es nicht nur das Soziokulturelle Zentrum im Kosebruchweg und den Nachbarschaftstreff im Amselweg, sondern auch mit dem Verein VitaMed in der Securiusstraße ein Zentrum für Gesundheitssport. In der Innenstadt und im Delitzscher Osten existiert hingegen mit dem Begegnungszentrum der Volkssolidarität beziehungsweise der Begegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt (Awo) jeweils nur ein Anlaufpunkt für Senioren. Damit ist speziell der Osten unterversorgt.

Umzug der ESV-Frauen

Mehr oder weniger unfreiwillig ist kürzlich die Gruppe der 27 Frauen des ESV Delitzsch aus dem Kultur-und Sportzentrum (KSZ) in der Karl-Marx-Straße in die Sporthalle der Grundschule am Rosenweg gewechselt. Praktisch seit Eröffnung des KSZ gingen die Frauen dort ihrer sportlichen Betätigung nach. Entsprechend groß war nun die Aufregung. Alexander Donath, Sohn des mit 87 Jahren ältesten Gruppenmitglieds, kritisiert in einer Mail an die LVZ: „Dass die wahrscheinlich ältesten Sportlerinnen der Stadt derart an den Ortsrand abgedrängt werden, finde ich nicht altersgerecht und schon gar nicht sportlich.“ Die Verantwortlichen fragt er, ob sie daran gedacht haben, wie die Frauen hin- und – speziell in den Abendstunden – wieder zurückkommen sollen. „Sie sind im Gegensatz zu jungen Handballern in der Regel nicht mehr so mobil“, argumentiert Alexander Donath. Diese Sorge teilt auch Ursula Kutter, die die Frauengruppe leitet.

Donaths Vorwurf, die Frauen seien ohne Alternative aus dem KSZ verbannt worden, widerspricht Rayk Bergner, Sprecher des Landratsamtes, das für das Sportzentrum zuständig ist. Es sei lediglich nach Möglichkeiten gesucht worden, damit die Handballer des NHV Concordia im KSZ trainieren können. Mit allen Beteiligten sei gesprochen und für jeden eine Lösung gefunden worden. „Wir wollen das Training unseres Nachwuchses im KSZ konzentrieren“, erklärt Christian Hornig vom NHV. „Deshalb habe ich Frau Kutter gefragt, ob sie ihre Trainingszeit für unsere jüngsten Handballer eine Stunde nach hinten verlagern könne.“ Davon seien die Frauen aber nicht zu begeistern gewesen.

Hilfe kommt aus dem Rathaus

Stattdessen wendeten sie sich an die Stadtverwaltung und baten um Hilfe bei der Suche nach einer Alternative, teilt Rathaussprecherin Nadine Fuchs auf Anfrage mit. Die Stadt habe daraufhin eine Trainingszeit in der Sporthalle der Grundschule am Rosenweg angeboten. „Im Gegenzug ist der GSVE Delitzsch, der dieser Lösung dankenswerterweise sehr offen gegenüber stand, von dort in die Artur-Becker-Halle gewechselt“, so die Rathaussprecherin.

Lange Wege schrecken ab

Das Problem der langen Wege kennt auch Gudrun Gatzsche von ihren Seniorensportlerinnen aus Delitzsch-Ost, die in Beerendorf trainieren. Vor allem im Winterhalbjahr und mit zunehmendem Alter scheuten sie den Weg dorthin und blieben weg, sagt die Übungsleiterin vom Soziokulturellen Zentrum. Deshalb würde sie gern mit ihnen im Delitzscher Osten trainieren.

Die Awo ist nach dem Auszug aus ihrer Begegnungsstätte in der Kita Freundschaft mit dem neuen Standort in der Sporthalle Ost dagegen zufrieden. „Die Begegnungsstätte liegt zentral und ist gut erreichbar“, schätzt Pflegedienstleiterin Katrin Lehmann ein.

Von Thomas Steingen

Delitzsch 51.525574 12.3380993
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