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Sicherungsarbeiten am Seelhausener See

Sicherungsarbeiten am Seelhausener See

Für die Flächen am Ufer des Seelhausener Sees in Löbnitz wird derzeit ein Verkehrswertgutachten erstellt. Darüber informierte Karin Franke, Pressesprecherin des Bergbausanierers LMBV, auf Anfrage der Kreiszeitung.

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Der blaue Pfahl signalisiert den Standort eines ehemaligen Brunnens. Der Rohrstutzen für die Bohrung ist bereits eingesetzt.

Quelle: Alexander Bley

Löbnitz. Wie berichtet, hat Löbnitz unlängst noch einmal seine Kaufabsicht bekräftigt. Die Gemeinde möchte die Flächen zeitnah an Investoren weiter veräußern. Diese stehen sowohl für den Strand Dreihausen als auch für das Marinaprojekt in unmittelbarer Nähe zur Löbnitzer Ortslage in den Startlöchern.

Damit die Flächen aber aus dem Bergrecht entlassen und vermarktet werden können, muss die LMBV noch Sicherungsmaßnahmen abarbeiten. Zu diesen gehört das Verfüllen der ehemaligen Brunnen, über die vormals das Grundwasser aus dem Tagebaufeld Rösa abgezogen wurde. Seit Anfang des Jahres ist damit die Firma Geotechnik aus Gommern beauftragt, die sich Benndorfer Kollegen vom dortigen Bohr- und Brunnenbau als Subunternehmen ins Boot geholt hat.

Rund 300 ehemalige Brunnenstellen haben die Vermesser im Auftrag der LMBV mit blauen Holzpfählen von der Landesgrenze am Strand Dreihausen bis zur Sausedlitzer Seite des Seelhausener Sees gekennzeichnet. "Die Mehrzahl der Brunnen liegt unter der Erde. Teils sind sie verfüllt, teils noch offen", sagt Geotechnik-Bauleiter Klaus-Dieter Chmarra. "Zunächst müssen wir die Brunnen finden, dann werden sie aufgebohrt und fachmännisch verfüllt, so dass sie nicht mehr einbrechen können", erläutert der Bauleiter weiter. Für jeden Brunnen wird eine Dokumentation erarbeitet. Diese enthält neben der genauen Position alle Angaben, welche Arbeiten durchgeführt wurden und wie das Gefahrenpotenzial eingestuft wird.

Längst nicht alle Brunnen finden die Bauleute. Für die Suche werde zunächst eine Fläche von zwei mal zwei Metern 1,5 Meter tief ausgehoben. Taucht der Brunnen nicht auf, müsse die Fläche auf vier mal vier Meter und drei Meter Tiefe vergrößert werden. "Bleibt der Brunnen dann immer noch im Verborgenen wird die Fläche auf zwei Meter verfüllt und ein sogenanntes Geogitter eingebracht. Das dient der Sicherung des Untergrundes und verhindert Einbrüche. Danach wird die gesamte Fläche aufgefüllt", so Chmarra. Von den bisher 90 verfüllten Brunnen seien sechs bis sieben auf diese Weise bearbeitet worden.

Teils reichen die Brunnen bis in eine Tiefe von 40 bis 60 Meter. Manche sind trocken, in anderen steht noch Wasser. "Der Tiefste war bisher 63 Meter", berichtet Enrico Schwarze von der Benndorfer Firma Brunnenbau, Bohrungen und Spezialbau und gibt eine Episode zum Besten, als sie in 1,5 Metern Tiefe auf Wasser stießen, das wie eine Fontäne nach oben schoss und dann zusammenbrach. Durch Verwerfungen im Erdreich gibt es auch Brunnen, die abschnittsweise Wasser führen und zwischendrin verschüttet sind, erklärt der Bauleiter. Manchmal sei das Schwierigste auch überhaupt an die markierten Brunnenstandorte heranzukommen. Diese befinden sich sowohl direkt am See, teils auf Feldern, Wegen und auch in Waldgebieten. "Auf die Felder lassen uns die Landwirte sowieso erst nach der Ernte", sagt Chmarra. Zudem gelte so wenig wie möglich in die Natur einzugreifen. Bis Oktober werden die Brunnenbauspezialisten voraussichtlich noch am Seelhausener See zu tun haben.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.04.2013

Thomas Steingen

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