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Delitzsch Siglinde Wohlschläger aus Löbnitz verlässt den Kirchenvorstand
Region Delitzsch Siglinde Wohlschläger aus Löbnitz verlässt den Kirchenvorstand
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00:35 13.04.2018
Siglinde Wohlschläger gibt Posten der Vorsitzenden im Kirchenvorstand Löbnitz ab. Quelle: Wolfgang Sens
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Löbnitz

Die Löbnitzerin Siglinde Wohlschläger (67) hat kürzlich viele überrascht, als sie ankündigte, eines ihrer Ämter niederzulegen. Seit 47 Jahren arbeitete sie in Löbnitzer Kirchgemeinderat mit, seit drei Wahlperioden, also 15 Jahre lang, stand sie dem Gremium vor. „Jetzt werde ich in meiner Familie deutlich mehr gebraucht als es bisher schien, die Zeit nehme ich mir gern“, begründete sie ihren Schritt. Sie müsse sich auch ihre Kraft deutlich mehr einteilen als früher. Es sind also ganz persönliche Gründe, die zu dieser Entscheidung führten. Die wiederum aber weitere Entscheidungen nach sich zieht.

Entscheidung respektieren

„Dass ein Ehrenamt aufgegeben wird oder dass sich darin ein Wechsel vollzieht, liegt in der Natur der Sache“, teilte Harald Otto, zweiter Vorsitzender des Fördervereins Kirche Löbnitz, mit. Dennoch sei er betroffen und sprach auch im Namen derer, die mit Siglinde Wohlschläger lange Zeit erfolgreich, ehrenamtlich und eng zusammenarbeiten durften. Die Entscheidung der Vorsitzenden sei dennoch „schlicht und einfach zu respektieren“.

Spur der Fördermittel

„Wir wissen, dass jetzt eine Veränderung anstehen wird“, sagte Otto. Und er weiß auch, dass Siglinde Wohlschläger nicht einfach so „ausgetauscht“ werden kann. Der Spruch, jeder sei ersetzbar, werde schneller gesagt als vollzogen. Mit der in Roitzschjora wohnenden Frau verliere die Kirchgemeinde eine Person, die im Umgang mit Geld, mit dem Aufspüren von Fördermittel, sehr viel Kompetenz einbrachte. „Sie wusste, wo die Mittel zu finden sind und viel wichtiger, wie sie zu uns gelangen“, machte Harald Otto deutlich.

Viel Fachwissen geht verloren

Dank ihres Fachwissens und ihres besonderen Engagements wurde die Kirche in Löbnitz saniert, die in Deutschland einmalige Bilderdecke wieder hergestellt. Harald Otto schätzt an der Seniorin vor allem ihre Durchsetzungskraft und Zuverlässigkeit, ihr Organisationstalent und ihre Hilfsbereitschaft. Alles, was sie anpackte, war im Sinne der Kirche, kam aber letztlich auch immer dem ganzen Dorf zugute. Zahlreiche Veranstaltungen, die in und im Umkreis der evangelischen Kirche stattfanden, trugen ihre Handschrift. Sie war maßgeblich am Gelingen beteiligt.

Junge Leute nach vorn

Dieser Tage wurde sie im Namen der Kirchgemeinde verabschiedet. Wie Harald Otto mitteilte, habe Pfarrer Matthias Taatz ihr mit warmen Worten gedankt und dabei auch mit seinem, ihm eigenen Humor die Traurigkeit des Anlasses genommen.

Jetzt müssten sich jüngere Leute den Herausforderungen stellen. Seinerzeit war Siglinde Wohlschläger genau an diesen Aufgaben gewachsen, wie Harald Otto feststellte. Den Förderverein und der Kantorei bleibt sie weiterhin erhalten.

Von Ditmar Wohlgemuth

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