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Silber fürs Zweieinhalb-Monats-Kind

Silber fürs Zweieinhalb-Monats-Kind

Mit 63 Jahren bleibt Elke Rindsland eine stolze Puppenmutter. Eine Puppenmutter, die nicht nur sammelt, sondern selbst kreativ wird und sich ihre Schätze baut und damit Medaillen erkämpft.

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Mit diesem Puppenmädchen hat Elke Rindsland mal eine Medaille gewonnen.

Quelle: Christine Jacob

DELITZSCH. Denn für jede Leidenschaft gibt es den Wettbewerb, der Mensch misst sich nun mal gerne. Bei den "German Open Meisterbär und Meisterpuppe 2015", das ist der Wettbewerb für Puppen und Teddys in der bekannten Spielzeugstadt Sonneberg, hat die Delitzscherin nun eine Silbermedaille für eine ihrer Puppen gewonnen. Ihre Auszeichnungen zählt sie schon nicht mehr. Im Vorjahr gab es Gold, davor schon mehrfach Gold-, Silber- und Bronze.

Diesmal war es ein Puppenmädchen, das die Jury überzeugte - wobei die Ausstellungsstücke anonymisiert werden und nicht nachvollziehbar ist, wer sie gefertigt hat. "Eigentlich wollte ich den Wettbewerb dieses Jahr ausfallen lassen", erzählt die 63-jährige Delitzscherin, "aber dann habe ich mich doch irgendwie doch kurzentschlossen." Nur zweieinhalb statt der üblichen drei bis vier Monate Arbeit konnte sie so investieren - am Ende hätten trotzdem nur fünf Pünktchen bis zum Goldstatus gefehlt. Das mit Silber ausgezeichnete Puppenmädchen stellt ein zirka fünf Monate altes Baby dar, es zieht eine Schnute wie es unzufriedene Kleinstkinder tun. Gefertigt ist sie wie all die unzähligen Puppen und Püppchen der Boutiquenbesitzerin: Aus kaufbaren Vinylrohlingen fertigt Elke Rindsland in ihrer rund 80 Quadratmeter großen Werkstatt ihre Puppen. Seit knapp 15 Jahren pflegt die zweifache Mutter das Hobby der Puppenmutterschaft, verkauft ihre Stücke und gibt seit 2008 ihr Wissen in Kursen weiter. Nur mit dem Zusammenfügen von Armen, Beinen, Kopf und Korpus ist es nicht getan, die Puppe noch weit entfernt vom Kleinkind mit kleinen Mimik- und Speckfältchen oder den rosa Wangen, die in Feinarbeit gemalt werden. Mit einer kleinen Nadel werden Haare aus feinem Ziegenmohair in den Puppenkopf einzeln "eingerootet", also eingezogen - das dauert die längste Arbeitszeit. Für Elke Rindsland ist das Entspannung. Ruhe und die Liebe zum Detail haben für die Ladenbesitzerin etwas Meditatives. "Ich stricke auch die Klamotten selbst", sagt sie. Handarbeit von A bis Z sind ihre Kreationen. Gerade ist sie dabei, sich eine neue Farbtechnik anzueignen, mit der die Puppen dem echten Baby optisch noch ähnlicher werden. Ziel ist es schließlich, die Werke täuschend echt aussehen zu lassen. Doch dort zieht die 63-Jährige die Grenze. Wenn sie sich auch an den Puppen und der Arbeit daran erfreut, hat Elke Rindsland etwas gegen den Ersatz-Gedanken oder das Vorurteil alle "Puppenmütter" würden etwas kompensieren wollen. So stört sie sich zum Beispiel an Begrifflichkeiten wie "reborn" für "wiedergeboren", die ihr schon als Markenname eines Herstellers zu sehr darauf ausgelegt sind, in den Puppen Kindersatz zu sehen. Sie lacht und scherzt gerne über das Hobby, das am Ende eben doch einfach Zeitvertreib und nicht echtes Leben bleiben soll: "Na gut. Pflegeleichter als Kinder sind sie jedenfalls", sagt sie über die stillen Plastegesellen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.05.2015
Christine Jacob

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