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Delitzsch Solider Haushalt sichert weitere Eigenständigkeit
Region Delitzsch Solider Haushalt sichert weitere Eigenständigkeit
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06:00 10.05.2017
Die Grundschule Löbnitz erhält einen neuen Sportplatz. Quelle: Ditmar Wohlgemuth
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Löbnitz

Der Löbnitzer Gemeinderat Michael Friedrich (Die Linke) mag es optimistisch. Die Verwaltung der Gemeinde geht in der Bevölkerungsentwicklung davon aus, dass die Kinderzahlen auch 2017 stabil bleiben und bezog das aber vor allem auf den Basiszuschuss des Freistaates für Kita-Plätze. „Wir werden sicher keine 200 Kinder hinzubekommen, aber vielleicht 20“, prognostizierte Friedrich in der Haushaltsdebatte und begründete unter anderem, dass die Gemeinde mit dem Bereitstellen von Bauplätzen im Dorf und dem Zuzug vor allem von jungen Leuten, die eine Familie gründen wollen, gute Voraussetzungen schafft. Ansonsten zeigte sich der Abgeordnete aus Sausedlitz durchaus zufrieden mit dem jetzt einstimmig verabschiedeten Haushaus 2017. „Ich muss mir um den Erhalt der Eigenständigkeit unserer Gemeinde offenbar keine Sorgen machen.“

Kitas an Kapazitätsgrenze

Die Einwohnerzahl in Löbnitz und den zwei Ortsteilen der Gemeinde steigt, ebenso die Zahl der zu betreuenden Kinder in der Kita. Die Kapazitätsgrenze ist nahezu erreicht, heißt es im Vorwort zum Haushalt 2017. Friedrichs Vorausschau ist also nicht ganz vor der Hand zu weisen. Warum plant die Gemeinde 2018 sonst einen Anbau an die Kita?

Mehr Geld fließt in die Ortsteile

Auch Heiko Wittig (SPD) sieht in dem 27. Haushalt der Gemeinde nach der Wende eine gute Grundlage. Er bemerkte vor allem, dass „noch nie so viel Geld in die Ortsteil investiert wurde und weiterhin investiert werden soll“. Das sei ein sehr gutes Zeichen und er sei „glücklich“ darüber. Er konstatierte zudem, dass sich die „Meckerei deutlich gelegt“ habe.

Tatsächlich geht es dem Muldedorf finanziell auch nicht schlecht. Die Gewerbeeinnahmen werden sich voraussichtlich im Vergleich zum Vorjahr weiter erhöhen und dann bei etwa 519 000 Euro liegen. „Die Hebesätze bleiben unverändert“, erklärte Bürgermeister Axel Wohlschläger.

Parkfest bleibt

Einen Rückschlag in der Einnahmesituation muss die Gemeinde dennoch unverschuldet hinnehmen: Mit dem Umzug des Heavy Metal-Festivals With Full Force geht Löbnitz Geld verloren. Nicht nur die Gewerbetreibenden hätten davon profitiert, so urteilte Kämmerin Annett Lewandowski, sondern auch die Gemeinde habe für erbrachte Leistungen Geld bekommen. Dies sei zur Finanzierung des Parkfest verwendet worden. „Trotz des Wegfalls werden wir das Parkfest weiter durchführen“, bestätigte Wohlschläger.

Grundschule erhalten

Auch weiterhin habe die Haushaltsstabilisierung höchste Priorität. Genauso wie der Erhalt des Grundschulstandortes in Löbnitz. Deshalb werde in diesem Jahr vorrangig in die Dachsanierung des Schulgebäudes investiert. Die Summe werde sich auf etwa 180 000 Euro belaufen. Fördermittel wurden dafür akquiriert. In Sachen Beseitigung der Hochwasserschäden von 2013 wird es nur dort weitergehen, wo die Finanzierung durch Rückstellungen aus dem Hochwasserfonds aus dem Jahr 2013 abgesichert sind.

Zuweisungen und Zuschüsse des Freistaates bekommt Löbnitz vor allem für die Kinderbetreuung und die Straßenunterhaltung. Gestiegen sind auch die Mieteinnahmen für die ehemalige Mittelschule Reibitz um etwa 20 000 Euro. Dort ist jetzt das Heim für unbegleitete minderjährige Ausländer unter der Trägerschaft des Soziokulturellen Zentrums Delitzsch eingerichtet.

Mehr Personalkosten

Personell werde die Verwaltung weder verstärkt noch abgebaut, hieß es aus dem Rathaus. Die jetzige Zahl der Mitarbeiter ist notwendig, um die Aufgaben in der 2065-Seelen-Gemeinde zu stemmen. Dennoch werden die Personalausgaben steigen. Grund sind die neuen Tarifabschlüsse.

Verschuldung sinkt

In Löbnitz liegt die Pro-Kopf-Verschuldung derzeit bei 831 Euro pro Einwohner, sie soll sich aber bis Jahresende auf 761 Euro verringern. Der Haushalt sieht für 2017 fast grundsätzlich positive Ergebnisse vor. Zumeist sind die aber auf Fördermittel zur Beseitigung von Hochwasserschäden zurückzuführen.

Einen positiven Effekt erhofft sich Löbnitz mit der Erschließung des Seelhausener Sees. In diesem Jahr ist der Erwerb von Flächen vorgesehen.

Von Ditmar Wohlgemuth

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