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Delitzsch Sommerzeit – Badezeit: Rund um Delitzsch ist es überwiegend verboten
Region Delitzsch Sommerzeit – Badezeit: Rund um Delitzsch ist es überwiegend verboten
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00:21 29.07.2018
Malerische Umgebung mit Konfliktpotenzial: Bisher gibt es keine offizielle Badestelle am Werbeliner See. Ob sich das jemals ändert, steht in den Sternen. Quelle: Foto: Archiv
Delitzsch

Wo bitte geht’s zum Wasser? Das ist in der Sommerhitze für viele die Frage aller Fragen. Seekoordinator Eckhard Müller weiß in Sachen Tagebau-Gewässer im Delitzscher Umland Bescheid. Allerdings: Wasser ist zwar da, aber der Naturschutz setzt touristischem Tun enge Grenzen. Als Herr über sieben Seen, die in seinem Zuständigkeitsgebiet liegen, kann sich Eckard Müller weder fühlen noch sehen. „Fünf davon fallen vollständig ins Vogelschutzgebiet und einer teilweise“, stellt er fest. Sachsen hat in den 1990er-Jahren den größten Teil der geforderten Vogelschutzgebiete dort ausgewiesen, wo nach dem Tagebau neue Landschaften entstanden. Damit stehen die Flächen unter strengem EU-Recht.

Schladitzer See: Er ist der einzige, der nicht im Vogelschutzgebiet liegt. Hier gibt es deshalb die intensivste Nutzung, vor allem an der Schladitzer Bucht mit Wassersportzentrum, Gastronomie und Strand. Problem für einen weiteren Ausbau sind die Überflüge des nahen Flughafens. Wegen des Lärms der Stahlvögel ist die Genehmigung von Übernachtungsmöglichkeiten eingeschränkt, Kurzzeitcamping geht. So soll der Sportstrand weiter fürs Caravaning ausgebaut werden. Am Haynaer Strand läuft die verkehrstechnische Erschließung. Die Südumfahrung ist gebaut. In diesem Jahr sollen barrierefreie Bushaltestelle, Parkplatz und Zufahrt zum Wasser für Bewirtschaftung und Rettungsfahrzeuge hergestellt werden. Einen solchen Erschließungsweg soll es auch für den Wolteritzer Strand geben. Am Schladitzer See gibt es einen Anglerstützpunkt im Südwesten, der noch gestaltet werden soll. Ebenfalls beantragt: die Nutzung für die Kitesurfer.

Werbeliner See: Es gibt die Idee, eine Naturschutzstation einzurichten. „Eine Badestelle wäre gut, um den Konflikt, den es wegen des Nutzungsdrucks gibt, zu entschärfen. Denn Fakt ist: Viele baden dort illegal“, stellt Eckhard Müller fest. Passend dazu will das Landratsamt in dieser Woche entsprechende Kontrollen durchführen. Aktuell sind erst einmal Fördermittel für eine Studie zum Standort der Naturschutzstation da. Der See ist eine große Enttäuschung, besonders für Delitzscher Nutzungs-Ambitionen. Gerade ist die Sicherstellung als beabsichtigtes Naturschutzgebiet bis 2020 verlängert worden, was heißt, weder baden, noch Wege verlassen ist gestattet.

Zwochauer See: Dort gibt es eine Badestelle. Diese ist aber aufgrund des Schutzstatus nicht genehmigt. Deshalb liegt auch das Projekt des barrierefreien Zugangs sowie eine Treppe zum Strand auf Eis. Immerhin: Im August soll die Straßensanierung in Seenähe starten.

Grabschützer See: Ein Naturlehrpfad erschließt das Gebiet, in dem sich auf den von den Abraumbaggern hinterlassenen und mittlerweile vom Wasser um- und überspülten Geländerippen die Natur Lebensräume erobert hat.

Neuhauser See: Er liegt teils auf Bundeswehrgelände und voll im Vogelschutzgebiet. Ein ufernaher Wegabschnitt macht den See ein Stück erlebbar.

Paupitzscher See: Er ist Totalreservat und Prozessschutzgebiet. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz ist Eigentümer.

Seelhausener See liegt zum Teil in Sachsen-Anhalt. Der westliche Teil ist Vogelschutzgebiet. Hier spielt die Zukunftsmusik: Aktuell läuft der Bau einer Erschließungsstraße bei Sausedlitz. Diese Ufer-Seite ist eher für ruhigen Tourismus vorgesehen. Lebhafter soll es im Löbnitzer Bereich werden. Dort will die Tagebausanierungsgesellschaft LMBV aber erst noch das Ufer gestalten. Auch das Verfahren für den „Gemeinbrauch“, der unter anderem Baden offiziell zulässt, läuft noch.

Von Heike Liesaus

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