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Spannungsabfall - Wasserausfall - Brand

Spannungsabfall - Wasserausfall - Brand

Ein Brand im Ursa-Dämmstoffwerk Delitzsch, bei dem niemand verletzt wurde, löste gestern Morgen einen Großalarm aus. Die Rettungsleitstelle wurde um 5.50 Uhr von einem Mitarbeiter alarmiert.

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Der Löscheinsatz im Delitzscher Dämmstoffwerk hinterlässt in der Produktionshalle riesige Wasserlachen.

Quelle: Feuerwehr Delitzsch

Delitzsch. Wenig später trafen die Feuerwehren aus Delitzsch, Selben/Zschepen und Schenkenberg mit sieben Fahrzeugen und 40 Kameraden ein. Heiko Friedrich von der Delitzscher Wehr leitete die Löscharbeiten.

Ein Zufall hatte den Brand begünstigt. Denn im Großraum Leipzig gab es offensichtlich Probleme mit der Stromversorgung. Wie die Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom (Mitnetz Strom) auf Anfrage der LVZ informierte, gab es um 5.38 Uhr im Hochspannungsnetz nordwestlich von Leipzig an einer Übergabestation einen Spannungseinbruch im Sekundenbereich. Dieser habe bis in die angeschlossenen Mittel- und Niederspannungsnetze durchgeschlagen. Laut Claudia Anke, stellvertretende Pressesprecherin von Mitnetz Strom, ist die Ursache noch unbekannt. Betroffen war auch das Stromnetz der Technischen Werke Delitzsch, in dem eine Spannungseinsenkung, die weniger als eine Sekunde dauerte, registiert wurde. "Normale Kunden spüren das nicht, höchstens, wenn das Licht kurz mal flackert. Hochsensible Anlagen schalten sich aber in solchen Fällen ab. Beispielsweise das Biomasskraftwerk im Gewerbegebiet Delitzsch-Südwest", erklärte Holm Lipinski von den Technischen Werken.

Und auch das benachbarte Dämmstoffwerk war betroffen, wo sich die beiden Produktionslinien abschalteten. Das betriebseigene Notstromsystem funktionierte und versorgte danach alle nötigen Einheiten, um eine Havarie zu vermeiden. Unter anderem ging das Licht sofort wieder an und die Schmelzwanne wurde weiter ohne Störungen gekühlt.

Das Problem und die Ursache des Brandes lag in der Kühlzone der Aushärtungsanlage. Dort, wo die Dämmstoffe von über 200 Grad Celsius abgekühlt werden, entwickelte sich ein Wärmestau. "Die Temperaturen sind dann so hoch, dass es brennen kann. In diesem Fall brannte es. Eigentlich auch kein Problem. Dafür gibt es ein Sicherheitssystem mit separater Ablöschung. Als unser Mitarbeiter löschen wollte, kam einfach kein Wasser aus der Leitung. Die Feuerwehr rollte da bereits an. Als sie eintraf, funktionierte auch der Wasserdruck wieder", erzählte Eric Hahn (30), der Technische Leiter des Dämmstoffwerkes.

Auch der Druckabfall im Versorgungsnetz der Delitzsch-Rackwitzer Wasserversorgung (Derawa) hängt mit der Schwankung im Hochspannungsnetz von Mitnetz Strom zusammen, denn auch die Systemprogrammsteuerung im Delitzscher Wasserwerk litt darunter. "Die Folge war ein kurzzeitiger Druckabfall. Die Wasserversorgung war aber nicht gänzlich unterbrochen. Nach zirka zehn Minuten war der Druck wieder stabil", so Herbert Claßnitzer, technischer Leiter der Derawa.

"Dass in einem solchen Fall alle Notfallvorkehrungen ausfallen, habe ich so noch nie erlebt. Eine Verkettung unglücklicher Umstände", so Hahn. Ansonsten seien solche Überhitzungen nichts Außergewöhnliches. "Für solche Störungen, die einkalkuliert werden müssen, haben wir unter normalen Umständen alle Sicherheitsvorkehrungen am Laufen", ergänzte Ronny Heinze, Leiter Technologie bei Ursa.

Der Schaden lasse sich noch nicht beziffern. Das Abluftrohrleitungssystem sei betroffen. Mittags saugten die Pumpen immer noch Löschwasser aus dem Gebäude. Die kleinere Produktionslinie lief da schon wieder. "Ich gehe davon aus, dass wir auch die andere Linie heute anfahren. Der materielle Schaden ist eher unerheblich. Ausgetauscht werden muss erst einmal nichts. Wir werden das beobachten. Was uns der Produktionsausfall gekostet hat, kann ich noch nicht sagen", so Technik-Chef Hahn. Die Kameraden haben sich abschnittsweise durch die Anlage gekämpft. Gegen 9 Uhr war der Einsatz beendet.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.08.2014
Von Frank Pfütze und Thomas Ste

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