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Sparkassen-Schließung sorgt für Unmut bei den Rackwitzer Senioren

Leben im Alter Sparkassen-Schließung sorgt für Unmut bei den Rackwitzer Senioren

Die Sparkasse wird geschlossen, der Konsum vielleicht auch und damit die Post – trotz einer immer älter werdenden Gesellschaft hat diese die Bedürfnisse der Älteren selten im Blick. Bei den Rackwitzer Senioren sorgen die Pläne für großen Unmut. Der Alltag in der Landgemeinde ist beschwerlich.

Lange Laufwege und Treppen in Unterführungen: für die Montagsrunde sind sie allzu oft ein Problem.

Quelle: Manuel Niemann

Rackwitz. „Es sind 28 Stufen am Bahnhof. Ich zähle sie immer, weil ich dort zu tun habe.“ Gemeint sind die der Treppe an der Unterführung zum Rackwitzer Bahnhof. Diejenige, der diese Stufen Mühe bereiten, ist in einem fortgeschrittenen Alter und daher auf Rollator angewiesen. Sie ist eine der Seniorinnen, die sich montags im Märchenweg in der Begegnungsstätte des DRK treffen. Mal wird bei Kaffee und Kuchen geplauscht, mal gibt es einen Spielenachmittag oder ein Ausflug wird gemacht. Doch diesmal steht für Senioren der Montagsrunde anderes auf dem Programm.

Schließung der Sparkasse

Zwar wollen sie dann im Artikel nicht namentlich auftreten, aber sie wollen reden. Über ihren wachsenden Unmut, den ihnen das Leben auf dem Dorf zunehmend bereitet. Augenblicklich umtreibt sie die Schließung der Sparkasse. Der Selbstbedienungsstandort, den diese gegenüber der Gemeinde bisher betreibt, soll geschlossen werden. Stattdessen sollen die Rackwitzer Bürger mit einer mobilen Filiale Vorlieb nehmen. Zwar ging Bürgermeister Steffen Schwalbe (parteilos) in Protest und appellierte an den Versorgungsauftrag der Sparkasse, doch dieser blieb folgenlos. Ihm blieb, Sparkassenkunden den Rat zu geben, eigene Schlüsse zu ziehen.

Wie an Bargeld kommen?

Für die Seniorinnen, da sind sie sich einig, ist das unbefriedigend. Denn Alternativen bietet ihnen ihr Ort nicht. So ist in Rackwitz auch der Konsum von der Schließung bedroht und damit auch die Filiale der Post, der Bäcker und die letzte Fleischtheke im Dorf. Mit dem Lobertal hat zuletzt ein weiteres Gasthaus zugemacht. „Wenn Herr Irmer in Rente geht, ist es ganz vorbei“, unken die Damen. Dessen Schreibwaren- und Lotto-Geschäft wäre neben den beiden Discountern und dem Blumenladen eins der wenigen verbleibenden Geschäfte. Im Falle der Sparkasse fürchten sie nun, für Bargeld ins benachbarte Zschortau pilgern zu müssen. Das heißt nicht nur Treppensteigen am Bahnhof, sondern auch zwei Zonen im Tarifgebiet des Mitteldeutschen Verkehrsverbunds: 3,20 Euro hin, plus Weg von Bahnhof dann zur Sparkassenfiliale, und dann 3,20 Euro zurück. Die Alternative wäre in einem der Discounter für 20 Euro einzukaufen, um dann an der Kasse Geld abzuheben. Einen Betrag, auf den man als zumeist Alleinstehende erst einmal kommen müsse. Was die Rentnerinnen auch störe, sei die Informationspolitik der Sparkasse. Von der Schließung erfuhren sie aus der Zeitung. „Von der Sparkasse kommt niemand und redet mit uns.“

Sparkasse: Mobile Filiale hat auch Vorteile

Dort nachgefragt, wird die Schließung mit dem Kundennutzungsverhalten begründet. Das sei in den letzten sieben Jahren rückläufig gewesen, so Frank Steinmeyer, Pressesprecher der Sparkasse Leipzig. Bei der derzeitigen Zinssituation ist es eine simple Kosten-Nutzen-Rechnung, die gegen den Standort spreche. Andererseits verweist er auch auf den Vorteil, den eine mobile Filiale mit sich bringe: Neben einem Kollegen vom Sicherheitsdienst fährt in dieser auch ein Serviceberater mit. Die Bedenken, wenn der Bus vorfährt, ausspioniert zu werden, kann er verstehen, er sagt aber: „Bislang hatten wir dieses Problem nicht“ – im Gegensatz zu Überfällen an festen Automaten.

Von Manuel Niemann

Rackwitz Sparkasse 51.4382008 12.372074
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