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Delitzsch Sperrmüll-Tourismus: Rackwitz stellt Sammelsystem auf den Prüfstand
Region Delitzsch Sperrmüll-Tourismus: Rackwitz stellt Sammelsystem auf den Prüfstand
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00:18 03.06.2017
Kein Durchkommen: Regelrecht zugemüllt war bei der letzten Sammlung in Rackwitz die Schlippe an der Bahnunterführung. Quelle: Manuel Niemann
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Rackwitz/ Schönwölkau

Spätestens wenn die kastenförmigen Kleintransporter mit osteuropäischen Kennzeichen durch die Straßen patrouillieren, weiß auch der Letzte: Es ist an der Zeit, den Sperrmüll an die Straße zu stellen. Jüngst ließ sich in Rackwitz beobachten, was dies auch in anderen Gemeinden bedeutet: Auf den Gehwegen wachsen die Sperrmüllberge. Das heißt, nicht nur Sperrmüll wird abgeladen, sondern auch das, was die Kreiswerke Delitzsch (KWD) ausdrücklich nicht als solchen benennen. Alte Reifen liegen neben aufgetürmten Bau- und Abbruchabfällen oder auch Schadstoffen. Mitunter werden die wie auch Kleinstabfälle in Behältern „versteckt“. Das nimmt mancherorts Dimensionen an, die von den KWD-Mitarbeitern nicht zu schaffen ist. Den „Nachgang“ übernehmen dann oft die Mitarbeiter der Gemeinde.

Rackwitzer Gemeinderäte diskutieren

Auch in den Gemeinderäten sorgt dies regelmäßig für Gesprächsstoff: „Ich kann den Betriebshof nicht eine Woche damit beschäftigen, den Sperrmüll zu räumen“, erklärte der Rackwitzer Bürgermeister Steffen Schwalbe (parteilos) dort zuletzt seinen Räten. Gerade jetzt habe dieser die Grünflächen im Ort zu pflegen. Deshalb habe er die Kreiswerke bereits um zusätzliche Hilfe angefragt. Das soll kein Dauerzustand sein. Auch in Rackwitz sind daher immer wieder zentrale Sammelplätze mit beschränkten Abgabezeiten im Gespräch. Bereits in der nächsten Gemeinderatssitzung, so Kathrin Gwozdz, Leiterin der Rackwitzer Hauptverwaltung, soll das Entsorgungskonzept thematisiert werden.

Im Rackwitzer Neubaugebiet und Podelwitz gibt es solche zentralen Stellen bereits. Jedoch, so Gwozdz weiter, möchte man jeden Ortsteil für sich betrachten. Nicht nur was Kosten und Aufwand senkt, werde diskutiert, sondern etwa auch ältere Nutzer nicht über die Maße belastet.

Zusätzlicher Müll belastet Schönwölkau

Dass es auch ohne diese Überlegungen geht, zeigt Schönwölkau: Dort gibt es keine Sammelplätze, man denke auch über keine Änderung des Verfahrens nach, so Volker Tiefensee (CDU), der Bürgermeister der Gemeinde. Es bleibe nur sehr wenig liegen und das werde von den Eigentümern dann zumeist selbst entsorgt. Neben den osteuropäischen Glücksrittern, die im Sperrmüll nach Verwertbarem suchen, beobachtet er in seiner Gemeinde allerdings auch das Gegenteil: Ein Problem ist für ihn der Müll, der von außerhalb zusätzlich abgelegt werde. Dieser werde von der Gemeinde über einen von den KWD gestellten Container entsorgt. Die Kosten trägt hier wie beim regulären Sperrmüll der Landkreis, der diese über die Abfallgebühren umlegt. „Es ist mir unverständlich, dass der Landkreis den Mülltourismus duldet. Durch Kontrollen könnte dieser kurzfristig unterbunden werden“, so Tiefensee.

Von Manuel Niemann

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