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Delitzsch Spielplatz am Delitzscher Bürgerhaus ist völlig verwildert
Region Delitzsch Spielplatz am Delitzscher Bürgerhaus ist völlig verwildert
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00:16 08.08.2017
Unsere Reporterin entspannt sich scheinbar schon einige Jahre auf der Bank nahe des Bürgerhauses – dabei soll das ein Spielplatz sein. Quelle: Wolfgang Sens
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Delitzsch

Das soll ein Spielplatz sein? Bäume wachsen durch die verschmutzten Bänke. Der Sandkasten ist Brutstätte für Unkraut und Lagerplatz für aussortierte Zimmerpflanzen. Die Tischtennisplatte ist abgebrochen. Das Areal hinter dem Delitzscher Bürgerhaus ist wahrlich das, was man einen Schandfleck nennt. Dazu hat sich der „Spielplatz“ in 20 Jahren entwickelt. Wie konnte es dazu kommen?

Zwei Parteien müssen sich wegen des Areals regelmäßig rechtfertigen und Anfeindungen gefallen lassen, dabei können sie gar nichts dafür: Während sich die Wohnungsgesellschaft der Stadt Delitzsch (WGD) um ihr Grün an den Wohnhäusern des angrenzenden Karl-Marx-Platzes kümmert und die Stadt regelmäßig ihre Rasenflächen hin zum Kosebruchweg mähen lässt, sitzt der Eigner der Spielplatzfläche in Bayern. Es handelt sich um den Bauträger des 1998 eröffneten Bürgerhauses. Mehrfach ist das Bürgerbüro der Stadt mit der Bitte um Veränderung an die Architektur-Firma in Eching bei München herangetreten, bleibt per Gesetzeslage aber recht erfolglos: „Das Bürgerbüro kann hier nur eingreifen, wenn von der Privatfläche eine Gefahr ausgeht“, erklärt Stadtsprecherin Nadine Fuchs.

Eigner der Fläche sitzt in Bayern

Der Eigner der Fläche verweist auf LVZ-Anfrage darauf, dass er ja einen Vertrag mit einem Pflegedienst für die Fläche habe. Dabei hat er nur einen Auftrag zur Rasenmahd an die Servicegesellschaft erteilt. Die Stadt hat nun zur Beräumung der Fläche die Frist bis zum 18. August gesetzt. An diese Karenzzeit halte er sich, so der Eigner. Da er als Unternehmer ohnehin demnächst „drüben“ zu tun habe, werde er sich das Areal mal anschauen und danach könne man weitersehen, erklärt der Bayer.

Die Bewohner des WGD-Blocks müssen sich also nur noch eine Weile mit dem Ausblick auf das Wildwuchs-Areal abfinden, die Zeiten könnten schon diesen Monat vorbei sein. Sie sind nicht die einzigen, die sich mit solchen Anblicken anfreunden müssen: „Es gibt in der Stadt und in den Ortsteilen weitere private Grundstücke, die dem Stadtbild nicht zuträglich sind. Für sie gilt dasselbe wie im betreffenden Fall“, erklärt die Stadtverwaltung, warum es keine Handhabe gibt.

Delitzsch arbeitet an Mängelmelder

Bemerkenswert sei dabei aber grundsätzlich, dass Bürger wegen solcher Grundstücke eher selten den Weg zum Bürgerbüro finden. Die Zahlen tendieren hier gegen null. Erst, wenn die Bürger selbst in irgendeiner Art betroffen seien, würden sie die Rufnummer 67-200 kontaktieren. Viele würden eher die neuen Medien nutzen, um Missstände anzuprangern – so wie erst kürzlich mal wieder zum Thema Grünschnitt in den Ortsteilen. Hierfür gilt allerdings ganz klar, dass die Stadtverwaltung nicht jede Facebook-Nachricht liest. „Der Schritt, die Fotos nicht bei Facebook einzustellen, sondern an buergerbuero@delitzsch.de zu senden, sollte jedem möglich sein“, appelliert die Stadtverwaltung. Um dem Bürger noch mehr Möglichkeit zur Mitwirkung zu geben, prüft die Stadt Delitzsch aktuell, einen sogenannten Mängelmelder auf der neuen Website der Stadt einzurichten. Aktuell wird die Internetpräsenz in mehreren Aspekten überarbeitet. Mit einem Mängelmelder könnte den Bürgern, die nicht einfach beim Bürgerbüro anrufen möchten, eine einfache Web-Anwendung zur Verfügung gestellt werden, die weg von Facebook und hin zu tatsächlicher Direktheit führen kann.

Von Christine Jacob

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