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Delitzsch Sportfans in Delitzsch und Eilenburg trommeln für ihre Teams
Region Delitzsch Sportfans in Delitzsch und Eilenburg trommeln für ihre Teams
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10:47 03.03.2016
Gerald Lange, Inhaber eines Reisebüros ist seit Urzeiten Fan des GSVE Delitzsch. Er gehört zu denen, die mit Trommeln und Fanfaren für Stimmung bei den Spielen sorgen. Quelle: Wolfgang Sens
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Delitzsch

Volleyball-Zweitligist GSVE Delitzsch kann nicht auf einen organisierten Fanclub bauen. Dennoch gibt es eine lose Gruppe Volleyballbegeisterter, die den Mannen des Gymnasialen Sportvereins Ehrenberg in der 2. Bundesliga lautstark mit Trommeln, Fanfaren und anderen Stimmung erzeugenden Instrumenten in der Artur-Becker-Halle den Rücken stärken.

Seit der Gründung des GSVE Delitzsch am 28. September 1995 hat Gerald Lange die Delitzscher Volleyballer in sein Herz geschlossen. Er ist nicht nur Fan der Mannschaft, sondern unterstützt sie auch als Sponsor. „Wie die damals ganz junge Truppe um Sportlehrer Reinhard Gasch von der Bezirksklasse an von Aufstieg zu Aufstieg geklettert ist, das hat mich ergriffen“, erzählt der Inhaber eines Reisebüros.

Sorgt für gute Stimmung: der Fanclub des FC Eilenburg Quelle: Thomas Steingen

Um Stimmung in der Halle zu erzeugen, habe er Klatschbretter gebaut und in den Zuschauerreihen verteilt. „Auch Fanfaren habe ich besorgt und im Foyer der Halle verkauft. Das eingenommene Geld hat das Team erhalten“, so Lange weiter. Die Nähe der Mannschaft zum Publikum begeistert ihn. „Es ist ein tolles Verhältnis ohne Zwänge. Spieler und Trainer kommen nach den Spielen zu uns an den Tisch und diskutieren mit uns Fans. Das gefällt mir und so haben wir uns auch als Fans gefunden.“

Zu der etwa zehnköpfigen Gruppe, die wechselweise in der Halle trommelt, gehört auch Jörg Andrä, dessen Sohn Jens mit der Nummer 4 auf dem Trikot seit vielen Jahren im Team spielt. Der Bad Dübener war es auch, der beim GSVE das Trommeln eingeführt hat. Seit Jens in Delitzsch spielt, begleiten ihn die Eltern zu den Heimspielen. „Irgendwann habe ich mich mit Jens mal unterhalten, dass etwas mehr Stimmung in die Halle kommen müsse“, erinnert sich Jörg Andrä.

Der Fanclub Loberhaie in Aktion. Quelle: Thomas Steingen

Zu Weihnachten hat ihm der Sohn dann eine Trommel geschenkt und gesagt: „Jetzt kannst du für Stimmung sorgen.“ Gesagt, getan. Vater Jörg besorgte sich im Internet noch Schlegel zur Trommel, weil mit diesen mehr Lärm zu erzeugen ist als mit Stöcken. Und weil sein Trommeleinsatz bei Mannschaft und Publikum gleichermaßen gut ankommt, hat er es bis heute beibehalten.

Getrommelt wird, wenn die eigene Mannschaft einen Punkt erspielt oder auch wenn sie einen Hänger hat und Unterstützung braucht. „Man muss immer schauen, wie das Match läuft“, beschreibt es der GSVE-Trommler der ersten Stunde.

Als der Verein weitere Trommeln besorgte, erhielt Jörg Andrä Unterstützung aus den Zuschauerreihen. „Das hat sich unterschiedlich entwickelt. Mal ergab es sich automatisch, mal hat man den Nachbarn angestoßen, damit er sich an eine Trommel setzt“, erinnert sich Gerald Lange, der selbst oft mitgetrommelt hat. Heute übernehmen das immer häufiger Nachwuchsspieler aus dem Verein, so wie es deren Spielansetzungen erlauben. Allerdings müssten sie noch den Wert der Trommeln schätzen lernen, sind sich Jörg Andrä und Gerald Lange einig.

Jörg Andrä hat von seinem Sohn zu Weihnachten eine Trommle geschenkt bekommen, damit er die Volleyballer des GSVE bei Heimspielen anfeuern kann Quelle: Wolfgang Sens

Toll wäre es, wenn sich ein fester Stamm finden würde, der je nach Anlass eigene Rhythmen kreieren würde, wünscht sich der sportbegeisterte Reisebürobesitzer. Etwa so wie beim Fanclub der Concordia-Handballer.

„Die Trommler von Concordia waren immer ein Vorbild für mich. Deren Leidenschaft hat mich fasziniert.“ In einer Saison, in der es sowohl für die Handballer als auch für die GSVE-Volleyballer schlecht lief, überzeugte Lange die Trommler beider Vereine sich gegenseitig zu unterstützen.

Und in Derbys gegen die Leipziger gehört es seit Längerem zum guten Ton, dass die Krostitzer Volleyballer ihre Kollegen aus Delitzsch lautstark unterstützen. „So waren wir zuletzt in Leipzig fanmäßig in Überzahl und zweimal erfolgreich. Den ein oder anderen Satz haben wir wohl auf den Rängen gewonnen, glaube ich jedenfalls“, schmunzelt Lange.

Mit Sohn Jens wird nach dieser Saison jedoch auch Vater Jörg Andrä den GSVE verlassen. Jens geht zurück zu seinem Heimatverein in Bad Düben. Dort will ihn der Vater weiter mit seiner Trommel begleiten.

Von Thomas Steingen

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