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Delitzsch Staatsanwalt und jede Menge Schlacke beschäftigen Delitzscher Kraftwerks-Chef
Region Delitzsch Staatsanwalt und jede Menge Schlacke beschäftigen Delitzscher Kraftwerks-Chef
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00:36 12.10.2015
 Das Biomassekraftwerk liegt auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik in Delitzsch. Quelle: Alexander Bley
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Delitzsch

Die Göttinger EEV Erneuerbare Energie Versorgung AG führte ihn bis diese Woche im Internetauftritt weiter als Geschäftsführer ihrer Tochter EEV Bioenergie GmbH in Papenburg. Erst gestern – nach LVZ-Recherchen – war der Eintrag gelöscht. Gegen leitende Mitarbeiter der EEV ermittelt seit Längerem die Staatsanwaltschaft Braunschweig.

Nach Informationen der Hannoverschen Allgemeinen (HAZ) sammelte die EEV bei Anlegern Geld in Millionenhöhe ein, um den Kauf eines Biomasseheizkraftwerkes in Papenburg und einer Planungsgesellschaft für einen Offshore-Windpark zu finanzieren. Hohe Renditen wurden in Aussicht gestellt. Allerdings konnte die Gesellschaft nach eigenen Angaben weniger Geld aquirieren als vorgesehen. Laut HAZ wurden deshalb mehrfach Kaufpreis-Raten gestundet, nun drohe gar der Verlust des Kraftwerkes in Papenburg. Hinter dem Windpark stehe ebenfalls ein Fragezeichen, weil dieser ein Übungsgebiet der Marine berühre. Die Staatsanwalt ermittelt wegen des Verdachts auf Kapitalanlagebetrug. „Die Ermittlungen laufen noch“, sagte Behördensprecherin Birgit Seel diese Woche auf LVZ-Nachfrage. Eine Anklage sei derzeit nicht erhoben. Details zum Ermittlungsstand wollte sie nicht nennen, es gehe um leitende EEV-Mitarbeiter.

Gehört Heinz Lucas dazu? Nicht mehr, sagt er gegenüber der LVZ. Und präsentiert ein Schreiben, das er am 22. September an die EEV-Spitze geschickt habe. Darin erklärt er, dass er mit sofortiger Wirkung sein Geschäftsführer-Mandat bei der EEV Bioenergie GmbH niederlege. Fakt ist: Laut Handelsregister gehörte Lucas bis 18. Juni dem Vorstand der EEV AG an. Den Posten übernahm er im März 2014, mehr als eineinhalb Jahre nach dem Start der EEV. Im September 2014 wurden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft öffentlich. „Als ich davon erfuhr, habe ich den Geldanlage-Vertrieb sofort eingestellt“, betont Lucas. Mit den Vorgängen vor seiner Vorstandstätigkeit habe er nichts zu tun.

Seit August ist der 47-Jährige aus dem niedersächsischen Lamspringe Kraftwerksbetreiber in Delitzsch, führt in der Fabrikstraße die Knock on wood GmbH. Und braucht nun einige Millionen Euro – für die Modernisierung der maroden Anlage wie auch für die Entsorgung von Altlasten. Laut einem Gutachten, das der LVZ vorliegt, lagern etwa 50.000 Tonnen Schlacke auf dem Gelände, hinterlassen von früheren Betreibern. Die Untere Immissionsschutzbehörde im Landratsamt kennt diesen Berg. Die Schadstoffe fallen in die Kategorie Rost- und Kesselasche, Schlacken und Kesselstaub, wird mitgeteilt. Zu möglichen Gefahren für Luft und Grundwasser machte die Behörde keine Angaben, erklärte aber, dass derzeit ein Entsorgungskonzept erarbeitet werde. Im Übrigen sei das Amt mit dem Betreiber in Kontakt. Dieser habe Vorschläge für die Ertüchtigung der Anlage unterbreitet, die besprochen werden, begleitet von Termin-Vereinbarungen. Auch Heinz Lucas spricht von enger Kooperation mit der Behörde. Erste Investitionen im Bereich der Kessel und der Rauchgasreinigung seien bereits erfolgt, ein Sanierungsplan stehe.

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