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Delitzsch Staatsministerin Barbara Klepsch zu Gast in Rackwitzer Putenmastbetrieb
Region Delitzsch Staatsministerin Barbara Klepsch zu Gast in Rackwitzer Putenmastbetrieb
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00:19 16.07.2017
Staatsministerin Barbara Klepsch (CDU) traf in Zschortau Vetreter der Agrar und Umwelt und der Südzucker AG, sowie ihre CDU-Parteikollegen Marian Wendt (MdB, 2. von links) und Volker Tiefensee (MdL, 3. von rechts). Quelle: Manuel Niemann
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Zschortau/Rackwitz

Es war bislang der einzige, verheerender Fall, dass die Vogelgrippe in Sachsen in einem landwirtschaftlichen Betrieb ausbrach: Im Januar bestätigte sich der Verdacht, dass das aggressive Vogelgrippe-Virus H5N8 einen Putenbestand infiziert hatte.

6500 Puten aufgrund von Vogelgrippe getötet

Insgesamt 6500 Tiere waren betroffen und mussten getötet werden. Reichlich ein halbes Jahr nach dem Ausbruch nutzte Staatsministerin Barbara Klepsch (CDU) die Sommerpause, um in dem betroffenen Rackwitzer Betrieb die Lage zu sondieren. Der Bio-Putenmastbetrieb gehört zur Rackwitzer Agrar und Umwelt AG Loberaue. Die ist seit 2004 eine 100-prozentige Südzucker-Tochter, weshalb neben den Geschäftsführern Michael Peschke und Rico Rühl auch Vertreter der Südzucker AG zugegen waren. Zum Ressort der Staatsministerin zählen auch die Bereiche Gesundheit und Veterinärmedizin.

Arbeitsgespräch mit der Staatsministerin

„Einmal im Jahr sind wir bei der Sommertour unterwegs und gucken uns bewusst Betriebe an“, sagte sie zum eher informellen Treffen in Zschortau. „Wie ist der Stand? Wie geht es weiter?“, wollte sie wissen. Die Agrar und Umwelt AG Loberaue stand zu Anfang des Jahres ungewollt im Fokus der Öffentlichkeit. Deren Bio-Putenhaltung ist seit 2001 ein Segment des Geschäfts. In ehemaligen Rinderställen an Standorten in Wolteritz, Rackwitz, Beuden und Kletzen zieht der Betrieb rund 50 000 Bio-Puten pro Jahr auf. Das Problem: Die großen Seen im Umland, die Wasservögel in reicher Zahl anziehen. Diese gelten als Verbreiter der Vogelgrippe. „Bis dato hatten wir Glück. Warum wir dieses Jahr dabei waren, wissen wir nicht“, erklärte Geschäftsführer Michael Peschke.

Verunreinigtes Stroh im Verdacht

Er vermutete, von Wildtieren verunreinigtes Stroh sei der Überträger gewesen. Er schloss aus, dass es die Kleidung oder Arbeitsgeräte der Mitarbeiter gewesen sind. Diese haben auch in den beiden anderen Ställen gearbeitet, deren Tiere nicht befallen waren. Kein Zweifel ließ er an der Ansteckungsgefahr für die Tiere: „So eine Epidemie habe ich noch nicht gesehen.“ Von den 6500 getöteten Tieren seien 2500 direkt betroffen gewesen. Trotz der auch für ihn schlimmen Tötungsaktion lobte er die Zusammenarbeit mit Amtstierärzten und dem Veterinäramt.

Nicht nur wirtschaftlich eine Belastung

Laut Berthold Nolte, der sich für die Südzucker AG aussprach, sei es eine belastende Situation für die Mitarbeiter gewesen. Er sagte aber auch: „Wir können nicht mehr Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.“ Zwar sei die Tierseuchenkasse eingesprungen und dem Unternehmen sei zugute gekommen, dass die Tiere ohnehin kurz vor der Schlachtung standen, aber den wirtschaftlichen Verlust bezifferte er auf bis zu 100 000 Euro: „20 Prozent des Schadens sind bei uns geblieben.“

Von Manuel Niemann

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