Volltextsuche über das Angebot:

0 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Stadt Delitzsch geht auf Parkplatzschau am Altstadtrand

Straßenverkehr Stadt Delitzsch geht auf Parkplatzschau am Altstadtrand

Die Parkraumsituation in der Delitzscher Innenstadt ist in Bewegung. Durch Neubauten und Sanierungen hat die Einwohnerzahl in den vergangenen Jahren zugenommen. Ein Verzicht auf Lückenbebauung zugunsten neuer Parkplätze kommt für die Stadtverwaltung aber nicht infrage. Mit dem Thema soll sich demnächst der Stadtrat beschäftigen.

Der Schotterplatz an der Karlstraße ist bei Langzeitparkern beliebt, könnte in Zukunft aber bebaut werden

Quelle: Wolfgang Sens

Delitzsch. Tourismus, Wohnen, Einkaufen: Die Delitzscher Innenstadt ist für vieles gut. Und wird darin – teilweise – immer besser. Nach und nach verschwinden Ruinen und Brachen, schließen sich Baulücken, verlagern Menschen ihren Lebensmittelpunkt in die City. Größere Veranstaltungen tun ihr Übriges für die Belebung. Und langsam wird es enger. Insbesondere, wenn Fahrzeuge zu Stehzeugen werden und Straßen zu Abstellflächen, gerät der Verkehrsraum an Grenzen. Allerdings hat die Stadt Reserven. Eine Analyse im Ballungszentrum.

Wo Ruinen abgerissen oder Brachen bereinigt werden, steht die Frage der Nachnutzung. Angesichts der hohen Wohnraumnachfrage in der Innenstadt setzt die Stadtverwaltung auf Neubauten statt auf Parkflächen in Baulücken. Teile des Schützenplatzes und das Eckhaus an der Milchgasse sind die nächsten Kandidaten. Ein offenes Geheimnis ist zudem, dass auch der Schotterplatz an der Karlstraße perspektivisch bebaut werden soll. Knapp 50 Autos kommen auf der Fläche unter, wo früher mal der Bauhof sein Domizil hatte. Und meistens ist das Areal mit Ganztagsparkern gut ausgelastet. Wo sollen die hin, wenn der Platz entfällt? Die Stadtverwaltung macht sich darüber gerade Gedanken. „Wir überlegen, alternative Parkflächen an der Peripherie der Altstadt zu schaffen“, erklärt Bürgermeister Thorsten Schöne (parteilos). „Die Frage ist, wo sie verkehrstechnisch sinnvoll und optisch verträglich anzulegen sind.“

In dieser Hinsicht erkennt die Stadtverwaltung keinen Mangel, nur ein ungünstiges Nutzerverhalten. „Begehungen haben ergeben, dass diverse Flächen, etwa am östlichen Wallgraben, nur zu 30 bis 40 Prozent ausgelastet sind, während ein paar Meter weiter in der Eilenburger Straße Andrang herrscht“, sagt Schöne. „Das Angebot insgesamt erscheint ausreichend.“ Eine Abschaffung der Parkgebühren steht aber nicht zur Debatte. „Die finanzieren die Parkraumbewirtschaftung und wirken regulierend, weil Flächen nicht unnötig lange blockiert werden“, so Schöne.

Auch davon gebe es genug, heißt es aus der Verwaltung mit Blick unter anderem auf Großparkplätze auf dem Schützenplatz, an der Richard-Wagner-Straße und Halleschen Straße (nahe Halleschem Turm). Zu weit abgelegene Areal werden allerdings nur verhalten angenommen. Der Markt als temporärer Parkplatz eigne sich nicht, weil wegen Baumscheiben, Brunnen, Zu- und Ausfahrten nur wenig Stellflächen entstünden, sagt der Bürgermeister. Gegen den Roßplatz spreche – neben optischen Gründen – die dann problematische Verkehrsführung am fünfarmigen Knoten. Für den Frühlingsmarkt am 7. und 8. Mai verweist die Stadtverwaltung auf die kostenfreien Parkplätze Karlstraße, Schützenplatz und in der August-Fritzsche-Straße.

Die gibt es noch, aber nur vereinzelt, wie etwa in der Schulstraße. Ein Relikt aus früheren Zeiten, erklärt OBM Manfred Wilde (parteilos), der die Scheine gern abschaffen würde. Ein Anspruch auf einen freien Parkplatz ergibt sich daraus ohnehin nicht, da es mehr Ausweise als Stellflächen gibt.

Der Stadtrat beziehungsweise einer seiner Ausschüsse soll sich demnächst tiefergehend mit dem Parken in der Innenstadt beschäftigen. Angerissen wurde das Thema schon öfter, zum Beispiel, wenn zugeparkte Kreuzungen bemängelt wurden. Aktuell geht es unter anderem um die Frage, ob Delitzsch eine eigene Stellplatzverordnung erlässt, die der Stadt mehr Handlungsspielraum bei der Durchsetzung von Mindestparkplatzzahlen bei Neubauprojekten brächte. Fakt ist allerdings, dass Parkplätze zu neuen Häusern auch in mehreren hundert Metern Entfernung entstehen dürfen. Oder der Bauherr zahlt eine Ablöse. Das Geld kann in die Errichtung städtischer Plätze fließen, wie etwa am Rosental geschehen, oder in die Instandhaltung bestehender Anlagen.

Von Kay Würker

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Delitzsch

Was ist eigentlich los auf dem Lande? Was wird geredet im Dorf? Was bewegt die Menschen? Die LVZ-Serie Unterwegs in Nordsachsen zeigt es. Unsere Reporter fahren in die kleinen Orte der Region und erfahren von den Menschen vor Ort, was sie beschäftigt. mehr

Ausbildungsplätze und Studiengänge in der Region Delitzsch, Eilenburg und Bad Düben finden Sie hier in der LVZ-Beilage zur 9. regionalen Ausbildungsmesse Delitzsch! mehr

  • Angestupst
    Mikrologo Angestust

    Die aktuelle Förderrunde der Aktion „Angestupst“ von LVZ und Sparkasse Leipzig ist beendet. So haben Sie abgestimmt! mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Fahrradfest
    Logo LVZ-Fahrradfest

    LVZ-Fahrradfest 2016: Sehen Sie hier einen Rückblick mit vielen Fotos von allen Starts, Videos und mehr. mehr

  • 24 Stunden in der Region

    Firmen und Unternehmen in der Region Leipzig stellen sich vor. mehr

  • TAW - Technische Akademie Wuppertal
    TAW  - Technische Akademie Wuppertal

    Ein Werbespecial der LVZ für die Technische Akademie Wuppertal mit Infos zum breitgefächerten Angebot. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr