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Delitzsch Stadt Delitzsch geht auf Parkplatzschau am Altstadtrand
Region Delitzsch Stadt Delitzsch geht auf Parkplatzschau am Altstadtrand
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06:00 16.04.2016
Der Schotterplatz an der Karlstraße ist bei Langzeitparkern beliebt, könnte in Zukunft aber bebaut werden. Quelle: Wolfgang Sens
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Delitzsch

Tourismus, Wohnen, Einkaufen: Die Delitzscher Innenstadt ist für vieles gut. Und wird darin – teilweise – immer besser. Nach und nach verschwinden Ruinen und Brachen, schließen sich Baulücken, verlagern Menschen ihren Lebensmittelpunkt in die City. Größere Veranstaltungen tun ihr Übriges für die Belebung. Und langsam wird es enger. Insbesondere, wenn Fahrzeuge zu Stehzeugen werden und Straßen zu Abstellflächen, gerät der Verkehrsraum an Grenzen. Allerdings hat die Stadt Reserven. Eine Analyse im Ballungszentrum.

Wo Ruinen abgerissen oder Brachen bereinigt werden, steht die Frage der Nachnutzung. Angesichts der hohen Wohnraumnachfrage in der Innenstadt setzt die Stadtverwaltung auf Neubauten statt auf Parkflächen in Baulücken. Teile des Schützenplatzes und das Eckhaus an der Milchgasse sind die nächsten Kandidaten. Ein offenes Geheimnis ist zudem, dass auch der Schotterplatz an der Karlstraße perspektivisch bebaut werden soll. Knapp 50 Autos kommen auf der Fläche unter, wo früher mal der Bauhof sein Domizil hatte. Und meistens ist das Areal mit Ganztagsparkern gut ausgelastet. Wo sollen die hin, wenn der Platz entfällt? Die Stadtverwaltung macht sich darüber gerade Gedanken. „Wir überlegen, alternative Parkflächen an der Peripherie der Altstadt zu schaffen“, erklärt Bürgermeister Thorsten Schöne (parteilos). „Die Frage ist, wo sie verkehrstechnisch sinnvoll und optisch verträglich anzulegen sind.“

In dieser Hinsicht erkennt die Stadtverwaltung keinen Mangel, nur ein ungünstiges Nutzerverhalten. „Begehungen haben ergeben, dass diverse Flächen, etwa am östlichen Wallgraben, nur zu 30 bis 40 Prozent ausgelastet sind, während ein paar Meter weiter in der Eilenburger Straße Andrang herrscht“, sagt Schöne. „Das Angebot insgesamt erscheint ausreichend.“ Eine Abschaffung der Parkgebühren steht aber nicht zur Debatte. „Die finanzieren die Parkraumbewirtschaftung und wirken regulierend, weil Flächen nicht unnötig lange blockiert werden“, so Schöne.

Auch davon gebe es genug, heißt es aus der Verwaltung mit Blick unter anderem auf Großparkplätze auf dem Schützenplatz, an der Richard-Wagner-Straße und Halleschen Straße (nahe Halleschem Turm). Zu weit abgelegene Areal werden allerdings nur verhalten angenommen. Der Markt als temporärer Parkplatz eigne sich nicht, weil wegen Baumscheiben, Brunnen, Zu- und Ausfahrten nur wenig Stellflächen entstünden, sagt der Bürgermeister. Gegen den Roßplatz spreche – neben optischen Gründen – die dann problematische Verkehrsführung am fünfarmigen Knoten. Für den Frühlingsmarkt am 7. und 8. Mai verweist die Stadtverwaltung auf die kostenfreien Parkplätze Karlstraße, Schützenplatz und in der August-Fritzsche-Straße.

Die gibt es noch, aber nur vereinzelt, wie etwa in der Schulstraße. Ein Relikt aus früheren Zeiten, erklärt OBM Manfred Wilde (parteilos), der die Scheine gern abschaffen würde. Ein Anspruch auf einen freien Parkplatz ergibt sich daraus ohnehin nicht, da es mehr Ausweise als Stellflächen gibt.

Der Stadtrat beziehungsweise einer seiner Ausschüsse soll sich demnächst tiefergehend mit dem Parken in der Innenstadt beschäftigen. Angerissen wurde das Thema schon öfter, zum Beispiel, wenn zugeparkte Kreuzungen bemängelt wurden. Aktuell geht es unter anderem um die Frage, ob Delitzsch eine eigene Stellplatzverordnung erlässt, die der Stadt mehr Handlungsspielraum bei der Durchsetzung von Mindestparkplatzzahlen bei Neubauprojekten brächte. Fakt ist allerdings, dass Parkplätze zu neuen Häusern auch in mehreren hundert Metern Entfernung entstehen dürfen. Oder der Bauherr zahlt eine Ablöse. Das Geld kann in die Errichtung städtischer Plätze fließen, wie etwa am Rosental geschehen, oder in die Instandhaltung bestehender Anlagen.

Von Kay Würker

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