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Stadt Delitzsch will sich von verwildertem Grundstück am Froschteich trennen

Bauland Stadt Delitzsch will sich von verwildertem Grundstück am Froschteich trennen

In vergangenen Zeiten pilgerten die Delitzscher gern zum Froschteich nach Kertitz, um in die gleichnamige Gaststätte einzukehren. Das Lokal gibt es schon lange nicht mehr. Das Grundstück, worauf die Wirtschaft einst stand, ist verwildert. Jetzt hat es die Stadt zum Verkauf ausgeschrieben.

Hinter diesem Tor befand sich einst ein Wohngrundstück. Mittlerweile ist es ungenutzt und verwildert. Jetzt will die Stadt das Areal verkaufen.

Quelle: Thomas Steingen

Kertitz. Am östlichen Ufer des Froschteiches im Delitzscher Ortsteil Kertitz grenzt ein Grundstück, das die Stadtverwaltung jetzt zum Verkauf ausgeschrieben hat. Äußerlich ist es unscheinbar, weil völlig zugewachsen. Nur ein altes Gartentor deutet auf das Bauland dahinter hin, wo einst die Gaststätte „Zum Froschteich“ stand, die noch zu DDR-Zeiten abgerissen worden ist.

Wie Stadtplaner Karl-Heinz Koch informiert, sei das Areal „Am Froschteich 2“, die letzte verfügbare Fläche im Bebauungsplan (B-Plan) „Wohnanlage Kertitz-Kleinwölkau“. Für das Grundstück besteht Baurecht entsprechend eines allgemeinen Wohngebietes. In einem solchen sind neben Wohnungen auch nicht störendes Gewerbe, soziale Einrichtungen oder Läden erlaubt. „Schön wäre es, wenn der Käufer eine Wohnbebauung vornehmen würde“, so Koch weiter, denn diese wäre eine schöne Abrundung des B-Plangebietes. Dieses umfasst die Bereiche beidseitig der Schenkenberger Straße (Bauernwinkel, Alter Eschenweg, Auenstraße und Kindertagesstätte Zauberhaus).

Ausschreibung läuft

Das rund 1300 Quadratmeter große Grundstück ist schon längere Zeit ungenutzt und verwildert. Westlich schließt sich ein schmaler unbefestigter Weg und der ebenfalls stark zugewachsene Froschteich an. Nördlich grenzt die Liegenschaft an zwei bebaute Einfamiliengrundstücke. Südlich und östlich davon befindet sich Grünland. „Größe und Zuschnitt der Fläche erlauben ein Einzelhaus, aber ebenso sind Reihenhäuser denkbar“, sagt Koch. Bis zum 18. September läuft die Ausschreibung. Das Mindestgebot liegt bei 89 000 Euro.

Den Verkauf hat die Stadtverwaltung schon lange im Blick. Doch erst jetzt, nachdem das neue Wohngebiet vermarktet ist und die Nachfrage nach Bauland ungemindert anhält, ist die Ausschreibung ausgelöst worden. Auch konkrete Anfragen für die besagte Fläche spielten dabei eine Rolle. „Zwei Dinge wollten wir aber abwarten – die Öffnung des verrohrten Ablaufes des Froschteiches zum Lober und den Ausbau des Radweges vom Kreisel an der Wohnanlage in Richtung Loberaue.“ Beides ist zwischenzeitlich geschehen. Als Ersatz für den Trampelpfad ist in den Jahren 2015/2016 der mehrfach geforderte Radweg bis zur Umgehungsstraße angelegt worden. Ebenso hat die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft als Ausgleichsmaßnahme den verrohrten Graben freigelegt. Dieser führt Wasser und hat für die Regulierung des als Biotop eingestuften Froschteiches Bedeutung. Für die Unterhaltung des Grabens ist die Stadt zuständig.

Übernahme des Froschteiches

Was den Froschteich betrifft, laufen Gespräche, ihn der Stadt zu übertragen. Noch ist das Gewässer im Eigentum von Frank Reiche, dem Investor, der die Wohnanlage Auenstraße entwickelt hat. „Als Verwaltung haben wir nichts dagegen. Wir sind als Stadt für den Teich sowieso in der Unterhaltungspflicht, weil durch ihn der Storkwitzer Graben fließt. Zudem erfolgt die Regenentwässerung aus dem gesamten B-Plangebiet ,Wohnanlage Kertitz-Kleinwölkau’ über den Teich. Der Stadtrat muss allerdings der Übertragung des Gewässers zustimmen“, erklärt der Bauamtsleiter. Eventuell könnte es noch in diesem Jahr eine Beschlussvorlage für den Stadtrat dazu geben, spätestens aber dann Anfang 2018, so Kochs Schätzung.

Eins ist allerdings bereits jetzt klar: Geht der Teich ins Eigentum der Stadt über, muss sie dort etwas tun. Koch verweist diesbezüglich auf den Baumbestand hin. Zudem soll der Wildwuchs am Spielplatz beseitigt werden.

Von Thomas Steingen

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