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Delitzsch Stadt im Check: Delitzsch hat guten Handel
Region Delitzsch Stadt im Check: Delitzsch hat guten Handel
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08:00 04.07.2018
Generationsübergreifendes Einkaufen: Mitchell Owen (10) und Frieda Klippel aus Döbernitz schätzen den Einkauf in Märkten wie dem Rewe in der Eisenbahnstraße. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Das klingt doch erstmal nicht schlecht: 25 000 Einwohner können bei einem Dutzend Discountern und Supermärkten Lebensmittel einkaufen. Es gibt eine Buchhandlung, einen Haushaltswarenladen und jede Menge Textilhändler. Aber genügt Delitzsch damit den Anforderungen eines Handelsstandorts?

Gut versorgt in Delitzsch

„Ja, Delitzsch ist ganz gut versorgt“, sagt Gunter Engelmann-Merkel, Geschäftsführer des Handelsverbands Sachsen. Gerade in Sachen Lebensmittelhandel würde es in der Loberstadt noch genug Anlaufstellen geben und dabei vom Discounter bis zum Supermarkt auch für jeden Geldbeutel was geboten. So weit, so gut abgedeckt. Allerdings muss dabei auch bedacht werden, dass die Lage der Märkte nicht für jeden ideal ist. Es kann wie im Falle der Eisenbahn- und weiter in der Dübener und Albert-Böhme-Straße so aussehen, dass gleich vier große Nahversorger auf einem knappen Kilometer geboten werden. Wobei mit den zwei Drogeriemärkten gleich noch zwei Stellen dazu kommen, die auch Lebensmittel führen. Es können aber auch wie zwischen Eilenburger Straße und Hallescher Straße zwei Kilometer zwischen zwei Konsum-Filialen beziehungsweise damit ohne Supermarkt vergehen. Das könne gerade für Ältere und Menschen mit Behinderung als zu weit empfunden werden, so der Handelsverbandschef. Delitzsch sei aber grundsätzlich gut und ausreichend für eine Stadt dieser Größenordnung versorgt, auch wenn demnächst mit Penny im Pep ein Discounter schließt.

Generationenfreundlichkeit zählt

Besonders lobt Gunter Engelmann-Merkel das Bemühen in Delitzsch, generationenfreundliches Einkaufen zu gewähren. So sind zum Beispiel der Kaufland-Markt im Norden, der zudem gerade auch noch modernisiert wird und der Rewe-Standort in der Eisenbahnstraße dafür bereits ausgezeichnet worden und verteidigen ihre Zertifikate regelmäßig. Es geht um Dinge wie breite Gänge, große und gut leserliche Preisangaben, der Parkplatz vorm Markt oder auch Fußböden, die nicht spiegeln. „In Sachen Generationenfreundlichkeit ginge aber sicher noch mehr, es könnten sich noch mehr Märkte und auch kleine Händler beteiligen“, findet Engelmann-Merkel, „als Handelsverband würden wir uns gerade im Hinblick auf den demografischen Wandel noch mehr Bemühen wünschen.“ Dass zum Beispiel mit dem Adam-Haushaltswarenladen in der Eilenburger Straße auch ein inhabergeführtes Geschäft ohne Kettenhintergrund in Sachen Generationenfreundlichkeit ausgezeichnet ist, sei ein weiteres gutes Merkmal Delitzscher Handels. Die Stadt punktet beim Handelscheck gerade mit diesen inhabergeführten Geschäften, die gezielt, individuell und unverwechselbar auf ihre Kunden zu- und eingehen und sie teils über Jahre betreuen. „Was Inhaberpersönlichkeiten mit Strahlkraft betrifft, ist Delitzsch ganz stark“, schwärmt der Geschäftsführer des Handelsverbands. Auch neue und einzigartige Geschäfte würden Delitzsch auszeichnen, so lobt Engelmann-Merkel aktuell das erst im November eröffnete Modelabel „Bittersüß“ in der Altstadt für individuelle Kleidung und dazu Angebote wie Nähkurse.

Stadt arbeitet an Konzept

Die Stadt Delitzsch arbeitet bereits an der Aktualisierung des Nahversorgungskonzeptes. Das Handelskonzept stammt noch aus dem Jahr 2012 und muss überarbeitet werden, diese Fortschreibung soll noch dieses Jahr erfolgen. Über den gesamten Juni hat es dazu eine flächendeckende Erhebung durch ein Stadtplanungsbüro gegeben. Die Datenerheber sind von Geschäft zu Geschäft gegangen, haben Verkaufsflächen gemessen und Sortimente notiert – die Ergebnisse stehen noch aus. Ziel der Erfassung ist es, eine aktuelle und flächendeckende Datenbasis zu schaffen, die wesentliche Veränderungen im Delitzscher Marktgeschehen im Vergleich zu früher aufzeigt. Das bestehende Einzelhandelskonzept soll dann überprüft und mit den aktuellen Entwicklungen abgestimmt werden, auch um Fehlentwicklungen zu vermeiden und eine gute Versorgung in der gesamten Stadt zu sichern. So eine Untersuchung soll helfen, zukünftige Handelsentwicklungen einzuschätzen und geplante Ansiedlungen besser zu beurteilen sowie zu steuern. Die Stadt will speziell die Nahversorgung neu beleuchten und Änderungen von Bebauungsplänen besser abstimmen – so klärt sich die Frage, wo welcher Supermarkt beziehungsweise Discounter seine Zelte aufschlagen sollte. Dabei geht es auch um Fragen der demografischen Entwicklung und die weitere Entwicklung von Wohngebieten. Auch die Neuausrichtung von Händlern wie Aldi, Lidl und Co. hin zu moderneren Märkten muss bedacht werden.

Es seien momentan in Delitzsch keine komplett fehlenden Sortimente auszumachen, heißt es weiter vom Handelsverband. Immerhin würde durch den Online-Handel vieles abgedeckt und sei damit die Chance gering, mit einem bestimmten Nischen-Angebot doch lange den Bestand eines echten Ladens halten zu können. Delitzsch ist nach Einschätzung des Handelsverbands aktuell auch in keiner Angebots-Kategorie unterversorgt.

Von Christine Jacob

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