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Delitzsch Stadt im Check: So kinderfreundlich ist Delitzsch
Region Delitzsch Stadt im Check: So kinderfreundlich ist Delitzsch
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15:38 15.09.2017
Viele Kinderspielplätze auf der einen Seite, andererseits Tempo 50 vor einigen Schulen wie hier der Diesterweg-Schule. Quelle: Wolfgang Sens
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Delitzsch

„Die größten Investitionen für die kleinsten Füße“ lautet nicht erst seit gestern das Credo des Oberbürgermeisters und damit in der Stadtverwaltung Delitzsch. Über das Förderprogramm „Brücken in die Zukunft" wird unter anderem in neue Hortkapazitäten investiert, die Spielplätze werden auf Vordermann gebracht. Aber kommt das auch an?

Harter Standortfaktor für Delitzsch

„Kinder- und jugendfreundliche Lebensbedingungen sind längst zu harten Standortfaktoren geworden“, urteilen die Experten des Deutschen Kinderhilfswerks. Will Delitzsch weiter Zuzugsboom wie in den vergangenen Monaten erleben, ist Kinderfreundlichkeit der Trumpf. „Delitzsch ist bemüht, kinderfreundlich zu sein“, schätzt Petra Dautz, die Geschäftsführerin des Soziokulturellen Zentrums (SKZ) Mittendrin, ein. Dort finden regelmäßig Befragungen unter Kindern und auch Jugendlichen statt, in den angebotenen Kursen, dem Hort und etlichen weiteren Angeboten ist man stets im Kontakt mit diesen „kleinsten Füßen“. Vor allem in Sachen Spielplätze könne Delitzsch überzeugen, so das Ergebnis der jüngsten Spielplatzrallyes, bei denen es quer durch die Stadt geht. 31 öffentliche Spielplätze gibt es derzeit, ein Großteil ist in den vergangenen Monaten modernisiert worden. Klettern, rutschen, schaukeln können kleine Leute in der Loberstadt recht gut. Das bestätigen auch etliche Eltern, die die LVZ im Umfeld von Kitas und Spielplätzen befragt hat. „Viele der Spielplätze kann man sehr gut fußläufig erreichen“, lobt Petra Dautz, selbst zweifache Oma. Aktuell finden vor allem die Kleinsten tolle Angebote, allerdings seien die für die etwas größeren Kinder um die acht oder neun Jahre noch nicht so ausgefeilt. Zudem gibt es in manchen Stadtteilen wie dem Osten größere Abstände von Spielplatz zu Spielplatz, im Zentrum dagegen gibt es mit nur wenigen hundert Metern Distanz mehrere Angebote direkt im Grünen.

Mehr Badespaß gewünscht

Petra Dautz, Chefin des Mittendrin-Zentrums. Quelle: Christine Jacob

Ein großes Manko in Sachen Kinderfreundlichkeit ist nach Ansicht der Experten, dass das Freibad nur wenige Monate im Jahr zur Verfügung steht. Auch sei es bedauerlich, dass in Delitzsch bislang eine nur auf Kinder ausgerichtete Attraktion wie etwa das Kinderland in Taucha fehlt. Dagegen wird der Tiergarten als sehr kinderfreundlich eingeschätzt, er kann auch aus diesem Grund viele Besucher verbuchen.

Zudem, so lobt das SKZ-Team, gibt es in Delitzsch sehr viele Beratungsangebote für Familien und junge Eltern, was ja wiederum nur gut für den Nachwuchs sein kann. Beim DRK kann man zum Beispiel Erste-Hilfe-Kurse speziell fürs Kind besuchen, sich im SKZ am Elternstammtisch versammeln oder sich auch bei anderen Anbietern bei verschiedenen Sorgen und Nöten beraten lassen.

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Und auch die Vielzahl der Vereine macht möglich, dass jedes Kind eine Freizeitbeschäftigung von Sport über Theater bis Reiten für sich finden kann. „Angebote gibt es viele, nur leider ist das Interesse oft gering“, bedauert Petra Dautz. So sei überhaupt beim Stichwort „Kinderfreundlichkeit“ der Faktor Mensch ein entscheidender. „Damit eine Stadt kinderfreundlich ist, geht es immer auch um das Verständnis der Anwohner“, urteilt die SKZ-Chefin. Und dieses Verständnis, berichten auch befragte Eltern, sei mitunter gering, wenn Kinder draußen toben und Ball spielen, dabei angeblich Krach machen und dann beschimpft und vertrieben werden. Diese Stellschraube zu mehr Kinderfreundlichkeit kann aber nicht von oben herab gedreht werden. „Wenn die Leute nicht nur ihr eigenes Problem sehen, ist schon viel getan“, hofft Petra Dautz.

Verkehr in Delitzsch sollte ruhiger werden

Nach Meinung der Eltern muss sich in Sachen Verkehr einiges tun, um Delitzsch kinderfreundlicher zu gestalten. So ärgern sich einige, dass vor den Grundschulen Diesterweg und Ost sowie mancher Kita kein 30er-Tempolimit gilt, sondern mit 50 Stundenkilometern gefahren wird. Ampel beziehungsweise Zebrastreifen sind Eltern oft nicht genug subjektive Sicherheit und damit nicht genug Kinderfreundlichkeit.

Von Christine Jacob

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