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Delitzsch Stadtschreiberhaus zeigt Schwemmholz-Sammlung
Region Delitzsch Stadtschreiberhaus zeigt Schwemmholz-Sammlung
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18:28 20.04.2010
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„Was für ein Glück, dass wir noch einen Platz gefunden haben.“ Thomas Ludewig nimmt es mit Humor. Am vergangenen Sonnabend um 15 Uhr eröffnete der Hallenser seine Vernissage im Delitzscher Stadtschreiberhaus. Und der große Andrang blieb dabei pünktlich 15 Uhr erst einmal aus. „Aber das wird noch, auf alle Fälle“, spricht Jens Rother dem Künstler Mut zu und sollte damit Recht behalten. Kaum eine Viertelstunde später sind die beiden Galerieräume des Hauses in der Ritterstraße mit einigen Interessenten gefüllt. Ludewig beantwortet nacheinander alle Fragen und führt die Gäste von einem zum nächsten Werk. „Was er macht, ist etwas ganz Besonderes, etwas, was mir völlig neu war“, lobte Stadtschreiber Rother in den höchsten Tönen und gab zu, dass er nach dem ersten Telefonat mit dem Hallenser nicht so recht wusste, was ihn erwarten sollte. „Keramik auf Schwemmholz“ – sogar der Künstler selbst gesteht: „Da weiß wahrscheinlich erst mal niemand so wirklich, was das sein soll.“Ludewig verbindet in seinen Arbeiten zwei sehr verschiedene Materialien. Auf der einen Seite steht die Keramikkunst. Seit über zehn Jahren töpfert der 47-Jährige regelmäßig und hat schon unzählige Gefäße geformt. Auf der anderen Seite steht das Holz. „Ich bin ein naturverbundener Mensch und auf langen Spaziergängen an der Mulde entlang habe ich entdeckt, was es für skurrile Holzstücke gibt“, erklärt er die Anfänge seiner Idee. Irgendwann konnte er an diesen Holzstücken nicht mehr vorbeigehen und begann sie zu sammeln. „Besonders faszinierend ist, dass alles Weiche vom Wasser abgespült wurde und wirklich nur der harte Kern vom Gehölz übriggeblieben ist.“ Bei der Verbindung beider Materialien achte er darauf, dass das Gesamtwerk einen ästhetischen Eindruck macht. „Das erreiche ich zum Beispiel dadurch, dass ich die Form des Holzes in der Keramik aufnehme oder indem sich die verschiedenen Farbstufen des Holzes in der Keramikplatte widerspiegeln“, so Ludewig. Keinem seiner Werke in der Delitzscher Ausstellung hat er einen Namen gegeben. Sie sind lediglich durchnummeriert. Damit wolle er nicht irgendeine Interpretation vorgeben, sondern jeden Besucher selbst entscheiden lassen, was er in der Arbeit sieht. Denn, wie heißt es so schön: Kunst liegt im Auge des Betrachters. Und laut den Augen von Besucher Haukur Sigmarsson handelt es sich bei den Arbeiten definitiv um Kunst. „Ich hab sogar schon einen echten Ludewig daheim“, erzählt der 37-Jährige mit stolzem Lächeln. Über Ludewigs eigentlichen Beruf – Tierarzthelfer der Stadtverwaltung Halle – haben sich beide vor Jahren kennengelernt. „Ich finde es wirklich klasse, er ist total kreativ und findet darin den optimalen Ausgleich zum Beruf“, sagt Sigmarsson über den Freund. Noch bis zum 28. April soll die Ausstellung im Delitzscher Stadtschreiberhaus zu sehen sein.

Julia Wick

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