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Stationäre Betreuung weicht Tagespflege – Delitzscher Klinik strukturiert um

Neue Pläne Stationäre Betreuung weicht Tagespflege – Delitzscher Klinik strukturiert um

Engpässe in der Finanzierung, zu wenig Pflegepersonal, teilweise sogar Standortschließungen: In der deutschen Klinik-Landschaft rumort es. Erst recht, seit die Bundesregierung am Krankenhausstruktur-Gesetz arbeitet. Was bedeutet das fürs Kreiskrankenhaus Delitzsch?

Nicht nur Behandeln und Kurieren, auch Informieren gehört zum Angebot des Klinikums Delitzsch. Die Fachärzte Dr. Axel Tamke, Heidi Ulber und Dr. Ute Tröbs erklärten am Querschnittsmodell eines Darmes mögliche Erkrankungen. Das Modell ist rund zwei Meter hoch und lang, zeigt ausgeprägte Polypen und Entzündungen.

Quelle: Wolfgang Sens

Delitzsch/Eilenburg. Auch unter Patienten in der Region gehen Sorgen um, zumal in Delitzsch vor Kurzem der stationäre Bereich räumlich verschlankt wurde. Im LVZ-Gespräch gibt die Führungsspitze Entwarnung: Eine Einschränkung des Behandlungsspektrums an den Standorten Delitzsch und Eilenburg sei weder vollzogen noch geplant. Im Gegenteil: In Delitzsch soll das Angebot im Bereich Pflege sogar erweitert werden.

Straff kalkulieren müssen Steffen Penndorf und Dr. Sigurd Hanke trotzdem. Der Geschäftsführer und der Ärztliche Direktor der Kreiskrankenhaus Delitzsch GmbH verfolgen die Entwicklung auf Bundesebene mit ernstem Interesse. Insbesondere das Strukturgesetz bereitet Kopfzerbrechen. Seit ein paar Tagen aber ein bisschen weniger. Nachdem unter anderem Gewerkschaften und verschiedene Dachverbände Druck machten, wird der Gesetzentwurf noch mal nachgebessert. Einige finanzielle Einschnitte für Kliniken sollen wegfallen.

Andere Probleme bleiben. Zum Beispiel der fehlende verbindliche Schlüssel für Pflegepersonal in den Krankenhäusern. Im deutschen Durchschnitt muss eine Pflegekraft etwa zehn Patienten versorgen. In der Schweiz beispielsweise sind es nur halb so viele, argumentiert die Dienstleistungsgewerkschaft verdi - und trommelt gerade zu einer Unterschriftensammlung für eine Personalschlüssel-Petition. Aus der Belegschaft des Delitzscher Klinikums wird Beteiligung signalisiert, ebenso von der Leitungsebene. "Ein festgelegter Standard wäre in unserem Interesse", sagt Sigurd Hanke.

Immerhin: Das Delitzscher Klinikum sei besser aufgestellt als der deutsche Durchschnitt, die Zahl der zu betreuenden Patienten pro Pflegekraft sei insgesamt geringer als in vielen anderen Häusern, versichert Steffen Penndorf. Dazu tragen offenbar auch Strukturanpassungen bei. Aus bislang fünf Normalstationen wurden kürzlich vier. Die bisher als Station 6 bekannte Einrichtung, die der allgemeinen Chirurgie zugeordnet war, gibt es in bisheriger Form nicht mehr. Statt im Drei-Schicht-System Patienten stationär zu betreuen, dient die Sektion nun dem ambulanten Bereich. Das spart insbesondere in personeller Hinsicht Logistik. "Die Gesamtbettenzahl bleibt aber gleich", betont Penndorf. 146 sind es am Standort Delitzsch. "Es wurde insgesamt neu strukturiert."

Wobei die Räume der Station 6 nur zur Hälfte für ambulante Patienten genutzt werden. Für den übrigen Teil plant die Geschäftsführung eine Tagespflege, ergänzt mit dem Angebot der Verhinderungspflege. Die Klinik-Tochter Valere, die nebenan bereits in diesem Segment aktiv ist, soll sich erweitern. "Dazu läuft das Antragsverfahren. Wir reagieren auf die demografisch bedingt wachsende Nachfrage", so Penndorf. Kürzungen beim Krankenhaus-Personal seien nicht vorgesehen. Erst zum jüngsten Jahreswechsel einigten sich Geschäftsleitung und verdi auf einen Haustarifvertrag für die nichtärztlichen Mitarbeiter. Während der Manteltarif bis Ende 2018 sicher ist, lief die Tarifeinigung fürs Entgelt im September aus. Es muss neu verhandelt werden. Auch das ist Teil der Delitzscher Standortsicherung.

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