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Delitzsch Steigende Tendenz: Diebe fahren auf Räder ab
Region Delitzsch Steigende Tendenz: Diebe fahren auf Räder ab
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15:06 19.05.2015
Uwe Richter hütet das Fahrräder-Depot im Keller des Polizeireviers. Und hat zunehmend Platzprobleme. Quelle: Kay Würker

Viele Räder tauchen zwar wieder auf, doch das stellt die Polizei vor neue Probleme: Die Drahtesel lassen sich vielfach nicht zweifelsfrei ihren Eigentümern zuordnen.

Im Keller des Polizeireviers in der Halleschen Straße herrscht zunehmend Platznot. Zwei Räume sind inzwischen zugestellt mit Fahrrädern aller Couleur: teure und eher einfache, gut gepflegte und nahezu schrottreife, Sporträder und Exemplare mit Kindersitz. "Pro Woche kommen im Schnitt drei hinzu", erzählt Uwe Richter, der als Mitarbeiter im Innendienst das Depot hütet. Manche wurden bei zwielichtigen Personen wegen Diebstahlsverdacht beschlagnahmt, andere lagen verwaist im Gebüsch. Oder standen unangeschlossen im Stadtbild, so dass die Polizei sie aus Sicherheitsgründen in den Keller rollen musste, um einen möglichen Diebstahl zu verhindern.

Und da stehen sie dann und warten auf Abholung durch den rechtmäßigen Eigentümer. Ein aufwendiges Unterfangen. "Viele Leute erkennen ihr Eigentum nicht wieder beziehungsweise können keine Merkmale nennen, anhand derer sich das Rad zweifelsfrei als ihres identifizieren lässt", sagt Revierleiter Klaus Kabelitz. Doch ohne Beschreibung geht es nicht. Schließlich muss der Rad-Suchende beweisen, dass das jeweilige Gefährt tatsächlich seins ist. "Ich rate Fahrradbesitzern dringend, Fotos von ihrem Rad zu machen und sich typische Merkmale wie etwa Kratzer einzuprägen", sagt Klaus Kabelitz. Sinnvoll ist natürlich auch eine Codierung sowie die Aufbewahrung des Kaufbelegs.

Eine Warnung, die immer mehr an Aktualität gewinnt. Die Fahrrad-Diebstahlsrate in Delitzsch klettert nach oben, die Ursachen sind vielfältig. Die Polizei unterscheidet zwischen Einzeltätern, die für den zeitnahen lokalen Weiterverkauf klauen, um sich zum Beispiel Drogen zu finanzieren. Und Tätergruppen, die überregional agieren und es insbesondere auf hochwertige Drahtesel abgesehen haben. "Auch der mittlerweile hohe Wert vieler Fahrräder, der auch vierstellige Eurobeträge erreicht, dürfte die Diebstähle begünstigen. Zumal mancher am Schloss spart", so Kabelitz.

Ein weiteres Problem: Werden Diebstähle nicht angezeigt oder sind Räder nicht als Diebesgut zu identifizieren, müssen sie an die Person zurückgegeben werden, bei der sie beschlagnahmt wurden. "Die Polizei ist in der Pflicht, dem mutmaßlichen Täter nachzuweisen, dass er das Rad wirklich gestohlen hat."

Gefährte, die sich gar niemandem zuordnen lassen, landen schließlich bei der Stadtverwaltung, die sie nach Ablauf einer Frist versteigert. Doch auch dort platzt das Lager aus den Nähten. "Wir müssen darüber nachdenken, ob wir künftig zwei statt nur einer Versteigerung pro Jahr durchführen", sagt Bürgermeister Thorsten Schöne (parteilos).

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.12.2013
Kay Würker

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