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Delitzsch Stelldichein der Heimatfreunde
Region Delitzsch Stelldichein der Heimatfreunde
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20:50 08.05.2011
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Delitzsch

Der Landesverein Sächsischer Heimatschutz mit seinen gut 1300 zahlenden Mitgliedern gab sich mit Jahrestreffen und Hauptversammlung sowie zahlreichen Exkursionen in und rund um die Loberstadt ein Stelldichein.

Rund 250 Hobbyhistoriker, Naturschützer und Denkmalfreunde folgten dem Ruf nach Nordsachsen. „Von Jahr zu Jahr entscheiden wir uns ganz bewusst für Klein- und Mittelstädte wie Delitzsch. Auch, um deren Bekanntheitsgrad zu steigern“, erklärte Vorsitzender Hans-Jürgen Hardtke. Die Stadt am Lober sei vielen der Vereinsmitglieder schließlich noch aus der Zeit vor der Wende bekannt: „Seitdem hat Delitzsch eine beeindruckende Entwicklung hingelegt, auch wenn noch einiges zu tun ist.“ Zudem sei die Stadt mit ihrer historischen Substanz sehr bedeutsam.

Deren Bewahrung und Pflege hat sich der Landesverein mit Sitz in Dresen auf die Fahnen geschrieben, unterhält dazu gleich drei Fachbereiche: Heimatgeschichte und Denkmalpflege, Naturschutz und Landschaftsgestaltung sowie Volkskunde und Volkskunst. Hinzu kommen Facharbeitsgruppen zu Landespflege, Dorfstrukturen oder sächsischer Botanik. „Besonders geht es uns darum, die Heimatverbundenheit in jungen Menschen zu wecken und zu fördern“, so Hardtke. Das älteste Vereinsmitglied ist 92, das jüngste 17 Jahre alt.

Mit Heimatschutz, wie er etwa in den USA verstanden wird, wollen die sächsischen Vereinsleute aber nicht in Verbindung gebracht werden. Der Begriff werde oft missverstanden und dem rechten Spektrum zugeordnet. Der Verein verfolge ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke, heißt es in den Statuten. 1908 gegründet, wurde der Verein 1949 enteignet, aber nie verboten und erfuhr nach der Wende eine deutliche Wiederbelebung. Teile wie der Fachbereich Naturschutz und Landschaftsgestaltung  gelten als anerkannte Naturschutzorganisationen wie etwa der bundesweit agierende Nabu. Insgesamt vertrete der Landesverein so bis zu 15 000 Heimatfreunde.

Dass ein derat großer Verein den Weg an den Lober finde, sei wichtig für die Außenwirkung der Stadt, zog Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos), der den Tag mit einem Vortrag über die Delitzscher Geschichte unterstützte, Bilanz des Stelldicheins. Neben Führungen zu bekannten Zielen wie dem Barockschloss und der Stadtkirche lockten Exkursionen ins Umfeld: Unter dem Motto „Von Romanik bis Barock“ etwa zu den Kirchen im Delitzscher Land, zudem zu den Mühlen Nordsachsens, unter dem Motto „Kreisgräben und Idole“ wurde die Archäologie im Raum Delitzsch-Bitterfeld-Leipzig unter die Lupe genommen. So rücke Delitzsch nicht nur touristisch ins Bewusstsein. „Die Besucher sind wichtige Multiplikatoren“, so der OBM.

Schon in wenigen Wochen geht es für Teile der Heimatschützer schon wieder nach Nordsachsen: Die Arbeitsgruppe sächsische Botaniker führt Ende Juni in Glesien ihre 57. Tagung durch.

Christine Gräfe

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