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Delitzsch Stillstand auf der Polder-Baustelle - Löbnitzer fürchten neue Flut
Region Delitzsch Stillstand auf der Polder-Baustelle - Löbnitzer fürchten neue Flut
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22:30 21.05.2015
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Löbnitz

Dies auch, weil sich seit dem ministerialen Spatenstich mit Vibrationsramme am 4. Mai in Sachen Polderbau Löbnitz nichts tut. "Da passiert einfach nichts, selbst die Ramme ist wieder weg", bringt René Ruppert von der Bürgerinitiative Hochwasserschutz Löbnitz die Sorgen der Anwohner auf den Punkt. Im Dorf drehen sich viele Gespräche um den Nicht-Polderbau. Ängste, dass nun weitere Monate wenn nicht gar Jahre nichts passiert, machen die Runde. "Die Minister kommen nicht zu einem Spatenstich, wo dann nicht auch gebaut wird", beruhigt dagegen Axel Bobbe, Betriebsleiter der zuständigen Landestalsperrenverwaltung auf Anfrage der LVZ. Mit der Baufirma sei für das Baulos Spundwände zudem der Fertigstellungstermin Ende August vereinbart. Bei Nichteinhalten, so informierte Axel Bobbe weiter, drohe eine Vertragsstrafe.

Diese will die Firma Bau- und Haustechnik Bad Düben natürlich nicht zahlen. Nach derzeitigem Stand sehe er da auch keine Gefahr, so Rudolf Schäfer, Geschäftsführer des Bad Dübener Unternehmens, für das das deutschlandweit erstmals angewendete Bauverfahren natürlich auch eine Premiere ist. Er räumt Lieferschwierigkeiten bei den Stahlspundwänden ein. Dabei handelt es sich um schwere Doppel-T-Träger-Konstruktionen. "Das sind Elemente, die es nicht auf dem Baumarkt gibt", weiß auch Axel Bobbe. Erschwerend komme hinzu, dass nur einer der drei deutschen Spundwandhersteller in der Lage ist, dieses spezielle Teil zu produzieren und "dieser walzt dieses Profil nun mal nicht jeden Tag". Dennoch sei es Sache der Baufirma, so Axel Bobbe, dies mit dem Hersteller auszuhandeln.

"Wir haben inzwischen einen verbindlichen Liefertermin", gibt es dazu die erlösende Nachricht von Rudolf Schäfer. In der 24. Kalenderwoche, also in der ab 8. Juni, würden die Spundwände auf die Baustelle geliefert. "Die sind dann fix und fertig beschichtet und können gleich eingebaut werden." Bis dahin hat das Bad Dübener Unternehmen noch einiges zu tun. So sind seit Mittwoch (20. Mai) die Munitionssondierer vor Ort. Und Rudolf Schäfer bekräftigt noch einmal: "Aus heutiger Sicht sehe ich keine Schwierigkeiten, die Spundwände bis Ende August im Boden zu haben."

Die 190 Meter Stahlspundwände sind nur ein kleines Teilstück des insgesamt 1,3 Kilometer langen Flügeldeiches ­Löbnitz. Der dafür notwendige Erdbau soll ab Anfang Juli zum Teil parallel zu den Spundwand-Arbeiten be­ginnen. Der Flügeldeich selbst, der insgesamt rund sieben Millionen Euro kostet, soll die Löbnitzer ab 2016 vor einem Hochwassers schützen, wie es statistisch alle 100 Jahre vorkommt. Der Flügeldeich wiederum ist zugleich Bestandteil des 45-Millionen-Euro-Projektes Polder Löbnitz. Nach dessen kompletter Fertigstellung 2018 können Flächen zwischen Bad Düben und Löbnitz im Hochwasserfall gezielt geflutet werden, was den Wasserspiegel um rund 70 Zentimeter senkt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.05.2015
Ilka Fischer

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