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Delitzsch Streit ums Geld für die Hohenrodaer Mühle
Region Delitzsch Streit ums Geld für die Hohenrodaer Mühle
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10:23 10.10.2016
Kurz nach dem Unwetter: Der Flügel ist beschädigt, die Verlattung heraus gebrochen. Quelle: Christine Jacob
HOHENRODA

Während in Löbnitz noch diskutiert wird, ob sich die Gemeinde eine Mühle leisten kann und will, lohnt ein Blick in die Nachbarkommune. In Schönwölkau ist solch ein Wahrzeichen in Not und sorgt für hitzige Debatten. Die Bockwindmühle Hohenroda ist seit einem schweren Gewitter stark beschädigt, die Verlattung am Flügel ist gebrochen und die an sich windgängige Mühle musste vorerst gesperrt werden. Nun wurde eine Lösung präsentiert, Eigenmittel der Kommune und Fördergelder sollen den Bau im Ortsteil zu altem Glanz verhelfen.

Schönwölkauer finden Mühle zu teuer

Nicht nur der angeknickste Flügel braucht eine Sanierung. Alle Flügel sind verschlissen. Ein komplettes neues Jalousieflügelkreuz soll gebaut werden. Die Ausgaben von insgesamt 39 000 Euro für die Sanierung können durch Mittel aus dem Leader-Programm getragen werden – rund 19 000 Euro kämen aber aus den Mitteln der Gemeindekasse. Viel Geld, das nicht alle ausgeben wollen. Immerhin stünden jährlichen Ausgaben für die Mühle mit weiträumiger Anlage rundum von rund 11 000 Euro nur Einnahmen von etwa 1000 Euro gegenüber.

In Löbnitz geht man nach Erfahrungswerten von durchschnittlich zwischen 3000 und 5000 Euro jährlichen Erhaltungskosten für eine Mühle aus. Hinzu kämen noch die Prämien für die Versicherung. Man finanziere in Hohenroda mit der Mühle ein „teures Hobby“, ärgert sich unter anderem Gemeinderat Jürgen Näther (CDU) aus Brinnis. Der Verein tue sehr viel, argumentiert Mitglied und Hohenrodaer Ortsvorsteherin Gisela Bamberg (Linke). Bei der Aktion „Angestupst“ von LVZ und Sparkasse erreichte der Heimatverein in diesem Frühjahr bereits 1000 Euro. Es gibt regelmäßig Arbeitseinsätze und Pflegemaßnahmen. Diese, so Gisela Bamberg, dienen auch dazu, den Aufwand für Gemeindearbeiter und damit Kosten zu minimieren. Für Veranstaltungen werden Eintrittsgelder kassiert, die auf das Mühlenkonto gehen. Die Mühle dient zudem als Trauzimmer, die Gemeinschaftseinrichtung auf dem Gelände kann für Feiern gemietet werden. „Und es ist nicht unser Hobby“, so Bamberg, „es ist unsere Gemeinschaftseinrichtung, für unsere Gemeinde.“ Es sei bedauerlich, dass jeder sein eigenes Süppchen koche.

Per Stimmenmehrheit wurde der Bürgermeister kürzlich beauftragt, sich um Gelder zu bemühen – zwei Enthaltungen und eine Gegenstimme kamen von den Räten. Volker Tiefensee (CDU) hat bis Mitte Oktober Zeit, die Fördermittel zu beantragen.

Von Christine Jacob

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