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Delitzsch Sturmschaden an einer Weide – Wer ist der Eigentümer?
Region Delitzsch Sturmschaden an einer Weide – Wer ist der Eigentümer?
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00:28 31.03.2018
Trauerspiel um eine Trauerweide am Steinbergweg in Schenkenberg. Der Sturm hat nur wenig von dem Baum übrig gelassen. Aber wer ist für die Entsorgung der Äste zuständig? Quelle: Ditmar Wohlgemuth
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Delitzsch

Im Delitzscher Ortsteil Schenkenberg macht derzeit eine Weide von sich reden. Oder viel mehr das, was von ihr nach zwei Stürmen übrig geblieben ist. Nur noch der Stamm ragt im Steinbergweg in die Höhe. Die einst starken Äste sind weggebrochen, konnten den orkanartigen Böen nicht widerstehen. Der Sturm ist längst vorüber, die Auswirkungen aber noch heute sichtbar.

Reger Schriftverkehr

Im Zuge der Gefahrenabwehr hatte die Schenkenberger Feuerwehr die Äste von der Straße geräumt, um eine Durchfahrt zu schaffen. Zu mehr war sie an diesem Tag an dieser Stelle nicht gekommen, denn ihr Einsatz wurde auch anderen Orts gefordert. So weit, so gut. Als Anwohner die Stadtverwaltung auf die Situation aufmerksam machten, begann etwas, woran wohl keiner der Beteiligten gedacht hätte. „Es begann ein reger Schriftverkehr, der bis heute noch nicht beendet scheint“, berichtete Ulla Bechstein im Schenkenberger Ortschaftsrat. Und wenn sie darüber redet, kann sie den damit verbundenen Zorn kaum zurückhalten. Die Seniorin kann nicht nachvollziehen, dass ein Baum von heute auf morgen einen anderen Eigentümer hat. „Genau das will mir aber die Stadtverwaltung weiß machen“, sagte sie. 25 Jahre lang habe die Trauerweide, die auf Luftbildaufnahmen von 1993 als kleiner Busch zu erkennen sei, der Stadt gehört. Die Seniorin könne dies auch mit Unterlagen belegen. Noch im vergangenen Jahr habe sie ein Schreiben aus dem Rathaus erhalten, in dem dies stehe.

Plötzlich kein öffentlicher Raum

„Jetzt, wo der Baum Arbeit macht, gehört er plötzlich nicht mehr der Stadt. Er stehe auf privatem Gelände“, erzählt Ulla Bechstein weiter. Ihr habe man erklärt, dass bei einer nochmaligen Kontrolle festgestellt worden sei, dass die Grundstücksgrenzen damals nicht genau dokumentiert worden seien. Jetzt stünde fest, dass es kein öffentlicher Raum sei, auf dem Weide stehe.

Schenkenberger werden aktiv

Mittlerweile hat sich auch die Ortsvorsteherin Gudrun Fritzsch (CDU) in den Fall eingemischt, Kontakt mit der Verwaltung aufgenommen. „Allerdings mit einem wenig befriedigendem Ergebnis“, wie sie mitteilte. Sie zeigte durchaus Verständnis dafür, dass nicht immer sofort reagiert werden kann. „Doch nach mehrmaligen Nachfragen und nach Wochen, die zurückliegen, hatte ich schon die Erwartung, dass die Stadtverwaltung handelt.“ Jetzt nehmen die Schenkenberger die Sache selbst in die Hand und machen daraus eine Aktion der Jugendfeuerwehr. Die Grünfläche wird beräumt und damit das Osterfeuer gefüttert.

Von Ditmar Wohlgemuth

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