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Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen

Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen

Delitzsch/Eilenburg. Lebensretter wurden gestern in den Berufsschulzentren (BSZ) in Delitzsch und Eilenburg gesucht. Die Blutkrebserkrankung eines Lehrers am beruflichen Schulzentrum Roten Jahne bei Eilenburg war zunächst der unmittelbare Anlass, die umfangreiche Stammzellen-Typisierungsaktion in der Region zu starten.

Dieser schlossen sich außerdem der FC Eilenburg sowie die Mitarbeiter eines Bad Dübener Autohauses an. Die inzwischen 4,5 Millionen Registrierungen umfassende Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS), mit der natürlich auch anderen Patienten geholfen werden kann, erfuhr damit einen respektablen Zuwachs.

 

 

In der Aula des BSZ Rote Jahne hätte man kurz nach 10 Uhr eine Stecknadel fallen hören können, als Ute Stahl aus Burgstädt bei Chemnitz, ehemalige Berufsschullehrerin, von ihren Erfahrungen mit chronischer Leukämie berichtete und zugleich für die Typisierung durch die DKMS warb. Ihr Tagebuch eines vierjährigen Hoffens und Leidens unter dem Titel "Der Beginn eines neuen Lebens" hat die 56-Jährige beim Wagner-Verlag veröffentlicht. "Ich hoffe, dass wir auch hier die eine oder andere Stecknadel im Heuhaufen finden", gab Schulleiterin Dagmar Fröhlich den jungen Leuten mit auf den Weg, die anschließend freiwillig in den Nachbarräumen das zügige unkomplizierte Erfassungsprozedere ansteuerten. Dort lobte Susanne Fiedler, Pädagogin bei den Heilerziehungspflegern, "wie engagiert 30 Schüler aus verschiedenen Klassen die Aktion vorbereitet haben und heute betreuen". Gestern erwartete Fröhlich, dass sich allein aus diesem Haus bis 17 Uhr 300 Spender beteiligen würden. Die von außerhalb nicht gerechnet. Das zweite Lehrjahr, ergänzte Fiedler, spendete schon vergangene Woche, das dritte wird folgen. Weiterhin betreut von den Fachleuten in spe aus dem Gesundheits- und Sozialbereich.

Das Delitzscher BSZ verband am gestrigen Vormittag seine geplante Blutspende mit einer Stammzellen-Typisierung. Und die Bereitschaft zu helfen war unter Schülern und Lehrern groß. Insgesamt erfolgten durch das Team des DRK-Spendedienstes 37 Blutabnahmen, darunter 25 Erstspenden. 52 Freiwillige beteiligten sich an der Stammzellen-Typisierung.

Stefan Lemke aus Delitzsch vom Wirtschaftsgymnasium ließ sich erstmals anzapfen. Sein Vater ist langjähriger Spender, so sei er auf das Blutspenden aufmerksam geworden und würde es ihm nun, da er 18 Jahre alt ist, gleich tun. Die Stammzellen-Typisierung damit zu verbinden, hält er für eine sehr gute Idee. "Wenn man helfen kann, dann sollte man es tun, denn es kann ja jeden treffen", so der Gymnasiast. In Diana Twarz vom Blutspendedienst hatten die Schüler eine Ansprechpartnerin, die vor Jahren selbst an akuter Leukämie erkrankte und der mit einer Transplantation geholfen werden konnte. "Sechs Wochen hat es damals gedauert, bis ein passender Spender gefunden wurde", konnte sie die Wichtigkeit der Aktion aus eigenem Erleben bekräftigen.

Für Franziska Ludwig und Laura Weber aus dem Gesundheitskurs des Wirtschaftsgymnasiums passte die Aktion hervorragend zum Projekt "Herr Hofmann spendet Blut". Darin beschäftigen sich die Schüler mit dem Thema Blut in seiner Komplexität bis hin zu Sinn und Zweck von Blutspenden. "Sich heute zu beteiligen, hat sich förmlich angeboten. So erfahren wir praktisch, was wir uns theoretisch erarbeitet haben", waren sich die beiden Bad Dübenerinnen einig. Heute geht es für sie auf Exkursion nach Dresden, wo sie sich beim DRK über die Weiterverarbeitung der Blutspenden informieren. Ihr Fachlehrer Andreas Hofmann war wesentlich an der Solidaritätsaktion für den erkrankten Eilenburger Kollegen beteiligt. "Persönlich kenne ich ihn übrigens nicht", sagte Hofmann, der sich über die Spendenbereitschaft seiner Schüler freute und hofft, dass dem an Blutkrebs erkrankten Kollegen damit geholfen werden kann. © Kommentar/Seite 33

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..
Von Karin Rieck und Thomas Ste

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