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Suchhundeeinsatz an Delitzscher Oberschulen wird begrüßt und zeigt erste Wirkung

Drogenmissbrauch Suchhundeeinsatz an Delitzscher Oberschulen wird begrüßt und zeigt erste Wirkung

Der Vorstoß der beiden Delitzscher Oberschulen als präventive Maßnahme Drogenhunde nach illegalen Betäubungsmitteln suchen zu lassen, hat in Delitzsch mehrfach Zuspruch ausgelöst. Wir können das Thema jetzt offen behandeln und konkret mit Schülern, die Probleme haben, arbeiten, um ihnen zu helfen“, sagt Gundel Adler, Leiterin der Artur-Becker-Oberschule.

In einer Toilette der Artur-Becker-Oberschule war Drogensuchhund Max vorige Woche fündig geworden.

Quelle: Wolfgang Sens

Delitzsch. Dass Polizeihunde an Schulen nach illegalen Drogen schnüffeln, das gab es in den zurückliegenden Jahren in Delitzsch noch nicht. Und wie aktuell das Thema Drogen an Schulen ist, das zeigt das Ergebnis dieser von den Schulen initiierten, präventiven Aktion. Wie berichtet, fanden die Drogenhunde am vergangenen Mittwoch in einer Toilette an der Artur-Becker-Oberschule eine Miniwaage. Wie die Polizei zwischenzeitlich bestätigte, sind an ihr „Anhaftungen von Drogen“ nachgewiesen worden. Zwei Tage später fand ein Drogenhund in der Oberschule Delitzsch Nord, ebenfalls in einer Toilette, Reste eines Joints.

„Endlich ein Anfang“

Die Reaktionen auf die Suchaktionen sind breit gefächert, finden aber überwiegend Zuspruch, auch wenn sie manchem nicht weit genug gegangen sind. „Schade, dass Klassenräume und die Schüler nicht mit beschnüffelt wurden.“ So oder so ähnlich wurde in den sozialen Netzwerken unter dem Motto „Endlich mal ein Anfang“ diskutiert.

„Es war keine Hausdurchsuchung im strafrechtlichen Sinne. Dafür hätte es einen richterlichen Beschluss bedurft, sondern es war eine präventive Sache, die als Auftakt für weitere Maßnahmen dienen sollte“, erklärt Klaus Kabelitz, Leiter des Delitzscher Polizeireviers. Es gehe nicht um Strafe, sondern darum, Drogen möglichst von Schulen fernzuhalten. Wie aktuell das Thema Drogenmissbrauch in Delitzsch ist, zeigt das vergangene Wochenende, wo in einer Disco in kürzester Zeit acht Drogendelikte festgestellt wurden. „Deshalb wollen wir mit Prävention eine breite Masse erreichen“, sagt Kabelitz. Den Schulen könne er nur empfehlen, immer wieder auf das Problem und die Veränderungen auf diesem Gebiet hinzuweisen.

Gespräche mit Eltern

Derweil zeigt der Hundeeinsatz erste Ergebnisse. In den Ermittlungen habe die Polizei viele relevante Informationen erhalten. Auch konkrete Verdachtsmomente bezüglich der gefundenen Waage gebe es bereits, so Kabelitz weiter. Aber die Ermittlungen benötigten Zeit. „Noch am Tag des Hundeeinsatzes haben sich Schüler offenbart, Probleme mit Drogen zu haben“, berichtet Gundel Adler, Leiterin der Artur-Becker-Oberschule. Es gebe Gespräche mit diesen Schülern und deren Eltern, „denn wir wollen nicht verurteilen, sondern helfen, von den Drogen wieder wegzukommen“. Auch der Schutz der Mitschüler spiele eine wichtige Rolle, deshalb seien zur Frage „Wie kann ich mich schützen?“ die Sozialarbeiter aktiv. „Wir können das Thema jetzt sehr offen diskutieren. Das ist ein Vorteil“, sagt die Schulleiterin. Dem stimmt ihr Amtskollege Andreas Hess von der Nordschule , der die Aktion gern wiederholen möchte, vorbehaltlos zu. „Vielmehr Schulen sollten so etwas tun, denn es war ein Aufrüttler.“

Auch positive Rückmeldungen von Eltern erreichten die Artur-Becker-Schule, die den Mut begrüßen, hinzugucken statt wegzuschauen. Diese Haltung unterstützt der Delitzscher Polizeichef: „Als Vater und Polizist ist mir eine Schule lieber, die die Dinge direkt anspricht, als eine, die abwiegelt und beschwichtigt.“ Deshalb hofft der Delitzscher Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos), dass man auch in anderen Schulen mit höheren Klassenstufen, wie im Gymnasium und in der Berufsschule, derartigen Untersuchungen künftig offen gegenübersteht. „Schulen sind kein Ort für Drogen, deshalb sind künftige Einsätze in unregelmäßigen Abständen absolut wünschenswert“, so der OBM.

Von Thomas Steingen

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