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Täglicher Ritt als Lebenselexier

Täglicher Ritt als Lebenselexier


Löbnitz. Eine riesige aus Sägespänen gelegte 80 führte gestern zum Festzelt, in dem Wolfgang Müller seine Geburtstagsgäste empfing.

. „Wir laden nicht ein", erklärte seine Frau Ina Saalbach-Müller. Dass sie dennoch mit vielen Gratulanten rechnete, bewies die Größe des Festzeltes, das hinter der Zahnarztpraxis und neben den Pferdeställen aufgebaut war. Eine gute Entscheidung. Denn schon kurz nach 7 Uhr trafen die ersten Gäste bei dem auch weit über die Ortsgrenze hinaus bekannten und verehrten Löbnitzer ein. Und bis zum Abend sollte der Strom nicht abreißen.

Wolfgang Müller, der als Dressurreiter die Farben der DDR 1968 in Mexiko und 1972 in München vertrat, wurde 1973 von seinen inzwischen verstorbenen Namensvetter Martin Müller in das Pferdedorf geholt. „Trotz Medaillen bei Europa- und Weltmeisterschaften wurde unser Dressurteam nach dem 4. Platz bei der Olympiade 1972 in München aufgelöst", erinnerte sich der Jubilar. Er verabschiedete sich von seiner Laufbahn als Armeesportler und von Potsdam, zog nach Löbnitz und übernahm in der dortigen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) die Abteilung Pferde.

„Ein Glücksfall", wie der Löbnitzer Bürgermeister Axel Wohlschläger (CDU) noch heute findet. „Er hat maßgeblich dazu beigetragen, dass unser Ort bis heute auch als Pferdedorf bekannt ist." Ähnlich sieht es Landrat Michael Czupalla (CDU). „Hätten wir das Müller-Duo nicht gehabt, wäre nach der Wende hier in Sachen Pferdesport wohl einiges den Bach runtergegangen", schätzte dieser weiter ein. „Er ist ein fairer Partner, ein absoluter Fachmann und hat seine Kontakte für die Region genutzt", führte der Landrat weiter aus, der im Übrigen zugibt, fasziniert zu sein, von der Disziplin, Ordnung und Geradlinigkeit des Jubilars. Kritisieren könne man höchstens, dass er viel zu bescheiden sei.

Dazu passt, dass der im heutigen Polen als zweiter von fünf Brüdern Geborene, sich zunächst auch gegen das Erscheinen dieses Beitrags sträubte. „Ich möchte nicht so viel Aufhebens um meine Person." Er sei zudem nicht der Typ, der oft und lange zurückblicke. „Gestern ist schließlich schon vorbei." Viel lieber schaue er noch vorn und da möchte er auch künftig noch vielen jungen Leuten in der Ausbildung helfen, auch wenn er sein Engagement, das ihn früher bis nach Ungarn, Tschechien oder Polen führte, inzwischen heruntergefahren hat.

Dass er sich dabei Achtung erwarb, das zeigt nicht nur der sehr seltene Titel „Reitmeister", den ihm die Deutsche Reiterliche Vereinigung als Anerkennung für sein jahrzehntelanges fachliches und soziales Engagement verlieh. Etliche seiner ehemaligen Schützlinge und Mitstreiter aus dem Nationalteam schauten gestern auch in Löbnitz vorbei. Neben seiner Frau und Freunden halfen zwei Brüder samt Familien die Gäste zu bewirten. Und auch wenn es der Vater zweier Töchter und Opa dreier Enkel dann doch sichtlich genoss, mit seinen Gästen zu plauschen, viel lieber als diesen Trubel und die Gespräche über Pferde, liebt er es bei diesen zu sein.

Fünf Pferde der im Dressursport weithin bekannten Madeline Winter-Schulze stehen derzeit im Löbnitzer Stall. „Wenn ich um 7 Uhr in meiner Zahnarztpraxis beginne, dann geht mein Mann in den Stall. Ohne Pferde geht es nicht", ist sich seine Frau Ina Saalbach-Müller sicher. Und bis heute trainiert ihr Mann für die bekannte Dressurreiterin deren Pferd. Und dieser wünscht sich nur eins: „Gesundheit, um weiter täglich reiten können."

Ilka Fischer

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