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Tage am Strand mit Rettungsbrett,Insektenstichen und Kindersuche

Tage am Strand mit Rettungsbrett,Insektenstichen und Kindersuche

Diese Bank ist ihnen sicher. Denn die Rettungsschwimmer der Wasserwacht Eilenburg sind am Wochenende in der Regel die Ersten im Freibad am Kiessee. Das Outdoor-Möbel in der Nähe des Nordwest-Eingangs und dessen Umgebung ist ab 9 Uhr Dienstsitz.

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Mit dem Rettungsbrett sind sie im Ernstfall schnell zur Stelle: Max Berger, Jens Küster, Benjamin Schwarz-Jirg (von rechts). Jonas Hickmann (links) lernt noch.

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg. Der kleine Rettungsschwimmer-Turm hätte für die Gruppe nicht genug Platz, der Überblick ist von hier aus ebenso gut.

Wie viele Gäste werden kommen? Das richtet sich natürlich nach dem Wetter. Klettert das Quecksilber nicht über die 30 Grad, ziehen Wolken vorbei, "ist das schlecht einzuschätzen", erklärt Benjamin Schwarz-Jirg. Der 17-Jährige hat gerade mit seinem Altersgenossen Max Berger und mit Jens Küster, 39 und stellvertretender Vereinschef, Dienst. Auch Jonas Hickmann gehört an diesem Tag zum Team. Mit seinen 13 Lenzen ist er erstmal nur zum Zugucken gekommen. Insgesamt wechseln sich an die 40 Mitglieder der Wasserwacht, die zum DRK Eilenburg gehört, ab. Ausgerüstet sind sie mit Funkgerät, aber auch mit Rucksack in dem die Erste-Hilfe-Ausrüstung steckt, sowie einem weißen Rettungsbrett, das am Ufer liegt. "Damit ist man am flexibelsten und am schnellsten", erzählt Küster. Wenn besondere Events wie die Ruderregatta anstehen, wenn der Besucheransturm groß ist, wird vorsorglich das Rettungsboot zu Wasser gelassen. Vor allem aber wenden sich die Badenden mit Bienen- oder Wespenstichen oder Schnittverletzungen an die Helfer. "Als letztens Kinder im Schilf spielten, kamen sie gleich zu viert." Die Einsätze im Wasser sind da seltener. Manchmal traut sich jemand zu viel beim Schwimmen zu, fürchtet das Ufer nicht wieder zu erreichen. Auch Kinder werden gesucht und gefunden. Meist im Trockenen. "Auf dem Spielplatz", stellt Küster fest. Es sei wahrscheinlich zehn Jahre her, dass am Freizeit- und Erholungszentrum ein ernsthafter Badeunfall registriert werden musste. "Vielleicht liegt das auch daran, dass der Strand so gut bewacht ist", gibt er zu bedenken. Überwacht wird der Badestrand im Freizeit- und Erholungszentrum (FEZ), nicht der gesamte See. Die Wasserwacht ist über die FEZ-GmbH für die Sonnabende und Sonntage engagiert, in der Woche arbeitet ein hauptberuflicher Schwimmmeister. "Wir finanzieren von den Einnahmen den Trainingsbetrieb in der Schwimmhalle, die Unterhaltskosten fürs Motorboot und den Transporter", erklären die Helfer. Schließlich will die Wasserwacht auch für die Lebensrettung im Hochwasserfall bereit sein. Neulich im Sommerlager wurde sogar das Aussteigen aus dem fahrenden Boot geübt.

Jonas, diesmal der Jüngste im Einsatz, steht am Beginn der Ausbildung. Nicht allein Schwimmen gehört dazu, auch Erste Hilfe. Je nach Perspektive können Spezialisierungen dazukommen. Jens Küster, heute Rechtsanwalt von Beruf, stieß schon zu DDR-Zeiten als Schüler dazu. Max und Benjamin wollten einst nur Schwimmen lernen und sind dabei geblieben. Die Anforderungen für die Rettungsschwimmer-Abzeichen von Bronze bis Gold sind hoch: Sprünge, Streckentauchen, Transportschwimmen. Die 17-jährigen haben sie geschafft: Dank jahrelangem Training.

Das nächste Trainingsjahr der Wasserwacht beginnt am Montag, 24. August, für alle Gruppen um 18 Uhr im FEZ. Ab 7. September findet es in der Schwimmhalle Eilenburg statt. Wer Lust hat mitzumachen, kann sich montags zwischen 17 und 18 Uhr in der Schwimmhalle bei der Wasserwacht des DRK Eilenburg melden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.08.2015
Heike Liesaus

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