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Tagesmütter sind die Stütze der Kinderbetreuung in Delitzsch

Steigerung geplant Tagesmütter sind die Stütze der Kinderbetreuung in Delitzsch

Ohne sie geht es nicht. In einer Zeit, in der die Wartelisten in den Kitas länger und länger werden, sind Tagesmütter eine wichtige Stütze der Kinderbetreuung. Seit mehr als zehn Jahren sind vor allem Quereinsteigerinnen aktiv in Delitzsch. Und ihre Zahl wird auf absehbare Zeit noch nach oben klettern.

Petra Krause war die erste Tagesmutter in Delitzsch.

Quelle: Christine Jacob

DELITZSCH. Wartelisten für Kita-Plätze – sie sind längst üblich in Delitzsch und Umgebung, und so wird über Erweiterungen und neue Möglichkeiten nachgedacht, wo es nur geht. Eine wichtige Stütze dabei: Tagesmütter. 13 tun momentan ihren Dienst in Delitzsch, schon ab März werden es 14 sein, weil eine aus dem Mutterschaftsurlaub zurückkehrt und ihre Vertretung gleich dabei bleibt. Schon jetzt ist ihre Gruppe voll. In den nächsten Monaten soll die Zahl der Tagesmütter weiter steigen. Die Stadtverwaltung plant, bis zu drei neue Tagesmütter einzusetzen.

Wartelisten auch bei den Tagesmüttern

Es ist nötig, denn auch die Frauen, die sich um die Kleinsten im Krippenalter kümmern, kennen das Problem der Warteliste. „Wir sind alle voll ausgelastet“, sagt Diana Dietrich. Die 37-Jährige ist die Sprecherin der Delitzscher Tagesmütter und seit 2009 mit ihrer Einrichtung „Grashüpfer“ im Geschäft. Fünf Betreuungsplätze hat jede der aktuell 13 Tagesmütter. Nur wenn die Kinder so wie gerade bei Diana Dietrich mal krank sind, sind weniger Knirpse zu betreuen. Wer sein Kind bei einer Tagesmutter wie der früheren Reiseverkehrskauffrau unterbringt, der hat entweder keinen oder noch keinen Platz in seiner Wunschkita bekommen oder er setzt bewusst auf die individuellere Betreuung. Tagesmütter können sich intensiver um die Kinder kümmern, zielgenauer auf die Bedürfnisse eingehen als in großen Gruppen. Auch das erzeugt Nachfrage. Diana Dietrich hat den Überblick und oft stehen frisch gebackene oder werdende Eltern in ihrer Mini-Kita in der Laueschen Straße, erzählen von der Suche nach Betreuungsplätzen und fragen nach freien Kapazitäten. Oft muss Diana Dietrich vertrösten – auf ein paar Monate später meist oder frei werdende Betreuungsplätze in Kitas, von denen sie gehört hat. „Man ist auch Familienhilfe“, beschreibt sie ihre Aufgabe.

Vertreterregelung noch nicht gefunden

Die Delitzscherin kennt sich aus, einmal im Jahr macht sie ein Praktikum in einer Kita. Einmal im Jahr kommt das Jugendamt und begutachtet ihre Räumlichkeiten. Wie alle ihre Kolleginnen musste Diana Dietrich ihre Tätigkeit beantragen und eine Prüfung durchlaufen. Alle Tagesmütter setzen auf eine Art der freiwilligen Selbstkontrolle und treffen sich monatlich, wechseln dabei von Monat zu Monat von einer ihrer Einrichtungen zur nächsten und tauschen sich dort aus. Eine Verbesserung haben sie mithilfe des Stadtrats bereits erreichen können. Seit diesem Jahr gilt die neue „Richtlinie Kindertagespflege“. Tagesmütter werden damit besser vergütet – es gibt rund 125 Euro mehr für die Betreuung, wenn ein Kind einen Vollzeitplatz hat. So erhalten die Tagesmütter knapp 580 Euro pro Kind und Monat anstelle der bisher gezahlten 455 Euro. Vor allem aber wird der Sachaufwand mit vergütet, zudem gibt es anteilige Erstattungen bei den Miet- und Wohnkosten oder auch eine Pauschale in Höhe von 40 Euro pro Kind und Monat für weitere Sachkosten. „Das ist eine Anerkennung unserer Arbeit insgesamt“, freut sich die Tagesmutter. Doch um das Geld allein geht es nicht, denn es gibt noch immer eine entscheidende Lücke, erinnert Diana Dietrich: „Es gibt noch keine Vertreterregelung, wenn eine der Tagesmütter krank wird.“ Im Namen ihrer Kolleginnen plädiert sie daher dafür, dass eine weitere Tagesmutter als „Ersatzmama“ ihren Dienst antritt und bewusst Plätze frei halten kann, um die Kinder anderer zu übernehmen.

Von Christine Jacob

Delitzsch 51.525574 12.3380993
Delitzsch
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