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Delitzsch Tanklöschzug fährt an Haus - Feuerwehrmann schwer verletzt
Region Delitzsch Tanklöschzug fährt an Haus - Feuerwehrmann schwer verletzt
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16:50 19.05.2015
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Zwei weitere Kameraden zogen sich schwere, sieben Männer leichte Verletzungen zu. Alle wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht. Es war ein Horrorszenario, das die Rettungskräfte erlebten. Feuerwehrleute mussten ihre Kameraden mit schwerem Gerät aus dem Fahrzeug holen.

Die Delitzscher Mannschaft war auf dem Weg zum Einsatz nach Löbnitz in das Hochwassergebiet. Die Männer befanden sich, so wie auch andere Wehren, bereits die gesamte Woche über im Dauereinsatz. Diese Ablösung bestand jedoch aus frischen, ausgeruhten Kräften. Alle waren gut gelaunt und froh, ihren Löbnitzer Freunden helfen zu können. Umso unerklärlicher ist es, warum das tonnenschwere Fahrzeug auf den Seitenstreifen geriet und an die Hauswand stieß. Unter den Verunglückten waren auch Söhne der Rettungskräfte, die am Unfallort eintrafen. Professionell haben sie ihre Aufgabe erfüllt. Als alle Personen geborgen waren, fiel die Last ab. Gestandene Männer weinten, hielten sich gegenseitig in den Armen, gaben sich Halt. Löbnitzer Kameraden kamen ihren Freunden zu Hilfe, standen ihnen bei.

Gestern Nachmittag besuchten Sachsens Innenminister Markus Ulbig, Landrat Michael Czupalla (beide CDU) und Delitzschs Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) die Delitzscher Kameraden in der Feuerwache sowie zwei Verletzte in den Krankenhäusern in Delitzsch und Leipzig. Diese beiden dürfen bald wieder nach Hause. Ein Kamerad liegt in der Leipziger Universitätsklinik. Sein Zustand ist kritisch, aber stabil. Für Ulbig sei es eine "selbstverständliche Herzensangelegenheit", den Kameraden in dieser schwierigen Situation beizustehen. "Es ist ein trauriger Anlass, der mich nach Delitzsch führt. Ich drücke dem schwerverletzten Kameraden die Daumen und wünsche auch ihnen alles Gute", so der Minister.

Delitzschs Bürgermeister Thorsten Schöne (parteilos) und sein Löbnitzer Kollege Axel Wohlschläger (CDU) erklärten ihr Mitgefühl und hoffen, dass alle Beteiligten schnell genesen. Enrico Häublein, Wehr- und Einsatzleiter beim Hochwasser in Löbnitz, stand noch gestern die Betroffenheit ins Gesicht geschrieben. "Die Kameraden waren auf dem Weg zu uns, um uns zu helfen. Uns ist es wichtig, dass sie und ihre Angehörigen wissen, dass wir gedanklich bei ihnen sind." Die Unfallursache ist bisher noch nicht geklärt. Die Polizei nahm die Ermittlungen auf. Die Untersuchungen dauern an.

Ditmar Wohlgemuth/Frank Pfütze

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.06.2013

Ditmar Wohlgemuth/Frank Pfütze

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