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Tatsache: Kreisel mindern die Unfallschwere

Tatsache: Kreisel mindern die Unfallschwere

Kreisverkehre sind nicht erst ein Thema, seitdem Unfalltote mahnen und sich die Delitzscher Initiative Pro Kreisverkehr gebildet hat (wir berichteten). Bereits 2004 schätzte der Deutsche Verkehrssicherheitsrat ein, dass der „Kreisverkehr als Idealform für sichere Verkehrsknotenpunkte“ angesehen wird.

Delitzsch. Denn dort treffen die Verkehrsströme tangential und nicht frontal aufeinander. Mit demselben Argument sprechen Dietmar Biebl und seine Mitstreiter von der Initiative seit Tagen Menschen an, um sie für eine Unterschrift für mehr Verkehrskreisel zu bitten.

Die Unterschriftenliste wird von Tag zu Tag länger. Das zeigt aus Sicht von Dietmar Biebl vor allem eines: „Die Leute wollen die Kreisel, weil sie mehr Sicherheit bieten. Dafür geben sie ihren Namen.“ Derzeit sind mehrere hundert Unterschriften zusammengekommen. Wie mit ihnen weiter verfahren werden soll, hänge letztlich davon ab, wie viele insgesamt zusammenkommen. Zunächst dachte Biebl an eine Petition, doch die, so glaubt der Delitzscher, würde „vielleicht nicht so wahrgenommen werden wie erhofft und wahrscheinlich zu wenig bewirken“. Er ist vor allem von den positiven Reaktionen der Menschen überrascht, die er anspricht. Viele würden spontan wissen, wo noch Kreuzungen gegen Kreisverkehre ausgetauscht werden müssten.

Das Straßenbauamt Leipzig, zuständige Behörde für die Bundesstraßen, prüft auf Anfrage dieser Zeitung, warum Kreuzungen in der Delitzscher Region, obgleich sie neu angelegt, nicht als Kreisel gestaltet wurden. Die zuständigen Mitarbeiter wollen sich jedoch zunächst noch mit der Unfallkommission konsultieren, ehe sie eine Antwort geben. In der nächsten Wochen werden die Informationen vorliegen, hieß es aus dem Amt.

In der Tat ist die Unfallhäufigkeit ein Kriterium für das Anlegen eines Kreisels. Verkehrsexperten gehen davon aus, dass dieser die Unfallschwere wesentlich verringert, weil die Geschwindigkeit geringer ist und es weniger Konfliktpunkte gibt. Allgemein gilt sogar, dass Kreisverkehre sicherer sein sollen als signalgesteuerte Kreuzungen. Auf Grund des Einrichtungsverkehrs müssen die Fahrzeuge nicht das gefährliche Kreuzen eines anderen Verkehrsstromes befürchten.

Entscheidungen für Straßenbauprojekte sind an eine Reihe von Daten gekoppelt. Nicht zuletzt ist es die Unfallhäufigkeit, die das Für und Wider beeinflusst. Dass Kreisel kostengünstiger im Bau und in der Unterhaltung sind, wird kaum noch bestritten. Allerdings ist der Platzbedarf bei solchen Straßenbauvorhaben vergleichsweise größer. Zumeist wird aus diesem Grund auf die Realisierung weitgehend verzichtet. Sie sind aber auch dann ungeeignet, wenn zu ungleiche Verkehrsbelastungen in den einzelnen Zufahrten vorliegen oder die sich kreuzenden Straßen eine zu unterschiedliche Bedeutung haben. Als problematisch und unfallträchtig schätzen Experten die Führung des Rad- und Fußgängerverkehrs in einem Kreisel ein. Einfahrende Autofahrer würden zu oft den Radfahrern die Vorfahrt nehmen. Das immer wieder gebrachte Argument, ein Kreisverkehr würde den Fahrzeugfluss behindern, hat sich in der Praxis nicht bestätigt. Die Durchlassgeschwindigkeit, so zeigen es Studien, liegt oft höher als bei Ampelkreuzungen.

Erst am Sonnabend beim 1. Tag der Vereine hatte die Initiative um Unterstützung geworben. Nachdem Frontmann Biebl zunächst vor Kaufland im Norden 130 Autogramme gesammelt hatte, setzte er das Sammeln von Unterschriften auf dem Delitzscher Markt fort. Spontan trat er ans Mikro und informierte die Anwesenden über seine Absichten. Weitere zwei Dutzend Loberstädter unterzeichneten. Neue Mitstreiter werden noch gesucht.

⁄Infos gibt es im Internet unter www.initiate-pro-kreisverkehr.de. Ein Kontakt ist über die E-Mail-Adresse initiativeprokreisverkehr@gmx.de möglich. Unterschriftenlisten können an das Postfach 1111, 04501 Delitzsch geschickt werden.

Von Ditmar Wohlgemuth

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