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Delitzsch Tausende Besucher beim Abfisch-Spektakel an den Schadebachteichen
Region Delitzsch Tausende Besucher beim Abfisch-Spektakel an den Schadebachteichen
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19:00 28.10.2018
Abfischen an den Schadebachteichen. Quelle: Anke Herold
Lindenhayn

Das Abfischen ist nichts für Kälteempfindliche. Männer in Gummihosen, Gummistiefeln und dicken Jacken trotzen der Kälte und Nässe. Packen zu und ziehen mit aller Kraft die Netze an den Tunnel. Nachdem die Karpfen den Mönch passiert haben, werden sie von den Fischern in große Netze aus dem kalten Wasser gehoben und in die Bottichen sortiert. Von dort aus werden die schuppigen Gesellen in die Hälterbecken abtransportiert. Das Umlagern muss auf schnellstem Weg passieren.

Marcel Reinhardt wachte am Wochenende an den Schadebachteteichen an der B 2 zwischen Lindenhayn und Wellaune mit scharfem Blick beim alljährlichen Abfischen über die Prozedur. Im fünften Jahr ist er Teichwirt und muss mit Ausfällen in der Ernte rechnen. „Die lange Trockenzeit hat zum Sauerstoffmangel in den Gewässern geführt. Die Temperaturen in der Abfischzeit waren ungewöhnlich mild. Letztlich ist das ein erheblicher Umstand, der die Ernte beeinträchtigte“, so Reinhardt. Eine Bilanz könne jedoch erst gezogen werden, wenn der Teich komplett geleert ist.

Bereits an den beiden Wochenenden zuvor wurden die Teiche in Reibitz und Badrina bearbeitet. Später als in den vergangen Jahren. Die Wetterlage ließ dies nicht eher zu. Insgesamt 80 Hektar Wasserfläche mussten abgelassen werden. „Das Abfischen ohne den Rückhalt und die Hilfe durch die Familie wäre überhaupt nicht möglich“, erzählt Jenny Eckert. Sie ist die Lebenspartnerin und starke Frau an der Seite des Fischers. Auch der einstige Teichwirt Hubert Hentzsch ist wie viele weitere Ehrenamtler als helfende Hand vor Ort.

Tausende pilgerten Wochenende zum Abfischen an die Schadenbachteiche an der B 2 zwischen Wellaune und Lindenhayn.

Der Schadebach wird vor allem als Schaufischen für die Kunden reserviert. Wer möchte, konnte sich an der Verladestation ein Bild über die harte Arbeit machen und später vor Ort gleich den frisch geernteten und artgerecht geschlachteten Karpfen an den Verkaufshütten sichern. Der kleine Liam Luca Feig aus Delitzsch ist mit seiner Familie gekommen. Der Teichwirt hält kurz ein Exemplar in der Hand und lässt den Jungen das Tier berühren, bevor der mehrere Kilo schwere Fisch in den Bottich zurückgleitet. „Ganz schön klitschig “, erzählt der Zehnjährige und erklärt weiter: „Wir wollen uns heute ein paar Fische ansehen und noch etwas auf dem Bauernmarkt kaufen“, und seine Mutter fügt hinzu: „Wir nutzen jedes Jahr die Gelegenheit und kommen zum Abfischen her“.

Karpfen und mehr waren im Angebot

Viele waren natürlich gekommen, um die zirka dreieinhalb Kilo schweren und fast einen halben Meter langen Prachtexemplare der Karpfen oder anderer Arten frisch zu kaufen. Hin und wieder sah man man es noch in den Beuteln zucken. Etwas erstaunt schaute der ein oder andere nach. Aber alles ist in Ordnung, denn das ist die Besonderheit, dass Fische nach der Schlachtung noch gelegentlich auf sich aufmerksam machen.

Neue Händler beim Bauernmarkt

Zwischendurch lässt sich auch mal die Sonne blicken und lockt Hunderte Gäste an die Imbissstände. Backfisch, Fischsuppe, Räucherfisch, aber auch Spezialitäten wie Flammlachs sind zu haben. Auf dem gut sortierten Bauernmarkt bieten zirka 40 Händler aus der Region alles was das Herz begehrt zum Verkauf an. Erntefrisches Gemüse, Gewürze, Haushalts- und Töpferwaren warme Kleidung von Kopf bis Fuß für groß bis klein, herbstliche Gestecke, Schmuck und kulinarische Spezialitäten. Jenny Eckert, die die Fäden hier in der Hand hielt freute sich, dass auch neue Anbieter und Händler das Marktleben bereichern. Ein positiver Aspekt nach vielen Auf und Ab in diesem Jahr. Nicht nur wegen Hitze und Trockenheit. Ende Juni musste der Teichwirt nach einer Brandstiftung einen großen Verlust hinnehmen. Hütten für den Markt und wichtiges technisches Instrumentarium mussten kurzfristig ersetzt werden. Trotz aller Probleme aber sind die Intitaitoren zufrieden – das Abfischen 2018 war wieder ein voller Erfolg.

Hofladen bietet die frische Ware an

Die neue Ernte kann in den folgenden Wochen im Hofladen der Fischerei Reibitz, der Donnerstag und Freitag von 9.00 bis 16.00 Uhr und Samstag von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr geöffnet ist, erworben werden. Ausserdem wird das Weihnachtsgeschäft über Land auch in diesem Jahr wieder florieren. Die Termine und Orte hierzu können auf der Homepage www.fisch-reinhardt.de verfolgt werden.

Von Anke Herold

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