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Delitzsch Taxi-Bedarf in Delitzsch: Um Mitternacht will niemand mehr fahren
Region Delitzsch Taxi-Bedarf in Delitzsch: Um Mitternacht will niemand mehr fahren
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15:00 17.12.2016
Der Bedarf nach einem Taxi gegen Mitternacht in Delitzsch ist sehr gering. Quelle: dpa
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Delitzsch

Jetzt ist es raus. Der Bedarf an einem Taxi um Mitternacht am Unteren Bahnhof in Delitzsch geht gegen null. Das ergab ein zweimonatiges Experiment des Taxiunternehmens Landtaxi Schönwölkau. Es hatte auf eine Kritik einer Kundin reagiert, die die Loberstadt zwischen 23 Uhr und 24 Uhr unterversorgt sah.

Kein Taxi da

Im konkreten Fall hatte sie an einem Sonntag vom Unteren Bahnhof in die Beerendorfer Straße mit einem Taxi fahren wollen. „Es stand keines vor dem Bahnhofsgebäude und per Telefon habe ich auch keines bestellen können“, hatte sie bemängelt. Daraufhin entschloss sich Udo Habermehl, Geschäftsführer des Landtaxis, zu einem Versuch. Zwei Monate lang stellte er ein Taxi auf den Delitzscher Bahnhofsvorplatz, das die Züge von Leipzig kommend mit Ankunft in Delitzsch um 23.36 Uhr und 0.37 Uhr abwartet. Das Ergebnis ist ernüchternd. „Es hat in diesen acht Wochen insgesamt nur vier Fahrten in dem Zeitraum um Mitternacht gegeben“, erklärte Habermehl. Dabei habe es sich ausschließlich um Kunden gehandelt, die spontan ein Taxi brauchten. Nicht darunter fallen jene Fahrten, die vorher bestellt wurden. Der Taxiunternehmer habe zudem festgestellt, dass „die Leute, wenn sie um die Zeit mit der Bahn von Leipzig kommen, ihr Taxi vorher bestellen, um ganz sicher zu gehen“.

Unternehmen ist vorberietet

Auf Fahrten um Mitternacht herum sei das Unternehmen durchaus vorbereitet. „Es steht um diese Zeit immer ein Wagen von uns am Platz“, sagte Haberkorn. Einzige Ausnahme: Das Fahrzeug ist gerade mit einem Kunden unterwegs. Nach absolvierter Fahrt käme es aber wieder zurück. „Wir warten bis 0.45 Uhr.“ Auch künftig wolle man dies den Fahrgästen so anbieten, trotz des jetzt nachweislich nicht so erheblichen Bedarfes. Der Fahrer in dieser Schicht habe sich ohnehin schon dran gewöhnt, bestätigte Habermehl. Diese Regelung habe zudem noch einen weiteren Vorteil: „Bis 0.45 Uhr können so auch noch Fahrten über das Telefon am Platz angenommen werden.“ Das wäre sonst ab 0 Uhr nämlich nicht mehr besetzt. Bis etwa 3 Uhr wird dann aber tatsächlich niemand mehr rangehen.

Für Udo Habermehl hat der kleine Versuch einmal mehr die Erkenntnis bestätigt: Wer ein Taxi zu vermeintlich ungünstigen Zeiten braucht, sollte es unbedingt vorher ordern. „Wir fahren rund um die Uhr, aber wir wollen es dann vorher auch wissen.“ Eine Bitte, die durchaus nachvollziehbar ist. Das trifft übrigens auch für die kommenden Feiertage zu.

Von Ditmar Wohlgemuth

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