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Telekom baut noch in diesem Jahr in der Stadt Delitzsch die Breitbandversorgung aus

Schnelles Internet Telekom baut noch in diesem Jahr in der Stadt Delitzsch die Breitbandversorgung aus

Die Deutsche Telekom baut in eigener Verantwortung ihr Breitbandnetz im Vorwahlbereich 034202 der Stadt Delitzsch einschließlich der Ortsteile Döbernitz, Gertitz, Kertitz, Rödgen, Schenkenberg und Storkwitz aus. Damit erhalten 8450 Haushalte ab Jahresbeginn 2018 schnelleres Internet mit bis zu 100 Megabit pro Sekunde.

Der Delitzscher Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) und Beatrice Strangalies, Regionalmanagerin der Telekom für den Breitbau-Ausbau im Landkreis Nordsachsen, unterzeichnen am Nordplatz die symbolische Willenserklärung zum Internetausbau in der Stadt und in Ortsteilen.

Quelle: Thomas Steingen

Delitzsch. Frohe Kunde für Internetnutzer in Delitzsch: In der Stadt und in weiteren Ortsteilen baut die Deutsche Telekom im Vorwahlbereich 034202 noch in diesem Jahr ihre Breitband-Infrastruktur aus. Damit will das Kommunikationsunternehmen ab Anfang 2018 rund 8400 Haushalten schnelles Internet anbieten. Die Investition betrifft Teile der Innenstadt, den Delitzscher Norden und Westen sowie die Ortsteile Döbernitz, Gertitz, Kertitz, Rödgen, Schenkenberg und Storkwitz. Am Dienstag haben dazu der Delitzscher Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) und Beatrice Strangalies, Regionalmanagerin der Telekom für den Breitbandausbau im Landkreis Nordsachsen, eine Willenserklärung unterzeichnet.

16 Kilometer Glasfaserkabel

„Das neue Netz wird so leistungsstark sein, dass Telefonieren, Surfen und Fernsehen gleichzeitig möglich sind. Auch das Streamen von Musik und Videos oder das Speichern in der Cloud wird bequemer“, kündigt Strangalies an. Das maximale Tempo beim Herunterladen in den auszubauenden Bereichen wird sich bis auf 100 Megabit pro Sekunde erhöhen. Insgesamt werden 16 Kilometer Glasfaserkabel verlegt und zusätzlich 58 Verteiler neu aufgestellt oder mit moderner Technik umgerüstet.

„Die Telekom wertet damit nicht nur unsere Stadt, sondern jedes einzelne Grundstück im Ausbaugebiet auf“, sagt Oberbürgermeister Manfred Wilde. Er sei sehr froh, dass die Telekom diese innovative Investition tätige, denn das schone städtische Mittel. „Ein schneller Internetanschluss ist eine der wichtigsten Forderungen, die Bürger an die Politiker stellen“, so Wilde weiter. Deshalb freue er sich, dass die Gespräche im Vorfeld mit der Telekom so konstruktiv verlaufen seien und zu diesem positiven Ergebnis geführt hätten.

Laut eigenen Angaben investiert die Telekom jährlich rund vier Milliarden Euro in den Netzausbau. „Unser Netz wächst täglich“, sagt Strangalies. Mit mehr als 400 000 Kilometern betreibt das Unternehmen in Deutschland das größte Glasfasernetz – im Vergleich: das Autobahnnetz hat eine Länge von 13 000 Kilometern.

Höhere Bandbreiten dank Vectoring-Technologie

Doch wie kommt das schnelle Internet zu den Kunden? Auf der Strecke zwischen der Vermittlungsstelle am Schützenplatz und den Verteilern wird das Kupfer- durch Glasfaserkabel ersetzt. Das sorgt für erheblich höhere Übertragungsgeschwindigkeiten. Die Verteiler werden zu Multifunktionsgehäusen (MFG) umgebaut. Um die Leitung schnell zu machen, kommt Vectoring-Technologie zum Einsatz. Diese Technik beseitigt elektromagnetische Störungen. Dadurch werden beim Hoch- und Herunterladen höhere Bandbreiten erreicht. Es gilt die Faustformel: Je näher der Kunde am MFG wohnt, desto höher ist seine Geschwindigkeit.

Nach dem Stadtfest wird die Firma DaMu aus Berlin mit den Tiefbauarbeiten beginnen. An den magentafarbenen Stoffhauben sind jene Verteiler erkennbar, die umgerüstet werden. Zu Beginn 2018 soll das schnelle Internet dann verfügbar sein. „Wer es möchte, der muss sich aber in unserem Telekom-Shop in der Eilenburger Straße 24 melden, denn nichts passiert automatisch“, betont Strangalies.

Vier Dörfer träumen vom schnellen Internet

Von schnellem Internet können die Bewohner von Pohritzsch, Zaasch und Serbitz bislang nur träumen. „Hier gibt es nicht einmal 1000-DSL“, teilte ein Serbitzer erbost in einem Brief an die LVZ mit. Pohritzsch, Zaasch, Petersroda und Serbitz, alles Ortsteile der Gemeinde Wiedemar, haben die Ortsvorwahl 034954 und sind aber telefonisch an das Netz von Sandersdorf-Brehna in Sachsen-Anhalt angeschlossen. „Wir kennen das Problem und sind auch dran“, erklärte Wiedemars Bürgermeisterin Ines Möller (parteilos). Bereits mehrfach habe die Verwaltung die Telekom auf diesen Missstand hingewiesen und auf Veränderungen gedrängt. „Auch die Argumentation mit dem Notruf, der nicht in Leipzig, sondern in Halle ankommt und den Rettungsdiensten Schwierigkeiten bereitet, die Orte zu finden, hatte bislang keinen Erfolg“, betonte Möller. Eine Anbindung an das Vorwahlnetz Delitzsch wäre aus ihrer Sicht dringend erforderlich. Wie sie sagt, läge keine Bereitschaft der Telekom vor, hier etwas ändern zu wollen.

Landkreis ergreift Initiative

Dass die Breitbanderschließung in den besagten Orten bislang nicht vorankomme, hänge ebenso mit der Zuordnung im Kommunikationsnetz zusammen. „Aber das soll und wird nicht so bleiben“, teilt Ines Möller mit. Im Zuge des Ausbaus des Breitbandnetzes unter der Regie des Landkreises Nordsachsen seien diese genannten Orte einbezogen. Eine Bedarfsanalyse in der Gemeinde Wiedemar habe ergeben, dass die Internetversorgungslücke dort besonders groß sei. In den vergangenen Jahren hätten in der ehemaligen Gemeinde Neukyhna, die genannten Dörfer zählen dazu, mehr als 400 Haushalte einen DSL-Anschluss mit Bandbreiten bis zu 50 Megabit pro Sekunde erhalten.

Von Thomas Steingen / Ditmar Wohlgemuth

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