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Delitzsch Tempo-30-Zonen haben sich in der Delitzscher Innenstadt bewährt
Region Delitzsch Tempo-30-Zonen haben sich in der Delitzscher Innenstadt bewährt
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10:27 13.04.2016
Fast die gesamte Delitzscher Innenstadt ist eine Tempo-30-Zone. Quelle: Wolfgang Sens
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Delitzsch

Täglich ist es zu beobachten: An der Kreuzung Eilenburger-/Lindenstraße in Delitzsch treffen drei Autos aufeinander und oftmals herrscht Unsicherheit, wer zuerst die Kreuzung passieren darf. Seit fünf Jahren ist dieser Bereich 30er-Zone und es gilt die Vorfahrtsregelung rechts vor links. Eingeführt wurde die Zone seinerzeit vor allem, um in der Innenstadt den Verkehr zu beruhigen, um Geschwindigkeit herauszunehmen, wie Bürgermeister Thorsten Schöne (parteilos) damals begründete.

Allein im Karree zwischen Bismarck-, Eisenbahn-, Ludwig-Jahn- und Bitterfelder Straße sind 14 Straßen und im Innenstadtbereich westlich von Bitterfelder, Kohl- und August-Bebel-Straße sogar 25 Straßen in einer 30er-Zone eingebunden. Weitere sind zwischenzeitlich in Delitzsch-Südost und in den Ortsteilen ausgewiesen worden. Wie die Stadtverwaltung auf Anfrage mitteilt, hätten sie sich bewährt. „Die Einführung von weiteren geschwindigkeitsreduzierten Zonen ist derzeit nicht geplant“, sagt Rathaussprecherin Nadine Fuchs.

Keine auffällige Raserei

Auch die Polizei zieht ein positives Fazit. „Im Bereich der 30er-Zonen gibt es keine Unfallschwerpunkte“, so der Delitzscher Revierleiter Klaus Kabelitz. Und auch die Raserei sei dort kein auffälliges Problem. Zwar gebe es hin und wieder Einzelfälle, wo getunte Pkw zu schnell unterwegs seien, aber an vielen Stellen ließen die örtlichen Gegebenheiten Raserei gar nicht zu. Was nicht heißt, dass es keine Geschwindigkeitsübertretungen gibt. Deshalb richte die Polizei regelmäßig ihre Aufmerksamkeit auf die Einhaltung der Höchstgeschwindigkeit. „Dort, wo es geht, vor allem vor Schulen, wird gelasert“, sagt Kabelitz.

Und auch der Blitzer der Stadt ist regelmäßig in den 30er-Zonen zu entdecken. In den Jahren 2014/2015 wurden in 30er-Zonen 92 Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt. Bei 2245 Verstößen in den Jahren 2014/2015 ergibt sich ein Durchschnitt von 1122 Verstößen pro Jahr. Weil die Kontrollen nur zeitweise und nicht andauernd beziehungsweise dauerhaft durchgeführt würden, kann die Stadtverwaltung keine Aussage darüber treffen, ob sich das Fahrverhalten in den Zonen in dem benannten Zeitraum verändert hat.

Hohe Dunkelziffer bei Parkverstößen

„Geschwindigkeitskontrollen im öffentlichen Verkehrsraum dienen zur Abwehr von Gefahren, die vom Verkehr ausgehen oder den Verkehrsteilnehmern drohen, zur Beseitigung von Verkehrsstörungen und zur Verhinderung und Verfolgung von Verkehrsverstößen“, so das Rathaus. Der Anteil von Verstößen in Tempo-30er-Zonen am Gesamtaufkommen der Verwarn- und Bußgelder (5117) betrug in den Jahren 2014/2015 rund 43 Prozent. Im ruhenden Verkehr waren es etwa 50 Prozent. Insgesamt 129 Kontrollen führten die Politessen der Stadt 2014/2015 hierzu durch und ahndeten dabei 181 Parkverstöße. Die Dunkelziffer dürfte aber weit höher liegen, weil nachts und an Wochenende weniger kontrolliert wird.

Revierleiter Klaus Kabelitz weist auf eine Besonderheit hin, denn die Polizei habe festgestellt, wenn in der Stadtkirche Gottesdienste oder andere Veranstaltungen stattfinden, seien die Straßen in Nähe des Gotteshauses oft zugeparkt, teils auch Rettungswege versperrt. Zudem wünscht er sich in der Innenstadt eine größer gefasste 30er-Zone, um den Schilderwald zu minimieren.

Von Thomas Steingen

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