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Delitzsch Theaterakademie Sachsen beeindruckt mit vielfältigem Requisitenfundus
Region Delitzsch Theaterakademie Sachsen beeindruckt mit vielfältigem Requisitenfundus
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16:00 03.01.2017
Von der Eistüte bis zum Fahrradlenker: Die Erstsemester Lena Beltermann und Jonas Runck präsentieren den Requisitenfundus der Theaterakademie. Quelle: Foto: Wolfgang Sens
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Delitzsch

Der erfahrene Theaterbesucher wird es bestätigen können: Gute Produktionen benötigen hervorragende Darsteller, eine kompetente Inszenierung und den entsprechenden textlichen Unterbau. Da gerät die Bühnenausstattung schon mal aus dem Blickfeld. Dass es aber gerade die Requisiten sind, die dem Stück sein ganz eigenes Flair geben, weiß man auch an der Theaterakademie Sachsen – und schafft aus gewöhnlichen Gegenständen besondere Dinge.

„Requisiten sind im Prinzip überall zu finden“, erklärt Jana Bauke. Entsprechend, so die Leiterin der Theaterakademie, organisiere man den Großteil der benötigten Gegenstände auch in Privathaushalten. „Insgesamt verfügen wir etwa über vier Sofas, die wir über Aufrufe im Bekanntenkreis der Studenten organisieren konnten, viele Kostüme stammen aus ausgemisteten Kleiderschränken.“

Studenten legen selber Hand an

Ist einmal nichts passendes verfügbar, legen die Azubis auch selbst Hand an. „Viele Malerarbeiten für Kulissen werden schon mal über Nacht von talentierten Studenten mit entsprechend viel Kaffee ausgeführt“, berichtet Bauke augenzwinkernd. Alternativ erhielten die Schüler etwa für den „Nußknacker“ die Aufgabe, sich eigene Geschenke zu basteln – und flugs lagen zahlreiche Gaben unter dem Baum auf der Bühne. Ein andermal wurden über Elektromärkte große Pappkartons organisiert, die später als Behausungen der Samtpfoten in „Katzenglück“ dienten. Der Vorteil dieser Herangehensweise: Die Studenten lernen auch die Arbeit abseits der Bühne kennen, erhalten Verständnis für das, was rund um Inszenierungen noch geschieht.

Generell, so Bauke, sei es wichtig, dass die Verwendungsmöglichkeiten für Requisiten möglichst vielfältig seien. Aus einem Fläschchen Badezusatz wird etwa je nach Situation die Giftflasche in Romeos Hand oder die letzte Phiole Wasser in einem Stück mit Endzeit-Thematik, ein Kronleuchter fand bisher in jedem Weihnachtsmärchen und bei drei Musical-Aufführungen Verwendung, eine Stehlampe tauchte – mal mit, mal ohne Schirm – zahlreiche Bühnen in angenehmes Licht.

Ausgefallen ist erwünscht

Zwar dürfen die Gegenstände durchaus auch etwas ausgefallener sein – Bauke selbst bringt etwa öfters besonders geformte Flaschen aus dem Urlaub mit. Wichtig ist aber vor allem, dass die jeweiligen Stücke wandelbar sind. Bestes Beispiel dafür, so Bauke, sei ein gewöhnlicher Besenstiel. „Er kann als Schlaginstrument bei Stockkämpfen, als imaginärer Tanzpartner, als Lastentragstock, für Percussion-Musik und als Gardinenstange eingesetzt - oder auch einfach zum Fegen genutzt werden“, listet sie auf.

Letztlich, betont Jana Bauke, sei aber entscheidend, dass Requisiten neben der Ausstattung auch die Fantasie des Publikums anregen, eine zweite Ebene zum darstellenden Spiel eröffnen. „Gute Requisiten nehmen die Zuschauer mit in eine andere Welt, erzählen eigene Geschichten und eröffnen Assoziationsmöglichkeiten“, zählt Bauke auf. „Wenn Romeo etwa das Fläschchen in der Hand knetet, muss man dem Zuschauer nicht mehr groß erzählen, dass er nervös ist.“

Von Bastian Fischer

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